19 Tage Burgund (Autun), 9 Tage Camargue (Saintes-Maries-de-la-Mer)

Ja, jetzt mussten wir lange auf unseren nächsten Campingurlaub warten – aber  heute am Sonntag den 8.September geht’s los.

Bei nass-trübem Wetter starten wir kurz vor 6 Uhr in Weinfelden, Kt.Thurgau, Schweiz, in Richtung Burgund.

Geplant sind 4 Wochen auf dem Campingplatz „La Porte d’Arroux“ bei Autun, am südöstlichen Rande des Naturparks „Morvan“.

Wir wählen die Route über Zürich, Basel, Besançon, Dole, Beaune. Die Distanz Weinfelden (CH) – Autun (F) beträgt 457 km, davon 384 km auf Autobahnen.

Wir starten frühmorgens bei Regen…

…doch unterwegs bessert sich das Wetter zusehends.

Beim Grenzübergang Saint Louis-Basel verlassen wir die Schweiz.

Wie meistens wählen wir die Sonntage für unsere Reisen, ohne LKWs ist die Fahrt mit dem Wohnwagen viel angenehmer.

Unsere ersten Eindrücke vom Burgund

weite Rebgebiete

…unter anderem durchfahren wir das kleine Winzerstädtchen Pommard, bekannt durch seinen feinen Pinot noir.

Unterwegs legen wir zweimal eine Pause ein, einmal davon mit dem Picknick und einem „Powernap“ und erreichen so den CP „La Porte d’Arroux“ in Autun pünktlich um 14 Uhr.

Der CP öffnet nachmittags die Schranke um 14 Uhr, die Rezeption aber erst um 15 Uhr. So darf man sich einen Platz aussuchen und sich bereits installieren und dann später anmelden. Es sind nur grad noch drei von den durch Hecken abgetrennten Plätzen frei!!

Die Stellplätze sind recht gross, unserer misst ca 150 m², so finden wir gut Platz für den Wohnwagen, das Vorzelt und das Auto.

Wir richten uns schon mal wohnlich ein und geniessen danach einen Ruhenachmittag.

 

Montag, 9.September

Noch liegt am frühen Morgen Nebel über dem Land, aber man sieht bereits, dass sich die Sonne durch den Nebel kämpft.

Nach der langen Autofahrt von gestern, bleiben wir heute in der näheren Umgebung  – wir besuchen Autun. Die Stadt (Stadtrand) ist zwar nur 1 km vom CP entfernt, wir nehmen trotzdem das Auto, denn wir sollten noch einen grösseren Einkauf tätigen.

Autun ist eine Stadt mit 13’532 Einwohnern und liegt am Fluss Arroux.

Autun liegt in einer ausgedehnten Wald- und Wiesenlandschaft und ist wie kaum eine andere Stadt reich an Kunst und Historie. Ihre gallo-römischen Ursprünge und die mächtigen romanischen Bauwerke verleihen dem „Tor zum Morvan“ das verführerische Antlitz einer zeitlosen Stadt.

(Wie immer sind alle kursiv geschriebenen Texte aus dem Internet).

Auf dem Weg vom CP in die Stadt durchquert man jedesmal die Porte d’Arroux, das einstige Stadttor der römischen Stadt Augustodunum aus dem 3.Jh.

Wir fahren zum Plan d’Eau du Vallon, einem künstlichen See am Stadtrand von Autun. Beim Parkplatz direkt am See lassen wir das Auto und spazieren auf dem schön angelegten Wanderweg rund um den See.

der Blick zur Altstadt

sogar für Lesestoff ist gesorgt

wunderschöne Spiegelungen

am Wegrand ein wunderbar duftendes Lavendelfeld

Nur ein paar Schritte vom Plan d’Eau du Vallon entfernt, liegt unser nächstes Ziel, das Römische Theater.

