12 Tage Saintes-Maries-de-la-Mer (Camargue), 14 Tage Saint-Rémy (Provence) April 2019

Obwohl ich bereits vor zwei Jahren einen Bericht über die Camargue verfasst habe, will ich hier doch nochmals ein paar Worte zu diesem interessanten Teil Frankreichs schreiben:

Es ist ein riesiges im Rhone-Delta gelegenes Feuchtgebiet. Allein das  Naturschutzgebiet ist 13‘000 ha gross.

237 geschützte Vogelarten leben hier. Typische „Bewohner“ der Camargue sind  auch der rosa Flamingo, die schwarzen Camargue-Stiere und die weissen  Camargue-Pferde. Die Fohlen sind bei der Geburt dunkelbraun bis schwarz, hellen jedoch mit zunehmendem Alter auf. Mit etwa 10 Jahren sind sie vollkommen weiß. 

20% der landwirtschaftlich genutzten Fläche dient dem Reisanbau. Erwähnenswert sind auch die Salinen im Süden der Camargue.

 

Mittwoch, 10.April

An diesem trüben Morgen starten wir unsere Frankreichreise – und hoffen auf besseres Wetter, denn für die nächsten Tage sind in der Schweiz nochmals Schneefälle bis in tiefe Lagen angesagt.

Bereits in der Westschweiz sieht es wettermässig ganz anständig aus. Auch der Verkehr hält sich in Grenzen, nachdem wir in Zürich im Stau standen.

Mittagsrast bei Mont-sur-Rolle

Bei Genf verlassen wir die Schweiz und peilen unser erstes Ziel, den Campingplatz „du Sierroz“ in Aix les Bains an. Wir kennen diesen Platz von früheren Aufenthalten.

Da wir nur eine Nacht bleiben, wird uns ein „Kurzaufenthalter-Platz“ zugewiesen.

Auf dem grossen Parkplatz vor dem CP, wo im Herbst der Zirkus stand, findet diesmal eine riesige „Chilbi“ statt. Zum Glück ist es ab 22 Uhr ruhig…ob das am Wochenende auch der Fall wäre??

Die „Chilbi“ ist nicht so ganz unser Ding, da ziehen wir ein feines Abendessen in der Brasserie beim Hafen vor.

 

Donnerstag, 11.April

Da wir Aix les Bains bestens kennen und das Wetter auch nicht gerade zum Bleiben einlädt, fahren wir weiter – mit Ziel Camargue.

unterwegs

zwischendurch mal eine Zahlstelle

Es ist eine angenehme Fahrt, alles Autobahn bis Arles, wo wir in Richtung Saintes Maries de la Mer abbiegen.

Wir wählen, wie schon etliche Male zuvor, den CP „La Brise“.  Der Platz gefällt uns – grosszügige Stellplätze, saubere, geheizte Sanitäranlagen – und vor allem die Nähe zum Meer und dem Städtchen Saintes Maries de la Mer. Negativ ist nur, dass kein Restaurant und kein Internet angeboten werden (WiFi-Zone nur an der Rezeption).

Das Wetter zeigt sich inzwischen von der besten Seite, abgesehen vom Mistral, der zünftig bläst. Ein Grund die Seitenwände an der Markise zu montieren.

Nach dieser langen Fahrt unternehmen wir heute nicht mehr viel.

Noch kurz ein Abstecher ans Meer

Im Feuchtgebiet, welches gleich hinter dem CP beginnt, sieht man bereits die ersten Flamingos

…und sonstigen Wasservögel

 

Freitag, 12.April

Wow, dieser Morgen! – wolkenlos, zwar immer noch etwas windig.

Nach dem Frühstück spazieren wir vom CP aus, dem Meer entlang, nach Saintes Maries de la Mer.

Dies ist der Strand beim CP

Dieses Städtchen fasziniert mich immer wieder – die engen Gässchen mit den vielen netten Restaurants und Shops, die imposante Kirche, die Promenade, der Hafen, usw.

das Museum Baroncelli

der Platz vor der Arena

Nach ein bisschen Shopping und einem Käfeli in einem Strassencafé, machen wir uns wieder auf den Rückweg zum CP.

Inzwischen hat sich der Wind gelegt und es ist sommerlich warm.

Am Nachmittag unternehmen wir einen kurzen Ausflug mit dem Auto. Das heisst wir fahren zum „Bac du Sauvage“, wo wir uns von der Fähre über die kleine Rhone bringen lassen. Die Rhone ist übrigens in Frankreich „männlich“: Le Rhône.

Auf der Fähre sind wir die einzigen Passagiere

Danach fahren wir entlang der kleinen Rhone…

Immer wieder sieht man die typischen, weissen Camargue-Pferde und die schwarzen Camargue-Stiere.

Auf der Rückfahrt überqueren wir die kleine Rhone dann aber über eine Brücke.

Den restlichen Nachmittag verbringen wir im Liegestuhl an der Sonne, Ruedi mit seiner Funkanlage beschäftigt und ich mit einem spannenden Buch.

Ein Abendspaziergang an der Beach beim Campingplatz

 

Samstag, 13.April

Ein weiterer wolkenloser Tag ist uns beschert. Wir beschliessen ins ca. 25 km entfernte Aigues Mortes zu fahren.

Mich fasziniert immer wieder diese Weite

Eines der typischen mit Reet (Schilf) gedeckten Camargue-Häuser, die man leider nur noch selten sieht.

Die traditionelle Struktur dieser Häuser (Cabanes) ist eine meisterhafte Mischung aus einfacher und genialer Architektur. Ein bootsrumpfförmiger Baukörper trägt das steile Reetdach mit aufgesetzter Lehmhaube. Die abgerundete Seite ist immer gegen den Mistral gerichtet.

Die Wände der „cabanes“ sind kalkweiß getüncht und am Ende des Dachsparrens ist manchmal ein Stierhorn oder Querholz befestigt. Dieser Dachsparren, schützt vor Blitzeinschlägen und dient als Befestigung für ein Seil, das an windigen Tagen mit einer Vorrichtung am Boden vertäut wird.

In der Gegend von Aigues Mortes sieht man weite Rebgebiete

Wir stellen unser Auto direkt bei der Stadtmauer ab…

…und bummeln durch das historische Städtchen.

Auch dieses Mal entscheiden wir uns für einen Rundgang auf der 1,7 km langen Stadtmauer.

Hier eine Aufnahme von Aigues Mortes von einer Ansichtskarte

der Tour de Constance

dies der Ausblick von der Stadtmauer über die Salinen…

…und über den Hafen

Inzwischen ist es Mittag und nach all dem vielen Trepp-auf und Trepp-ab haben wir eine Pause und einen Imbiss verdient.