Das Römische Theater von Autun war mit einem Durchmesser von 149 Metern eines der größten römischen Bühnentheater im Westen des Römischen Reiches. Das Theater bot Platz für ca. 15.000 Besucher. Kaiser Augustus gründete Augustodunum um 10 v. Chr. an der Fernhandelsstraße Via Agrippa und dem Fluss Arroux. 

das Wächterhaus des Théâtre Romain

Durch die engen Gassen der Altstadt fahren wir nun zur Kathedrale Saint-Lazare.

…ein wirklich sehenswertes Bauwerk im Stil der Romantik.

Bereits für das späte 2. Jahrhundert ist eine christliche Gemeinde in der Stadt belegt. Erste urkundliche Erwähnungen einer Kathedrale datieren in die Mitte des 9. Jahrhunderts. Der heutige Bau wurde um 1120 begonnen. Es handelt sich dabei um eine dem heiligen Lazarus geweihte, dreischiffige Basilika mit reichem Fassadenschmuck, die den höchsten Platz der Oberstadt von Autun beansprucht. 

Direkt vor der Kathedrale steht der Renaissancebrunnen Fontaine Saint-Lazare.

Hungrig geworden, setzen wir uns in ein Gartenrestaurant direkt bei der Kathedrale und stärken uns mit einer feinen mit Pilzen gefüllten Crêpe.

Nun  noch ein kurzer Spaziergang durch die Fussgängerzone,

…zur überdachten Passage – wirklich sehenswert, auch wenn momentan nicht grad Hochbetrieb herrscht – wir sind nämlich ganz alleine, denn die Shops in der Passage sind geschlossen.

das Lycée Bonaparte

Hier fahren wir der alten Stadtmauer entlang

…mit dem achteckigen Turm „Tour des Ursulines“, erbaut im 12.Jh. – heute Eigentum des in Frankreich ansässigen japanischen Kunstmalers und Restaurators Hisao Takahashi, der darin das franko-japanische Kulturzentrum Centre international de la Tour des Ursulines eingerichtet hat.

Noch der geplante Einkauf und dann geht es zurück auf den CP.

 

Dienstag 10.September

Was für eine Freude, ein wolkenloser Morgen begrüsst uns. Nach einem gemütlichen Frühstück fahren wir zum ca. 14 km nordöstlich von Autun gelegenen Château de Sully.

Hier überqueren wir das Flüsschen Arroux

…einen kurzen Halt legen wir bei der Porte Saint André ein, auch eines der vier einstigen Stadttore von Autun…

– nicht zu verwechseln mit der Porte d’Arroux, bei welcher die Durchfahrt mit dem Auto möglich ist.

unterwegs nach Sully

Schloss Sully

im Innenhof

Das Schloss kann nur geführt besichtigt werden – so nehmen wir an der interessanten, knapp einstündigen Führung teil. Es darf im Innern aber nicht fotografiert werden.

Ab Mitte des 16. Jahrhunderts auf den Fundamenten einer mittelalterlichen Vorgängeranlage erbaut, ist es das größte Renaissanceschloss des Südburgunds.

Ein Teil des Schlosses wird heute als Wohnsitz der Familie Mac-Mahon genutzt, der andere Teil dient als Schlossmuseum, das zwischen März und November im Rahmen von Führungen entgeltlich besichtigt werden kann. Zu sehen ist seine prunkvolle Inneneinrichtung und Möbel im Stil des 18. und 19. Jahrhunderts. Im gleichen Zeitraum stehen auch der Park und Garten für Besucher offen. 

Aber auch der Garten und die Parkanlage sind sehenswert.

Ziemlich planlos fahren wir nun weiter in Richtung Nolay, in der Hoffnung dort in einem netten Beizli etwas Kleines essen zu können.

das Rathaus von Nolay

Der Ort, selbst im Zentrum, scheint wie ausgestorben. Im einzigen Restaurant das offen ist, sagt man uns, dass sie nur Gäste mit einer Reservierung bedienen können.

Sehenswert ist allerdings die im 14.Jh. errichtete Markthalle.

…man beachte dieses schwere Steindach

Die Markthalle von Nolay ist ein großer rechteckiger, aus Kastanienholz errichteter Bau. Die hölzernen Pfosten stehen auf hohen steinernen Sockeln. Auf einem Balken ist die Jahreszahl 1388 eingeschnitzt. Die Halle wird von Kalksteinplatten mit einem Gewicht von bis zu 800 Kilo pro Quadratmeter gedeckt.

Weiter geht nun die Fahrt ins nicht weit entfernte Epinac.

…in Sachen Restaurant haben wir auch hier kein Glück

….wenigstens die Kirche ist sehenswert

Auf der Weiterfahrt essen wir auf dieser romantischen Bank mit schöner Aussicht ein paar Crackers aus dem Rucksack – man ist ja mit wenig zufrieden 🙂

Nun geht es zurück nach Autun

…immer wieder karge Weiden und bleiche Kühe. Es herrscht eine grosse Trockenheit.

Zurück auf dem CP lassen wir bei einem gemütlichen Raclette den Tag ausklingen.

 

Mittwoch, 11.September

Nach dem Frühstück hat Ruedi Funkkontakt mit seinen Funkerkollegen in der Schweiz, daher sind wir heute etwas später unterwegs.

…und da der heutige Morgen wettermässig nicht ganz so super ist, wie es die Prognose vorhersagte, beschliessen wir in Autun zu bleiben und uns hier weitere Sehenswürdigkeiten anzusehen.

Der Temple Janus ist vom CP aus in 15 Gehminuten zu erreichen, ein schöner Vormittags-Spaziergang.

Der Turm wurde als Tempel wahrscheinlich in der Anfangszeit Autuns (Augustodunum) im 1. Jahrhundert errichtet und einer heute unbekannten Gottheit geweiht. Möglicherweise handelte es sich um einen Mars-Tempel,

Zum nächsten Ziel der Pyramide von Couhard nehmen wir allerdings das Auto.

Leider keine Fotos – es war keine Speicherkarte in der Kamera 🙁

Von hier aus führt uns eine ziemlich steile Strasse durch einen dichten Wald hinauf zu unserem nächsten Ziel, dem Croix de la Libération…und die Fahrt hat sich gelohnt, denn hier oben wird uns eine einmalige Aussicht über Autun geboten.

In dieser Gegend wachsen sehr viele Edelkastanienbäume

Auf dem Rückweg zum CP fahren wir in Autun zufällig beim Place du Champ de Mars vorbei.

das Rathaus von Autun

…und gleich daneben das Théâtre Municipal

Hier finden wir zu unserer Freude freie Parkplätze und nette Restaurants.

Bei einem wunderbaren „Salade du Chef“ geniessen wir die Sonne, die inzwischen vom fast wolkenlosen Himmel scheint.

…dieser hübsche Falter schaut uns beim Essen zu

Zurück beim CP spaziere ich mal bewaffnet mit meiner Kamera durch den CP.

Dies der Blick von unserem Platz aus – dieser Bereich ist allerdings durch einen Zaun getrennt und nur von der Rezeption her zugänglich.

Einige der Plätze, so auch unserer, sind durch Hecken getrennt.

…hier rot eingekreist unser Platz

Der „blaue“ Badebereich ist momentan trocken und es wird daran gearbeitet.

der nicht parzellierte Platz

…dies die Rezeption und das Restaurant, welches allerdings nur während der Hauptsaison geöffnet ist.

…eines der zwei Sanitärgebäude

Der CP hat sich inzwischen mehr als zur Hälfte geleert.

 

Donnerstag, 12.September

Was für ein Morgen, kein Wölkli am Himmel!

…das richtige Wetter um mal einen Teil des Naturparkes Morvan zu erkunden.