Auf dem Place Saint Louis laden diverse Restaurant zum Essen ein. Es ist wunderschön hier – windgeschützt und sommerlich warm.

Ruedi wünscht sich auch dieses Jahr die Salinen von Aigues Mortes zu besuchen.

Mit einem etwas in die Jahre gekommenen Touristen-Bähnli werden wir auf holprigen Wegen quer durch die Salinen gefahren, wobei uns viel über die Salzgewinnung erzählt wird (natürlich auf Französisch).

Bei einem Zwischenhalt darf man einen der „Salzberge“ erklimmen. Hier oben wird uns ein toller Ausblick über die ganze Anlage geboten.

Auf der Rückfahrt zum CP tätigen wir noch einen Grosseinkauf bei „Super-U“.

 

Sonntag, 14.April

Nach einem Ruhevormittag im Wohnwagen, brauchen wir nun noch etwas Unterhaltung.

Wir umfahren den „Étang du Vaccarès“, ein Feuchtgebiet von 6500 ha Grösse

…hier kann man sich ein Bild von seiner Grösse machen

Immer wieder legen wir einen Halt ein um die Gegend und den Ausblick über die Étangs zu geniessen.

Auf der Südost-Seite des Étang du Vaccarès endet die Strasse.

Ab hier geht es nur noch zu Fuss oder per Fahrrad auf schmalen Wegen weiter. Eigentlich wollten wir den Leuchtturm „La Gacholle“ besuchen, aber das scheint uns zu Fuss dann doch etwas weit für so einen Nachmittagsausflug.

Auf der Rückfahrt – was für eine Freude – wir finden ganz zufällig das lustige Gartenrestaurant „Mas St. Bertrand“ wieder, wo wir uns bereits beim letzten Mal so wohl fühlten. Es liegt an einer Verbindungsstrasse zur D36 in Richtung Salin de Giraud.

An einem kleinen Tischchen, umgeben von sattem Grün, gönnen wir uns einen „Assiette Bertrand“ und geniessen dieses besondere Ambiente.

…auf der Rückfahrt

 

Montag, 15.April

Da mein Fotoapparat seit zwei Tagen einen Fleck auf der Linse hat, möchte ich mir einen Ersatz kaufen. Im Internet fanden wir einen Foto-Shop in Montpellier. Da wir sowieso mal nach Sète fahren wollten, läge Montpellier doch grad am Wege.

Unterwegs macht uns eine Hinweistafel auf die „Cathedrale de Maguelone“  aufmerksam – also schauen wir uns diese Sehenswürdigkeit doch mal an.

Bei einem grossen Parkplatz, noch sehr weit entfernt von der Kathedrale, endet die Strasse für Autos.

…in der Bildmitte sieht man hier die Kathedrale

Was nun?  …und siehe da ein Touristen-Bähnli fährt regelmässig vom Parkplatz zur Kathedrale.

Und dieser Abstecher lohnt sich allemal. Die Kathedrale St.Pierre–St.Paul, errichtet im 12./13.Jh., war Bestandteil eines Klosters und Bischofssitzes.

Rund um die Kirche herrscht schon fast urwald-dichtes Grün

Zurück beim Parkplatz…hier finden wir einen unendlich langen Sandstrand

Als nächstes Ziel haben wir uns Sète vorgenommen – aber ojee, das war keine gute Idee, denn schon weit vor Sète stehen wir im Stau.

Da wir keine Freunde von Städten sind und schon gar nicht von Verkehrsstaus, drehen wir um und fahren in den Nachbarort Frontignan. Dies ist ein ruhiges, kleines Städtchen mit einem netten Platz vor dem „Hôtel de Ville“, wo wir uns mit einem feinen Imbiss stärken.

Nach einem kurzen Bummel durch die Gassen

…fahren wir nun nach Montpellier. Wir geben die Adresse des Foto-Shops im GPS ein und es führt uns immer ganz nah ans Ziel, aber wir kommen einfach nicht hin vor lauter Einbahnstrassen, die dazu sowas von eng sind. Mitten in einer Unterführung meint das GPS: sie haben ihr Ziel erreicht. Irgendwann haben wir genug und verlassen die Stadt unverrichteter Dinge.

Auf der Heimfahrt fragen wir in einem Einkaufszentrum in Aigues Mortes, wo es wohl möglich wäre einen Fotoapparat zu kaufen und der nette Herr empfiehlt uns das nur 100 Meter weit entfernte Elektronikgeschäft „Darty“.  Und siehe da, ich werde fündig und kaufe mir eine „Nikon Unterwasserkamera“, die eigentlich für Kinder gedacht ist, da sie stosssicher und wasserdicht ist. Da sie absolut dicht ist, sollten auch keine Staub- und Sandpartikel mehr ins Innere gelangen – was bei den starken Mistral-Winden sicher ein Vorteil ist.

Die nachfolgenden Fotos sind mit dieser neuen Kamera geschossen.

Nun sind wir aber genug herumgekurvt und fahren direkt zurück zum CP. Inzwischen hat sich der Himmel mit Wolken überzogen.

Wir essen heute Abend erstmals drinnen im gemütlichen Wohnwagen-Stübchen.

 

Dienstag, 16.April

Während der Nacht fielen sogar mal ein paar Regentropfen.

Heute ist der Himmel bedeckt, es ist relativ warm und der Mistral hat sich gelegt.

Nach der gestrigen doch ziemlich langen Autofahrt, lassen wir das Auto heute stehen.

Ich geniesse einen Ruhevormittag, mit nur einem kurzen Spaziergang dem Meer entlang…Blumen sind auch bei Regenwetter schön.

Nach dem Mittagessen spazieren wir nach Saintes Maries de la Mer, allerdings bei leichtem Regen…

Im Laufe des Nachmittags lösen sich die Wolken aber auf und es wird sonnig und ohne Wind recht warm.

Jedenfalls können wir das „obligate“ Raclette (kommt auf jeder Reise mindestens einmal auf den Tisch) draussen essen und einen schönen Abend geniessen.

 

Mittwoch, 17.April

Ganz überraschend ist der Himmel wolkenlos, es weht kein Lüftchen und es ist entsprechend warm.

Wie jeden Mittwochmorgen trifft Ruedi seine Funkerkollegen aus der Schweiz über Funk.

Hier hat Ruedi seine Antenne aufgestellt

Da wir im Einkaufszentrum bei Aigues Mortes heute den Oster-Wochenend-Einkauf tätigen möchten, planen wir einen Ausflug in diese Richtung. Das heisst wir fahren nach Grau du Roi, einem Städtchen, das mir immer wieder gefällt, auch wenn es ein Touristenmagnet ist.