Unser erstes Ziel ist das Musée de Bibracte.

Hier sieht man wieder die grosse Trockenheit

Das Museum liegt am Fuße des Berges Beuvray, wo sich der antike Ort Bibracte, die Hauptstadt der Haeduer, einem gallischen Volk, befindet (vom Ende des zweiten Jahrhunderts v. Chr. bis zum Ende des ersten Jahrhunderts v. Chr.)  Es zeigt aktuelle archäologischer Funde sowie die Zivilisation der Kelten insgesamt.

Wir besuchen allerdings nur das Museum, denn in der Nebensaison fährt der Shuttlebus nicht, der die Besucher zu den Ausgrabungsstätten hinauf bringt…und uns ist heute nicht gerade nach Wandern.

Durch meist dichte Wälder, mit selten mal einem Weiler dazwischen, fahren wir nun zum höchsten Punkt des Burgunds und zwar auf den Mont Haut Folin (901m).

Auf dem Gipfel steht allerdings nur die Fernsehstation, so geben wir uns mit dem Col du Haut Folin zufrieden.

Von hier aus geht es stetig bergab

…denn unser nächstes Ziel ist die Hauptstadt des Morvan, Château-Chinon (nicht zu verwechseln mit dem Schloss Château-Chinon). Hier finden wir ein echt französisches Bistro, wo wir uns einen Imbiss gönnen.

Unweit von hier liegt der Lac de Pannecière, so entscheiden wir uns für einen Besuch dieses, mit einer Oberfläche von 5,2 km², grössten Stausees des Burgunds.

…unterwegs immer wieder eine grandiose Weitsicht

Laut GPS befinden wir uns am See,

aber oje, infolge der grossen Trockenheit sieht es in Wirklichkeit so aus…

…immerhin treffen wir hier erstmals auf etwas Grün.

Wir versuchen es nun mit dem nicht weit entfernt gelegenen Lac des Suttons, ob wir da irgendwo ans Wasser kommen –

und siehe da…

Wir unternehmen einen kurzen aber wirklich schönen Spaziergang dem See entlang und spazieren danach über die Staumauer.

Zusammenfassend muss ich sagen, wir sind beeindruckt von der Grösse der Wälder des Morvan, wovon wir ja erst einen kleinen Teil gesehen haben. Die sanft-hügelige Landschaft ist sehr abwechslungsreich, weite Wälder mit zwischendurch kleinen Weilern und einsamen abgelegenen Bauernhöfen, aber auch grossen Weiden mit grasenden Kühen – auch wenn man sich fragen muss, was die lieben Tiere bei dieser Dürre noch zu Fressen finden.

 

Freitag, 13.September

Und nochmals ist uns ein wolkenloser Morgen beschert.

Heute möchten wir das Château Verrerie im ca. 20 km entfernten Le Creusot besuchen.

Ich bin ja so fasziniert von dieser Landschaft.

Unsere Route führt uns an diesen netten, kleinen See mit einem weiten Sandstrand (ich konnte den Namen des Sees leider nicht finden).

In Le Creusot finden wir einen Parkplatz gleich beim Schloss.

Dies ist die zum Schloss gehörende Kirche.

Das Château Verrerie, errichtet 1787, um die Kristallfabrik von Königin Marie Antoinette unterzubringen, wurde 1837 zur Residenz von Mr. Schneider, einem Eisenmeister.

eine der beiden Glashütten im Schlosspark

Im Schloss finden wir, unter anderem mit einem Video, sehr interessante Infos zur einstigen Herstellung von Kristallglas.

Als die Konkurrenz zu gross wurde, schloss man die Glasherstellung. Marie Antoinette verkaufte das Schloss an die Gebrüder Schneider (Stahl- und Eisenbarone), die danach über 100 Jahre im Schloss wohnten.

im Pavillon de l’Industrie

Die animierte Industrieanlage – eine riesige Maschinerie. Für 2 Euro kann man sie in Betrieb setzen…

…dann bewegt sich jede dieser Figuren.

Da wir um 12 Uhr (geführt) das kleine Theater, welches sich in einem der einstigen Brennöfen befindet, besichtigen dürfen, nutzen wir die Zeit bis dahin für einen Spaziergang im Schlosspark.

das kleine Theater

die Decke, die eine Kuppel vortäuscht

Madam Schneiders Logenplatz

Ruedi interessiert sich für das „Elektrische“, an diesem Tableau wurde Licht, Ton, Beleuchtungsfarbe, Lüftung und sonstiges fürs Theater gesteuert.

Das ganze Schloss ist durch unterirdische Gänge verbunden. Da Monsieur Schneider seine Bediensteten nie sehen wollte, mussten sie sich hier im Untergrund aufhalten. Auf den im Boden eingelassenen Schienen wurde das Material auf Wägelchen herumgeschoben.

Vor dem Schloss steht das Monument der Schneiders.

Wir verlassen nun Le Creusot

…da wir schon in der Gegend sind, möchten wir uns noch die Rochers du Carnaval ansehen – wir wissen zwar nicht, ob es sich lohnt – wir werden ja sehen.

unterwegs – eine abwechslungsreiche Fahrt

Bei den Rochers du Carnaval steht ein grosszügiger Parkplatz zur Verfügung. Von hier aus sind es nur ein paar Schritte zu den gigantischen Steinen.

Die Rochers du Carnaval sind das Ergebnis von Erosion, wodurch Granitstücke erodiert werden. Die Felsen scheinen zufällig auf dem Gipfel von Uchon heruntergeworfen worden zu sein. Sie haben ansprechende Namen wie das Mammut und die Nase des Hundes. 

Nicht nur die Steine sind imposant, auch die Aussicht übers Land ist grandios.

Unweit der Rochers finden wir, ziemlich abgelegen, diese nette Auberge, wo wir uns etwas Süsses gönnen.

Leider ist die direkte Strasse nach Autun gesperrt und wir müssen einen 20 km lange Umleitung fahren. Nur halb so schlimm, die Strecke auf den schmalen Nebenstrassen ist abwechslungsreich, manchmal fast ein bisschen abenteuerlich.

Auf dem Rückweg zum CP tätigen wir noch den Wochenendeinkauf im Intermarché.

 

Samstag, 14.September

Ein Ziel welches auf unserer To-Do-Liste steht ist der Wasserfall Cascade de Briscou. Etwas ausserhalb von Autun befindet sich der kleine Ort Couhard, wo auch die Pyramide steht, welche ich nun diesesmal doch noch fotografieren möchte – denn heute steckt die Speicherkarte in meiner Kamera 🙂

Diese Pyramide war einst ein Mausoleum, welches bis zum 16.Jh. mit weissem Marmor verkleidet war.

Von hier aus wird uns eine schöne Aussicht über Autun geboten.

Ab hier führt ein wunderschöner, romantischer Spazierweg zum Wasserfall.

Wir vermuten allerdings, dass der Wasserfall bei der momentanen Trockenheit kaum Wasser haben wird – und so ist es auch. Wir spazieren nämlich frisch fröhlich daran vorbei – und erst als wir ortskundige Wanderer fragen, zeigen sie uns, wo der Wasserfall wäre, wenn es Wasser hätte.

Trotzdem lohnt sich dieser Spaziergang durch einen fast märchenhaften Wald voller moosiger Steine, zwischen diesen ein kleiner Bach gurgelt. Sonst herrscht hier totale Ruhe, ein schon fast mystischer Ort.

bei diesem Fels darf geklettert werden

Auf dieser Wanderung kommen bei mir Erinnerungen an das Vallée Traouiero in der Bretagne auf.

Wir geniessen eine gut einstündige Wanderung.