Ein weitläufiger Sandstrand mit Blick nach La Grande Motte

Der Kanal mit Blick zum Leuchtturm

Die Fischersfrau, die nach ihren Mann Ausschau hält, der jedoch nie mehr heimkehren wird

Wir spazieren entlang der Shopping-Meile, an Souvenirshops und Restaurants fehlt es hier nicht.

Zum Mittagessen suchen wir das kleine Beizli, in der engen Gasse wieder, in welchem wir im letzten Jahr so fein gegessen haben…und meine Crêpe ist auch diesmal wieder wunderbar – zwar eine kleine Kalorien-Sünde.

Nun noch ein Grosseinkauf bei „Super-U“, sodass wir über Ostern mit Lebensmitteln eingedeckt sind, denn auf dem CP gibt es nur grad das Nötigste zu kaufen.

Den restlichen Nachmittag verbringen wir im Liegestuhl an der Sonne und zum Abendessen schieben wir heute eine Pizza in den Ofen.

 

Donnerstag, 18.April

Gleich hinter dem CP beginnen die Feuchtgebiete, durchzogen von einem grossen und vielen kleinen Spazierwegen. Nach dem Frühstück machen wir uns auf zu einer laaaaangen Wanderung. Das Wetter ist wunderschön mit angenehmen Temperaturen.

Hier kann man sich vielleicht ein Bild machen, wie weit wir gewandert sind.

…der Blick vorwärts und zurück

Es ist unglaublich ruhig, nur das leichte Rauschen des Meeres oder hie und da das Lachen einer Möwe – sonst nichts.

Doch plötzlich befinden wir uns inmitten von tausenden Stechmücken, die um uns herumschwirren. Zum Glück haben wir immer einen „camargue-tauglichen“ Mückenspray dabei. Trotzdem verlassen wir diese Mückenbrutstädte fluchtartig.

Auf dem Rückweg spazieren wir dem Meer entlang – ein kurzer Abschnitt des Ufers ist mit wunderschönen, vom Meer geschliffenen Steinen bedeckt…jeder Stein ein Unikat.

Im Strandrestaurant vor dem CP legen wir einen Halt ein und belohnen uns mit einem Glas Weisswein.

Die heutigen Fotos schoss ich mit der „Spielzeug-Kamera“. Für Landschaftaufnahmen ist sie ganz okay, aber das Zoom taugt nichts.

So fahren wir am Nachmittag nochmals zum „Darty“ und ich leiste mit eine neue Sony-Kamera mit einem 50-fach Zoom…jetzt bin ich wieder dabei! Ruedi freut es, dass er die handliche „Kinderkamera“ übernehmen darf 🙂 …ich schenke sie ihm zum bevorstehenden Geburtstag.

 

Freitag, 19.April (Karfreitag)

In Saintes Maries de la Mer findet heute der Wochenmarkt statt.

Im Angebot findet man vor allem Produkte aus der Camargue, z.B. viele verschiedene Reissorten, Salz, Vin de Sable oder Saucissons de Taureau, aber auch „Ramsch“ wie auf allen grösseren Märkten.

…und immer wieder das „Wahrzeichen“ von Saintes Maries de la Mer

Die meisten Geschäfte im Städtchen sind allerdings heute Karfreitag geschlossen.

Den Hinweg wählen wir durchs Städtchen, den Rückweg dann aber dem Meer entlang – welches heute ganz schön rauschend daherkommt – obwohl hier am Ufer kein Lüftchen weht.

Nach einer längeren Siesta gehen wir nochmals auf die Pirsch nach Flamingos und anderen Wasservögeln – und wir werden fündig.

Inzwischen ist es wieder wolkenlos, windstill und 22° warm.

Erst gegen Abend kommt wieder ein starker Wind auf, der diesmal aber vom Meer her weht.

Wir unternehmen einen Abendspaziergang und staunen, wie unruhig das Meer heute Abend ist.

Bald danach geht der Vollmond auf, an einem sternenklaren Himmel.

 

Samstag, 20.April

Es scheint ein weiterer sonnig-warmer Tag zu werden. Unser heutiges Ziel sind Port Saint Louis und Plage Napoleon. Beides liegt an der Mündung der Rhone ins Mittelmeer.

…der Aussichtsturm dürfte schon etwas höher sein…

…viel gibt es eh nicht zu sehen, ausser der beeindruckenden Weite

Reisfelder… diese wurden in den letzten Tagen geflutet (jeweils im April) und werden im Oktober zur Ernte wieder trocken gelegt.

Da der Hafen auf der andern Seite der Rhone liegt, nutzen wir das Angebot der Fähre von Bac du Barcarin.

Eine Sehenswürdigkeit von Port Saint Louis du Rhône ist der Tour Saint Louis. Dieser Turm wurde im Jahre 1737 als Wach- und Leuchtturm errichtet. Leider ist er nur von Montag bis Freitag zu besichtigen und zu besteigen – heute ist Samstag.

Nach einem Spaziergang zwischen der Rhone und dem Meer…

…fahren wir hinaus zur Plage Napoleon.

…einem riesenlangen Sandstrand

Inzwischen ist es Mittag – wir beschliessen auf der Rückfahrt nach Saintes Maries de la Mer im Mas Saint Bertrand einen Halt einzulegen und etwas Kleines zu essen.

Zum Restaurant gehört eine Bilder und Skulpturen-Galerie – sieht für mich eher etwas nach Brockenhaus aus.

Auf der Rückfahrt, den Étangs entlang

Noch kurz ein Abstecher zum „Manade Paul Ricard“

Inzwischen sind Wolken aufgezogen und es wird merklich kühler – am Nachmittag erreichte das Thermometer noch 24°C.

 

Sonntag, 21.April  (Ostern)

Während der Nacht regnete es leicht und am Morgen ist der Himmel bedeckt.

Wir faulenzen heute mal richtig und unternehmen nichts, ausser einem Spaziergang ins Städtchen.

Aber genau zu diesem Zeitpunkt regnet es in Strömen. Die Gassen sind voll von Menschen, die unter den diversen Vordächern Schutz vor dem Regen suchen – alle Läden sind heute geöffnet. Überall tropft es von den Markisen der Geschäfte…ein Grund schon bald wieder zum Wohnwagen zurückzukehren.

Wir kochen uns ein feines Abendessen und geniessen danach einen gemütlichen TV-Abend.

 

Montag, 22.April (Ostermontag)

Es ist der letzte Tag, den wir in der Camargue verbringen – also heisst es heute zusammenpacken. Zum Glück scheint die Sonne, nach dem gestrigen Regentag und trocknet unser Vorzelt.

Bei einem Spaziergang in der näheren Umgebung entdecken wir nochmals ein paar Flamingos.

Hier kaufen wir Wein, Erdbeeren und Honig.

Zum Abendessen spazieren wir ins Städtchen und essen in einem kleinen Beizli in einer engen Gasse ein feines Steak.