Auf einer Karte hat Ruedi unweit oberhalb dieses Waldes kleine Seen gesehen – so fahren wir mal in diese Richtung – finden aber nur diesen kleinen Stausee, der allerdings nicht zugänglich ist.

Auf der Fahrt zurück zum CP gönnen wir uns heute noch einen Burger bei McDonalds.

Zurück in Autun

Den restlichen Nachmittag verbringen wir im Schatten beim Wohnwagen, es ist sommerlich heiss.

 

Sonntag, 15.September

Burgund steht ja für gute Weine – da wollen wir doch heute mal sehen, wo dieser Rebensaft wächst.

Auf dem Weg nach Osten wollen wir zuerst aber das Château de Couches besuchen, da es an unserer Route liegt.

Da das Schloss seine Tore erst um 10 Uhr öffnet, fahren wir vorher noch ins 7 km entfernte Saint-Léger-sur-Dheune, ein Städtchen welches am Schifffahrtskanal Canal Centre liegt.

Der Kanal verfügt über 61 Schleusen, 35 davon überwinden die Höhendifferenz von 126 Metern zur Saône, 26 Schleusen werden für den 75 Meter hohen Abstieg zur Loire benötigt. Die letzte Schleuse vor der Einmündung in die Saône (Crissey) ist mit einer Hubhöhe von 10,5 Metern einer der höchsten ihrer Art.

Wir spazieren dem Kanal entlang und überqueren ihn über diese Brücke.

Inzwischen ist es Zeit geworden, das Schloss in Couches zu besuchen.

Bei diesem Schloss handelt es sich um eine alte Burg der Herzöge von Burgund, deren Ursprünge bis ins 12. Jh. zurück reichen. Das Schloss wurde im Laufe der Jahrhunderte vielfach umgebaut, aber sein Verteidigungscharakter blieb stets erhalten.

Da es heute Sonntag möglich ist zum Eintritt ein Picknick zu buchen, entscheiden wir uns dafür. Wir wissen zwar nicht so ganz was uns da erwartet… wir werden ja sehen 🙂

Das Haupthaus kann nicht besichtigt werden, es ist in privaten Händen.

Buntglasierte Dachziegel gehören zu Burgund wie sein Wein.  Dachdeckungen aus bunt glasierten, zu Mustern angeordneten Flachziegeln gehören zu den Besonderheiten der traditionellen Baukunst Burgunds.
Aufwendige bunte Dächer waren Statussymbole und spiegelten den Reichtum der Besitzer wider.

Die gotische Kapelle ist sehenswert (erbaut 1460), im Innern darf allerdings nicht fotografiert werden.

…ebenso der quadratische Turm aus dem 12.Jh., dem im 15. Jh. der sechseckige Turm mit einer Wendeltreppe im Innern, angebaut wurde.

In den unterirdischen Gängen könnte man sich fast verlieren.

Das heutige Restaurant

Das sogenannte „Fantastic Picnic“, welches wir gebucht haben, würde am Nachmittag noch Unterhaltung in Form von einem musizierenden Troubadour, einem Zauberer und Bedienstete in traditionellen Kleidern beinhalten. Da wir aber bereits um 11 Uhr hier sind, begnügen wir uns mit dem Essen an einem der Picknick-Tische im Schlossgarten. Es schmeckt wunderbar und es ist wirklich ein besonderes Ambiente.

Jetzt wollen wir aber doch mal noch sehen, wo der Burgunderwein herkommt.

Unterwegs zeigt ein Wegweiser zu einem Aussichtspunkt…auf schmalen Nebenstrassen machen wir uns auf die Suche – werden aber nicht fündig.

Bei dieser Kirche fragen wir eine ältere Dame nach diesem Aussichtspunkt. Sie kennt nichts dergleichen – sie findet aber: was sucht ihr einen Aussichtspunkt, schaut euch doch um, es gibt überall Schönes zu sehen 🙂 …recht hat sie!

Immerhin wird uns kurz danach dieser grossartige Weitblick geboten – aber immer noch keine Reben…

Wir fahren nun ins kleine Dorf Mercurey.

Hier werden fast ausschließlich gut lagerfähige Rotweine aus Pinot noir hergestellt. Die Appellation verfügt über etwa 30 Premiers Crus.  35 Domaines sind hier ansässig.

…und hier finden wir sie nun auch – einige der weiten Rebgebiete des Burgunds.

Ebenfalls in Mercurey befindet sich dieser kleine Teich, der zu einem Zwischenhalt einlädt.

Weiter geht nun die Fahrt nach Chagny, auch hier vorbei an riesigen Weinanbaugebieten.

Hier sieht man gut die Kalksteine die den Boden bedecken, sie speichern tagsüber die Wärme und geben sie nachts an die Reben ab.

In Chagny fand am Vormittag ein Markt statt, die Marktfahrer sind nun dabei ihre Waren und die Verkaufsstände zu verladen…die Hauptstrasse die aus dem Städtchen hinaus führen würde (Toutes Directions) ist durch Lieferwagen versperrt. Wir haben ein echtes Problem, immer wieder Einbahnstrassen und Sackgassen, nur keine führt aus der Stadt hinaus. Wie sind wir froh, als wir nach langen Herumkurven einen Ausweg finden.

Nach einem kurzen Abstecher zum Château de Rully

…geht es auf direktem Weg zurück nach Autun.

 

Montag, 16.September

Wir brauchen wiedermal etwas Bewegung, so nutzen wir die noch kühlen Morgenstunden für einen Spaziergang um den Plan d’Eau du Vallon in Autun. Einfach immer wieder schön und sowas von erholsam.

Danach fahren wir zum Place du Champ de Mars, mitten im Zentrum. Wir parkieren vor dem Rathaus…

…und staunen, wie viele freie Parkplätze es hier gibt, mitten in der Stadt, vormittags um 10 Uhr.

Von hier spazieren wir durch die Gassen hinauf zur Kathedrale.

Auch hier in diesem netten Restaurant direkt vor der Kathedrale sind wir ganz alleine.

Inzwischen hat das Thermometer die 30°-Marke bereits wieder überschritten.

Zurück beim CP gönnen wir uns eine Siesta.

Zum Abendessen grillt Ruedi ein wunderbares Rindsfilet.

 

Dienstag, 17.September

Heute steht ein Besuch der Stadt Beaune auf dem Programm.

Auf oft engen Strassen fahren wir durch weite Rebgebiete und kleine Dörfer.

Einen ersten Halt legen wir in Pommard ein, einem kleinen, netten Winzer-Ort mit einer Geschichte die bis in die Antike zurück geht.

In Beaune finden wir unweit der Kirche „Notre Dame“ einen Parkplatz.

Wenn die Tür geschlossen ist, ist der Eingang, jedenfalls aus der Nähe, gar nicht leicht zu erkennen, kein Türgriff – nichts.

Seit ich den Film „Die Säulen der Erde“ gesehen habe, sehe ich den antiken Kirchenbau mit etwas anderen, interessierteren Augen. Vor allem die Schwierigkeit solch hohe, schwere, steinerne Deckenkonstruktionen zu bauen.

Von hier aus spazieren wir zum Highlight der Stadt, dem Hôtel Dieu.

Beaune ist eine von Mauern umgebene Stadt im Zentrum des Weinanbaugebiets Burgund. Die Stadt mit ihren Kopfsteinpflasterstraßen, die von den Weingütern der Côte d’Or umgeben wird, ist für ihre jährliche Weinauktion bekannt, die im Hôtel-Dieu abgehalten wird. Dieses ehemalige Krankenhaus aus dem 15. Jahrhundert mit seinem charakteristischen Dach aus farbenfrohen, geometrisch angeordneten Ziegeln beherbergt heute das Museum Hôtel-Dieu.