Das Meer ist extrem aufgewühlt, wie wir es all die vorherigen Tage nie sahen – schade kann man hier das Tosen nicht hören.

 

Dienstag. 23.April

Nach einer Regennacht, verlassen wir den CP La Brise um 9 Uhr…

…und fahren ins 70 km entfernte Saint Rémy de Provence….eine problemlose Fahrt.

Unendliche Alleen in der Gegend von Saint Rémy.

Wir fahren auf den CP Monplaisir und staunen nicht schlecht, als man uns an der Rezeption sagt, es seien grad mal noch zwei Plätze frei!

Einer der zwei Plätze ist ein grosser Komfortplatz, für den wir uns entscheiden.

Heute herrscht richtiges Aprilwetter – mal Sonne und immer wieder etwas Regen, daher stellen wir das Vorzelt auf.

Über Mittag spazieren wir ins Städtchen. Die schmucke, grösstenteils autofreie Altstadt liegt nur 1 km vom CP entfernt. Fotos gibt’s dann mal bei hoffentlich besserem Wetter.

 

Mittwoch, 24.April

Wie immer mittwochs, hat Ruedi noch vor dem Frühstück Kontakt mit seinen Funkerfreunden in der Schweiz.

Heute findet in Saint Rémy der Wochenmarkt statt – klar, müssen wir da hin.

Anfangs sind wir etwas enttäuscht, denn es werden so die üblichen Marktartikel wie Taschen, Billig-Kleider, Schuhe, usw. verkauft – im oberen Teil des Marktes stossen wir aber, zu meiner Freude auf Produkte aus der Region (provenzalische Töpfereien, Lavendelprodukte, Käse, usw.) , sowie auf einen Gemüsemarkt.

Gegen Mittag wird uns das Gedränge in den Gassen etwas zu viel – so gehen wir zurück zum CP.

Am Nachmittag scheint die Sonne und sie animiert uns noch etwas zu unternehmen.

Etwa 5 km von Saint Rémy entfernt befindet sich „Glanum“.

Glanum war eine keltische, hellenistische und später römische Stadt im heutigen Südfrankreich. Das antike Zentrum ist als Ruine erhalten. Diese Stadt wurde nach 1700 Jahren wiederentdeckt – die Ausgrabungen begannen 1921.

Bereits vor dem Eingang kommt man bei zwei gut erhaltenen, antiken Monumenten vorbei, dem Triumphbogen und dem Mausoleum.

Ein Besuch dieser Ruinenstadt lohnt sich unbedingt. Der Eintritt beträgt 8 Euro/Person.

Die einstige Hauptstrasse der Stadt

Nur ein paar Schritte entfernt gäbe es eine weitere Sehenswürdigkeit, die „Abtei Saint-Paul-de-Mausole“, die wir aber an einem andern Tag besichtigen werden.

Da wir nun auf dem CP Internet haben, arbeite ich noch ein bisschen an meinem Reisebericht.

Die Sonne scheint noch, aber der Mistral bläst immer wieder starke Böen übers Land.

 

Donnerstag, 25.April

Trotz immer noch sehr launischem Wetter, besuchen wir am Nachmittag das Kloster „Saint-Paul-de-Mausole“.

Die in der Nähe der antiken Stadt Glanum gelegene Abtei war zunächst seit 982 ein Priorat der Abtei Saint-André de Villeneuve-lès-Avignon und wurde 1080 in ein Augustiner-Chorherren-Stift umgewandelt. Seit 1117 ist es nach dem nahe gelegenen Mausoleum der Julier benannt. 1316 wurde das Stift dem Domkapitel der Kathedrale von Avignon unterstellt. 1605 übernahmen die Franziskaner das Kloster, wo sie ein Asyl einrichteten.

Vom 3. Mai 1889 bis zum 16. Mai 1890 lebte Vincent van Gogh im Kloster, daher ist eine sehenswerte Ausstellung diesem Künstler gewidmet…

leider blühen die Lilien noch nicht wie auf van Goghs Gemälde

die Kirche ist sehr schlicht

der Kreuzgang

van Goghs Schlafzimmer

Es gibt ein berühmtes Bild des Klosters mit den blühenden Lavendelfeldern im Vordergrund, im Sommer aufgenommen.

Da der Lavendel noch nicht blüht, sind es nun halt die Schwertlilien.

Wir unternehmen nun noch eine Fahrt durch die „Alpilles“ (ein Naturpark), dies ist eine 30 km lange und 10 km breite Kalksteinkette mit einer Höhe bis zu 500 Meter.

Unterwegs kommen wir bei Les Baux vorbei

…oh wie sind wir froh, haben wir dieses zwar unbedingt sehenswerte Felsendorf, in früheren Jahren bereits zweimal besucht, denn es gibt mehrere Kilometer vor und nach Les Baux keinen freien Parkplatz mehr. Da herrscht ein ziemliches Chaos,  die Parkplatzsituation ist den Besuchermassen schlichtweg nicht mehr gewachsen.

Diese „Schönheit“ habe ich unterwegs am Strassenrand angetroffen

Auf der Rückfahrt kommen wir zufällig bei Fontvieille vorbei, einem kleinen, alten Städtchen, welches berühmt ist für seine Windmühlen, aber auch für die Olivenöl-Herstellung.

Nach einem kleinen Imbiss in einem typischen provenzalischen Restaurant, spazieren wir hinauf zur Moulin de Daudet, einer der vier Mühlen.

Zurück auf dem CP fegt ein unheimlicher Mistral über uns hinweg, sodass wir beschliessen das Vorzelt abzubauen – gar kein einfaches Unterfangen bei so einem Sturm, kaum hat man die Häringe gelöst, fliegen einem die Wände um die Ohren. Kaum sind wir fertig, beginnt es auch bereits zu regnen.

Etwas später steht dieser Regenbogen am Himmel

 

Freitag, 26.April

Nach einer Regennacht, scheint heute Morgen die Sonne vom fast wolkenlosen Himmel und kein Lüftchen weht.

Als Ziel haben wir uns mal Cavaillon vorgenommen. Aber spontan wie wir sind, biegen wir schon kurz nachdem wir Saint Rémy verlassen haben in Richtung der Alpilles ab (zur Erinnerung: Les Alpilles sind die Hügelkette und der Naturpark)

Auf schmalen Nebenstrassen gelangen wir so nach Eygalières – ein kleines, aber sehenswertes  Städtchen.

Beim Aufstieg zum historischen Dorfkern von Eygalières kommen wir an dieser Blumenvielfalt vorbei.

Zu meiner Freude findet unten im Dorf gerade ein grosser Markt statt.

Hier der Blick hinauf zum alten Stadtteil

Etwas ausserhalb Eygalières steht „Sainte Sixte“ eine katholische Kapelle aus dem 12.Jh., heute ein Baudenkmal.

Traurig, dass man solche Tafeln aufstellen muss

Unser nächstes Ziel wäre Eyguières, welches etwa 20 km entfernt liegt, sodass wir etwas durch die Gegend der Alpilles kommen. Es ist eine interessante, abwechslungsreiche Fahrt.

Unterwegs gebe ich zur Sicherheit im GPS vermeintlich Eyguières ein.

Als wir laut GPS am Ziel ankommen, bemerken wir, dass wir wieder in Eygalières sind…ach wie peinlich, da habe ich doch glatt die beiden Namen „Eyguières und Eygalières“ verwechselt. Ha, ha…oh wie haben wir gelacht…

…ist ja wirklich nicht einfach…

Auf der Rückfahrt nach Saint Rémy lade ich Ruedi als Entschuldigung für diese  Panne zu einem späten Mittagessen in ein nettes Bistro ein. Wir wählen das Tages-Menu: zur Vorspeise gegrillte Zucchetti, Auberginen und Tomaten, dann ein Risotto mit Tinte vom Tintenfisch und Steinbutt an Kurkuma-Crème, zum Dessert Fiadone – eine Art süsser Käsekuchen. Es schmeckte wunderbar.

Den restlichen Nachmittag können wir im Liegestuhl an der Sonne geniessen.

 

Samstag, 27.April

Wir wissen noch nicht genau, was unser heutiges Ziel sein wird – wir fahren mal los in Richtung Cavaillon.

Dabei überqueren wir den Fluss „Durance“

Cavaillon ist eine Stadt mit ca. 26‘000 Einwohnern.

Imposant ist der direkt hinter der Stadt ansteigende, felsige Hügelzug, der „Colline Saint Jacques“. In den Felsen befindet sich ein Klettersteig, die Via Ferrata.

Das Auto stellen wir beim Office de Tourisme ab. Direkt dahinter beginnt der Aufstieg über Stufen und steile Wege – was uns für die Mühe belohnt ist die tolle Aussicht über die Stadt.

weit über uns die Kapelle Saint-Jacques

Kurz bevor wir aber den Klettersteig erreichen, drehen wir um, ich bin nicht so ganz schwindelfrei und habe bereits weiche Knie.

Ich habe gelesen, dass eine Fahrstrasse auf den Hügel führt, was viele nicht wissen, denn wir treffen dort oben ausser Franzosen keine Touristen an.

Vom Parkplatz aus geht es nur noch einige Meter zu Fuss bis zur Kapelle Saint Jacques, von wo aus uns eine unglaubliche Aussicht über Cavaillon und bis hin zum Mont Ventoux (bei guter Sicht) geboten wird.

Inzwischen ist es Mittag und zu unserer Freude entdecken wir unweit vom Parkplatz ein wirklich einladendes Restaurant, wo wir uns einen Imbiss gönnen.

Nun noch ein bisschen Stadt…

…bevor wir Cavaillon wieder verlassen.

Wir versuchen heute das Städtchen Eyguières zu finden, was uns gestern nicht gelungen ist…und siehe da diesmal klappt es!

Aber diesem Ort fehlt jeglicher Charme – so fahren wir nach einem kurzen Bummel durchs Zentrum weiter nach Aureille, aber auch dies ist nicht gerade ein Touristen-Magnet.

Aber die Fahrt auf den zwar etwas engen Nebenstrassen ist abwechslungsreich.

Nun noch der Wochenend-Einkauf bei Intermarché und dann geht’s zurück zum CP.

Ganz ungeplant verbrachten wir einen interssanten Tag.

 

Sonntag, 28.April

Hier mal noch ein paar Bilder vom CP

die Rezeption und der Shop

unser Platz

der geheizte Pool (25°)

Wow, jetzt sind wir soeben zurück von einer fast 3-stündigen Wanderung.

Wir fahren bis etwas ausserhalb Saint Rémys und parkieren laut Wanderkarte bei der „Chapel Romanin“…nur von der Kapelle sehen wir leider gar nichts. Ab hier führt eine Rundwanderung zur Römischen Brücke und zurück.

Die Vegetation ist sowas von abwechslungsreich – einfach wunderschön. Im Hintergrund immer die Ausläufer der „Alpilles“.

Mandelbäume

Eine buntgemischte Flora

Mischwald

Vom Château Romanin gibt es allerdings von dieser Seite her gar nichts zu sehen, total abgeschirmt.

Mit schon langsam etwas müden Beinen kommen wir zum „Pont Romain“

Von hier aus geht es zurück zum Auto. Nun entdecken wir den Turm der Chapel Romanin hinter den Bäumen, nur einen Weg dorthin finden wir nicht – die Kapelle steht mitten in einem Olivenhain.

 

Montag, 29.April

Nach der Wanderung von gestern, wollen wir es heute etwas ruhiger angehen. Unser Ziel ist das Château Tarascon.

Tarascon liegt 15 km von Saint Rémy entfernt – wir aber besuchen unterwegs noch die Städtchen Eyragues, Maillane und Graveson, welche mehr oder weniger an der Route liegen.

Keines der drei Orte hat aber touristisch etwas Interessantes zu bieten – oder unsere Ansprüche sind etwas zu hoch.

In Tarascon parkieren wir direkt an der Rhone, beim Schloss, welches wir nun besuchen.

Die Burg Tarascon wurde zwischen 1400 und 1435 errichtet und diente gleichzeitig als Wohnschloss und zu militärischen Zwecken.

im Innenhof

Auf drei Stockwerken kann man durch die riesigen Gemächer wandeln, dazwischen immer wieder Wendeltreppen und kleine verwinkelte Zimmerchen. Es war allerdings zu düster zum Fotografieren

wunderschöne Gefässe in der alten Schlossapotheke

Möbel, Teppiche und andere Ausstattungsgegenstände darf man allerdings nicht erwarten. Sie sind über die Jahrhunderte leider alle verloren gegangen.

Zuoberst auf der Dachterrasse wird uns eine einmalige Aussicht geboten, über die Stadt, die Rhone und hinüber zum Schloss Beaucaire. Der Mistral bläst uns allerdings fast vom Dach.

Gleich neben dem Schloss steht die Tarasque – das Fabeltier, welchen Tarascon seinen Namen gegeben haben soll.

Wen es interessiert, hier die Legende dazu:

Das Wasser des Flusses ist unruhig. Immer größere Wellen schlagen an die Steine des Ufers. Die Bewohner der Stadt drängen sich dicht zusammen. In dem Halbkreis, den sie gebildet haben, steht ein Mädchen. Sie wartet. Auf den Tod. Auf das Ungeheuer. Und sie wartet nicht umsonst. Das Wasser teilt sich, rinnt an dem sich daraus erhebenden Körper herab und aus den Fluten steigt…eine Riesenschildkröte mit dem Kopf eines Asiaten, der sich winzige Katzenohren angeklebt hat. Zumindest müsste es sich so abgespielt haben, wenn man der Stadtlegende von Tarascon glaubt und die Statue der gefürchteten Tarasque Ähnlichkeit mit ihr haben soll. Tarascon ist eine kleine Stadt in Südfrankreich und liegt an der Rhône. Angeblich ist der Ort nach besagtem Ungeheuer, der Trasasque, benannt, die im Mittelalter immer wieder aus dem Fluss kam um Reisende und Jungfrauen zu verschlingen. Erst die Heilige Martha machte dem ein Ende. Sie fing das drachenähnliche Ungetüm und die Bewohner der Stadt steinigten es.

Mehr wollen wir von dieser lebhaften Grossstadt aber nicht sehen und fahren somit zurück ins gemütlichere, kleine Saint Rémy.

Nach einem kleinen Imbiss schlendern wir durch die Gassen von Saint Rémy.

der Nostradamus-Brunnen

Den Abend geniessen wir vor dem Wohnwagen

 

Dienstag, 30.April

Bilderbuchwetter!

Unser heutiges Ziel ist Gordes im Luberon.

Dieser Ort thront auf einem Felsvorsprung an der Südflanke der Hügelkette Monts de Vaucluse auf 635 m

Ich habe wiedermal das Glück zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, denn es findet gerade ein grosser Markt statt.

im Hintergrund das Château de Gordes

Hier haben wir den Überblick

Nach einem Bummel durch das hübsche Dorf und den Markt…

…besuchen wir das Château. Das Schloss wird zum ersten Mal 1031 erwähnt.

Leider gibt es auch hier überhaupt keine Innenausstattung zu sehen – das ganze  Schloss birgt heute eine Kunstausstellung.

Nach einem Cappuccino in einem Strassencafé verlassen wir Gordes…

…und fahren zum „Village des Bories“

Die Zufahrtsstrasse ist echt eine Herausforderung, denn hier herrscht doch tatsächlich Gegenverkehr! Zu unserem Glück, sind nicht gerade viele Besucher unterwegs.

Aber es hat sich allemal gelohnt…

Manche Bories dienten als Ställe für Schafe, Schweine oder Ziegen, andere wurden als Lagerraum für Werkzeug oder Getreide, als Backhäuser oder auch als Wohnung genutzt. Von den meist in kleinen Gruppen gebauten Hütten, hatte also jede eine ganz bestimmte Funktion. Bis heute weiß man nicht ganz genau, wie alt diese Hütten eigentlich sind. Einige Fundstücke können bis ins 7. Jahrhundert datiert werden, andere stammen noch aus dem letzten Jahrhundert! Fest steht aber, dass die Bories seit Jahrhunderten in derselben Art und Weise gebaut wurden. Man sammelte die herumliegenden Steine auf, bearbeitete sie ein wenig mit Hammer und Meißel und schichtete sie dann ohne Mörtel aufeinander. Der Trick bestand darin, so zu stapeln, dass kein Regen oder Schnee in die Hütte eindringen konnte. 

Wir verlassen Bories…hoffentlich kommt uns keiner entgegen!

Auf der Weiterfahrt nach Bonnieux

…nochmals ein Blick hinauf nach Gordes

Wir lieben den Film „Ein gutes Jahr“ mit Russel Crow. Als Drehort diente diesem Film das Château „La Canorgue“ bei Bonnieux. Da wir uns ganz in der Nahe befinden, möchten wir es uns mal ansehen. Ich habe zwar gelesen, dass es nicht zu besichtigen sei – und tatsächlich, es versteckt sich leider hinter Mauern und Bäumen.

Inzwischen ist es sommerlich warm, so verbringen wir einen gemütlichen Abend auf dem CP.

 

Mittwoch, 1.Mai

Da wir nicht wissen, wie die Franzosen den 1.Mai zelebrieren, wollen wir heute nicht auf die Strasse – die Geschäfte sind jedenfalls geschlossen.

Bei diesem Bilderbuchwetter ist Wandern angesagt und zwar in den Alpilles, die ja direkt hinter Saint Rémy ansteigen. Wir fahren bis zum ca. 5 km entfernten Parkplatz „Caume“.

Von hier aus führen unterschiedlich lange Wanderwege in alle Richtungen. Wir wählen anfangs den „Botanischen Weg“ – auf Tafeln erfährt man die Namen der Pflanzen/Bäume am Wegrand.

Wir dehnen die Wanderung dann aber aus, in dem wir zuerst in Richtung Caume-Plateau gehen.

Unten in der Ebene sieht man Saint Rémy

dies ist der Ausblick in Richtung Süden

Hier zweigen wir zu den „Deux Trous“ ab. Wir wagen es zwar nicht ganz bis zum gigantischen Fels mit den beiden Löchern, das Risiko scheint uns alten Leutchen dann doch etwas zu gross.

hier sieht man im Fels unten links die beiden Löcher

Die Vegetation ist wunderschön und sowas von abwechslungsreich.

…ebenfalls die Aussicht, nur ist die Weitsicht heute sehr getrübt, sonst könnte man von hier aus bis nach Avignon sehen…oder zum Mont Ventoux, der hier hinten rechts ganz schwach zu sehen ist.

Zurück auf dem CP geniessen wir diesen Sommer-Nachmittag (25°) noch, denn für morgen ist ein Wetterwechsel mit Regen angesagt. Liegestuhl, Sonnenbrille und mein Buch sind nun gefragt.

…dabei lässt sich diese wunderschöne Libelle neben uns nieder

 

Donnerstag, 2 Mai

Ruedi wünscht sich einen Ausflug zum Pont du Gard, vor allem möchte er das dortige Museum wiedermal besuchen. Da das Wetter heute etwas aprilmässig daherkommt, mal ein paar Regentropfen, mal Sonnenschein, ist das eine gute Idee.

Schon die Fahrt bietet einiges:

das Überqueren der Rhone bei Tarascon

die vielen Mohnfelder

…und zur Abwechslung mal Gemüse, oft auch Spargel

Der Pont du Gard ist ein römischer Aquädukt. Die Brücke ist von beeindruckender Höhe und stellt einen der am besten erhaltenen Wasserkanäle aus der Römerzeit dar. Der Pont du Gard zählt zu den wichtigsten erhalten gebliebenen Brückenbauwerken der antiken römischen Welt und ist eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Südfrankreichs.

Das Museum ist riesig, zwar etwas düster – aber sehr informativ

unterwegs zur Brücke

Der Fluss Gard – heute meist Gardon genannt

Auf der Rückfahrt legen wir einen Halt in Remoulins ein

…einem kleinen, alten und etwas verschlafenen Städtchen…ausser der zwei Katzen ist kein Lebewesen anzutreffen

Die alte Kirche Notre Dame de Bethléem

Ein erholsamer Spaziergang dem Fluss Gardon entlang

Wenn wir wieder durch lange Alleen fahren, wissen wir, dass wir nach Saint Rémy kommen.

Inzwischen ist es wieder sommerlich warm.

 

Freitag, 3.Mai

Wie meistens fahren wir auch heute etwa um 9 Uhr los – und zwar besuchen wir das ca. 25 km entfernte Avignon.

Das Auto lassen wir auf dem grossen, zwar etwas engen Parkplatz. direkt vor den Toren der Altstadt.

Das Monument des Comtat, steht direkt beim Parkplatz.

Nur ein paar Schritte entfernt befindet sich der berühmte „Pont d’Avignon“.

Die Brücke von Avignon (Saint-Bénézet) ist ein wichtiger Zeuge der Geschichte der Stadt Avignon und der Rhone. Ihr Bau begann im 12. Jh. Sie wurde durch Kriege und Hochwasser mehrmals beschädigt und wieder aufgerichtet, aber im 17. Jh. dann endgültig aufgeben.

Vorbei am „Palais des Papes“, an der Kathedrale „Notre Dame des Doms d’Avignon“ aus dem 12 Jh. und dem „Musée du Petit Palais“…

…steigen wir hinauf auf den „Rocher des Doms“.

Der Aufstieg lohnt sich auf alle Fälle, es ist eine wunderschöne, gepflegte Anlage

Und es wird uns eine einmalige Aussicht geboten…

hinunter zur Rhone

zum Pont d’Avignon

hinüber zum Fort Saint-André

und über Avignon

Bei einem Kaffee am Teich sind wir umgeben von allerlei gefiederten Gästen.

beim Abstieg hat man diese Sicht auf den Place du Palais

Nun bummeln wir noch durch die weitläufige Fussgängerzone

die Kirche Saint-Agricol

 

Samstag, 4.Mai

Während Ruedi wie jeden Samstagmorgen am Funken ist, suche ich nach Ideen für den heutigen Ausflug.

Mein erster Vorschlag ist, die „Moulin du Calanquet“, eine Ölmühle, etwas ausserhalb von Saint Rémy zu besuchen.

Schon der wunderschöne Garten ist sehenswert.

In der modernen Ölmühle erzählt uns der Besitzer vieles über Olivenbäume, Oliven und der Verarbeitung – von der Ernte bis zum fertigen Öl.

Nebst der ganzen Produktions-Ablaufes, erfahren wir auch dass hier seit fünf Generationen Olivenöl hergestellt wird. Das Gut besitzt 20’000 Olivenbäume, dabei fünf verschiedene Olivensorten, somit stehen auch fünf verschiedene Olivenöle zum Verkauf.

Wir dürfen all diese Öle – und noch vieles mehr – degustieren, so auch diverse Olivenpasten (tapenades), eingelegte Oliven, aber auch Honig und Konfitüren.

Nun tätige ich noch einen Grosseinkauf im Shop.

Es war ein wirklich lohnenswerter Besuch.

Mein zweiter Vorschlag ist der Besuch des „Château Estoublon“ in Fontvieille …auch nur 15 km von Saint Rémy entfernt

unterwegs durch „les Alpilles“…

mit Blick auf  das Felsendorf „Les Baux“

Was für ein netter Empfang 🙂  (Besitzerin ist Valérie Reboul-Schneider, eine Schweizerin, daher die Schweizer-Flagge)

schon die Einfahrt ist beeindruckend.

Eine wunderschöne Anlage lädt zum Flanieren ein.

der Shop

Bei einem leichten Mittagessen geniessen wir die Sonne und die Ruhe.

auf der Rückfahrt

 

Sonntag, 5.Mai

Der Mistral hat wieder eingesetzt und bläst mit aller Kraft – richtig beängstigend. Ein Campernachbar sagt uns, es seien Windböen bis 110 km/h dabei.

So verbringen wir den Tag – mehr oder weniger – im immer wieder bedenklich schwankenden Wohnwagen…ich am Computer, Ruedi am Funk.

Zwar scheint die Sonne vom fast wolkenlosen Himmel. Eigentlich hatten wir vor, den Bambusgarten in Eyragues zu besuchen, der im Mai nur samstags und sonntags geöffnet ist, aber der Wind hält uns sogar davon ab, obwohl wir recht wetterfest und sturmerprobt sind.

Am Abend gehen wir allerdings noch ins Städtchen zum Essen. Trotz schönstem Wetter sind an diesem frühen Sonntagabend  die Gassen und Strassen praktisch leer.

Es sieht aus wie „Herbst in Grün“, so hat der Mistral gewütet.

Wir finden ein nettes Restaurant, wo man bereits um 18:30 Uhr etwas zu Essen bekommt.

Mir gefallen die Hängepflanzen.

 

Montag, 6.Mai

Der Wind bläst immer noch, dafür ist der Himmel wolkenlos.

Da bei unserem Besuch der Mühle von Daudet trübes Wetter herrschte, wollen wir uns dies nun noch bei Sonnenschein ansehen.

Wir fahren nach Fontevieille – aber nicht ohne in Maussane noch einen Halt einzulegen.

Die Mühle sieht doch heute viel freundlicher aus, als beim letzten Besuch.

Ebenfalls in Fontvieille befindet sich das Château Montauban, welches sich allerdings sehr verschlossen zeigt.

Unser nächstes Ziel ist das „Aqueduc Romain“, welches einst das Wasser zu den  berühmten  Mühlen von Barbegal brachte.

…unterwegs

 Die Mühlen von Barbegal sind die Ruine einer römischen Wassermühle mit 16 Mahlwerken und eine archäologische Fundstelle . Die Anlage wurde im 2. Jahrhundert n. Chr. errichtet.
Die Anlage befindet sich 2,5 Kilometer südöstlich von Fontvieille, in der Nähe der südfranzösischen Stadt Arles, an einem natürlichen Abhang der Alpillen mit einem ca. 30%igen Gefälle. Das Gefälle des den Hang hinunter fließenden Wassers wurde genutzt, um die Mühlen zu betreiben. Eine zweite Rinne versorgte die Stadt Arles mit Wasser.

Hier am Ende des Aquäduktes sind noch die Überreste der Mühlen zu sehen

Eigentlich möchten wir noch die Abtei Montmajour besuchen, aber wir haben ein technisches Problem am Auto, wir können eine der hinteren Türen nicht abschliessen – und das Auto wollen wir nicht offen stehen lassen. So verzichten wir auf diesen Besuch – nur halb so schlimm – waren wir doch vor ein paar Jahren schon mal hier.

…auf der Rückfahrt – immer wieder weite Rebgebiete

…hier wird aber auch Reis angebaut

Zurück auf dem CP erhalte ich eine E-Mail von meiner Schwiegertochter, dass sie, unser Sohn und die beiden Enkelkinder übers Wochenende auf dem CP Campofelice im Tessin sein werden.

Ruedi und ich sind uns rasch einig, da fahren wir auch hin …es ist eh ein günstiger Zeitpunkt zum Reisen, denn morgen soll sich der Mistral mal für einen halben Tag ruhig verhalten – was zum Fahren mit dem Wohnwagen von Vorteil ist.

Also heisst es zusammenpacken…

 

Dienstag, 7.Mai

Unglaublich, gestern noch stürmischer Mistral, heute kein Lüftchen mehr.

Um ca. halb 9 Uhr verlassen wir Saint Rémy …

ein letzter Blick auf „Les Alpilles“

Wir fahren über Cavaillon, Orange, Valence und Morans nach Aix les Bains in Savoyen.

Das Wetter ist super, vor allem kein Wind und der Verkehr hält sich in Grenzen. Ab Valence sind vor allem keine LKWs mehr unterwegs, die sind alle nach Lion abgebogen.

Im Tal der Isère ist die Autobahn gesäumt von kilometerlangen Nussbaum-Plantagen.

Unterwegs legen wir einen Znünihalt und einen Tankstellen-Halt ein

…und erreichen so bereits um 13:30 Uhr  den CP „du Sierroz“ in Aix les Bains.

Wir bleiben nur für eine Nacht – somit gönnen wir uns einen Ruhenachmittag, bevor wir morgen ins Tessin weiterziehen.

Abendessen gibt’s heute in der und bestens bekannten Pizzeria am Hafen von Aix les Bains.

…unterwegs zum Hafen – die schneebedeckten Savoyer-Alpen

 

Mittwoch, 8.Mai

Es regnet…und zwar auf der ganzen 550 km langen Fahrt nach Tenero im Tessin.

einzig die blühenden Rapsfelder bringen etwas Farbe in den grauen Tag

Ein bisschen befremdend, Fahrräder in der Autobahn-Rastätte „Rose de la Broye“

Im Urner Reusstal tobt ein Föhnsturm, der von Ruedi volle Konzentration fordert, um den Wohnwagen auf der Fahrspur zu halten – mir ist schon ziemlich mulmig und bin froh, als wir endlich in den Gotthardtunnel einfahren können.

Im Süden sieht es wettermässig auch nicht besser aus.

Um 16 Uhr erreichen wir den CP Campofelice in Tenero.

Nach dieser langen Fahrt belohnen wir uns – vor allem Ruedi – mit einem feinen Essen im Restaurant.

Ich will mich nicht mit fremden Federn schmücken, diese beiden Fotos hat Ruedi geschossen.

 

Donnerstag, 9.Mai

Was für eine Überraschung – die Sonne scheint…

Nach der gestrigen langen Autofahrt, bleiben wir heute auf dem CP.

…und geniessen vor allem den schönen Abend

Gambarogno

die Verzasca

Sonnenuntergang am Lago Maggiore

 

Freitag, 10.Mai

Da morgen unser Sohn mit seiner Familie ankommt, will ich hier den Reisebericht abschliessen.

Wir haben einmal mehr viel erlebt und viel Interessantes  gesehen – das Wetter war auch ganz akzeptabel – abgesehen vom Mistral – und wir sind dankbar, auch diesmal gesund und pannenfrei heim zu kommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2 Gedanken zu „12 Tage Saintes-Maries-de-la-Mer (Camargue), 14 Tage Saint-Rémy (Provence) April 2019“

  1. Guten Tag Frau Moser
    Im Zusammenhang mit der Planung unserer Reise durch Spanien und Portugal im Frühling 2017 sind wir auf Ihre Website gestossen. Aufgrund Ihrer ausführlichen und interessanten Berichterstattung, schönen Fotos und Tipps haben wir verschiedene Ihrer Reiseziele ebenfalls für unsere Rundreise ausgewählt. Seither schaue ich ab und zu auf Ihre Website, um zu erfahren, wo Sie aktuell unterwegs sind und freue mich jeweils darauf, das Neuste zu lesen. Ihr Bericht und die schönen Fotos von der Camargue und Provence sind einmal mehr super.
    Da wir in den nächsten Wochen eine Reise in die neuen deutschen Bundesländer vorhaben, hat mir Ihr diesbezüglicher Reisebericht vom April/Mai 2013 ebenfalls einige gute Ideen geliefert.
    Wir, mein Lebenspartner Hans, seit 4 Jahren pensioniert, und ich, seit letzten Sommer vorzeitig pensioniert, damit wir unabhängig sind, reisen ebenfalls sehr gerne. Wir sind mit unserem VW California T5 unterwegs. In den vergangenen 7 Jahren waren wir dreimal im Norden (einmal Finnland und zweimal Schweden/Norwegen), wie erwähnt in Spanien und Portugal, im Tirol und Südtirol, Normandie und Bretagne, Schwarzwald, Elsass, Korsika, Elba, dreimal in Südfrankreich und natürlich in der Schweiz. Da wir zudem unsere „grossen“ Ferien ebenfalls in den USA verbringen, habe ich selbstverständlich auch mit Interesse Ihren spannenden Bericht über Ihre letzte Reise im 2010 gelesen!
    Ich danke Ihnen für die guten Berichte, wünsche Ihnen alles Gute und weiterhin viele schöne Reisen.
    Freundliche Grüsse
    Susanne Rickli

    1. Ui nei, jetzt haben sie den Reisebericht bereits entdeckt – bevor ich ihn überarbeitet habe 🙂 🙂
      …herzlichen Dank Susanne für ihren netten Kommentar.
      Ja, da habt ihr auch schon viele tolle Reisen hinter euch.
      Mit dem Camper war unser Reise-Radius auch etwas grösser – da zogen wir ja immer nach ein paar Tagen wieder weiter. Jetzt sind wir etwas älter und ruhiger geworden 🙂 . Mit dem Wohnwagen ist es ein ganz anderes Reisekonzept – wir fahren an einen „strategisch“ günstigen Ort und erkunden die Umgebung von dort aus mit dem PW. Mit dem Camper war doch hie und da ein Ausflugsziel nicht zu erreichen, sei es, weil die Strassen zu eng waren oder es keine Camperparkplätze gab.
      Ich wünsche ihnen und ihrem Partner noch viele interessante Reisen und allzeit gute Fahrt!
      Mit lieben Grüssen
      Brigitte Moser (bis übermorgen noch im Tessin)

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