Das Hospital fiel von Anfang an durch seine überaus prächtige Ausstattung auf. Bereits Kanzler Nicolas Rolin hatte sich zum Ziel gesetzt, dass das Hôtel-Dieu eines der schönsten Hospitäler in ganz Frankreich werden sollte.

Nicolas Rolin

Seine Inspirationen hatte er sich auf zahlreichen Reisen in Flandern geholt. Die dortigen Krankenhäuser wollte er weit übertreffen. Besonders auffallend sind die bunten Dächer, die aus verschiedenfarbigen glasierten Terrakottaziegeln bestehen und zahlreiche Dachluken besitzen.

das einstige Spital

die Spitalküche

die Spitalapotheke

Nach einem kleinen, aber feinen Mittagessen schlendern wir durch die Gassen dieser interessanten Stadt.

das Hôtel de Ville

Zurück nach Autun geht es wieder durch die Burgunder Rebberge.

vorbei am Château de Rochepot

Beaune ist wirklich ein Besuch wert – es gäbe da noch vieles zu sehen – so zum Beispiel hätte ich noch gerne La Moutarderie Fallot besucht (Senfproduktion nach alter Tradition und Museum). Wir werden bestimmt mal wieder kommen.

 

Mittwoch, 18.September

Wie jeden Mittwoch (und Freitag) findet heute in Autun ein Markt statt. Da wir vermuten, dass viele Marktbesucher unterwegs sein werden und wohl kaum ein freier Parkplatz zu finden sei, spazieren wir zu Fuss in die Stadt. Vom CP bis zum Place du Champ de Mars, wo der Markt stattfindet, muss man etwa ½ Stunde rechnen. Der Weg ist allerdings nicht sehr attraktiv – trotzdem hier ein paar Eindrücke:

Wir überqueren den Fluss Arroux

…und durchqueren die „Porte d’Arroux“, für einmal durch die Fussgängerpassage.

Meist stehen der Strasse entlang unschöne, alte, zusammengebaute Häuserreihen, aber hie und da entdeckt man dazwischen doch mal etwas Sehenswertes.

…ich liebe diese alten Fachwerkhäuser

Hier erreichen wir den Place du Champs de Mars

…ich sehe aber nur ein paar einsame Marktstände und unzählige freie Parkplätze…

Hier wird unter anderem auch Federvieh aller Art angeboten.

…dann aber entdecken wir die Markthalle und hier gefällt es mir dann schon besser. Wir finden frisches Gemüse, Früchte, Käse und vieles mehr aus der Region.

Auf dem Rückweg zum CP legen wir noch einen Umweg ein – zum Mr.Bricolage, einem Bau- und Hobby-Laden, um Aqua Blue fürs WC einzukaufen.

So wird der Heimweg dann doch um einiges länger.

bald geschafft

Unweit des CP stehen diese zwei imposanten Berghügel, sogenannte „Télots“, es sind Schlackenhaufen einer einstigen Ölschiefer-Raffinerie. Die Raffinerie wurde 1957 geschlossen.

…auf der linken Strassenseite, hinter den Bäumen liegt der CP.

Nach einer kurzen Siesta wollen wir am Nachmittag doch noch etwas unternehmen. Wir entscheiden uns für einen Besuch des Monastère de Bethléem – Le Val Saint-Benoît.

Das Kloster wurde um das Jahr 1200 gebaut – damals lebten Mönche des Benediktinerordens an diesem abgelegenen Ort. Das Kloster gehört zur Gemeinde Epinac, liegt aber weitab mitten im Wald. Seit 1982 leben Schwestern der Ordensgemeinschaft „Bethlehem, die Himmelfahrt der Jungfrau und des Heiligen Bruno“ hier. Sie leben vom Verkauf ihrer handwerklichen Produkte (Keramik, Kalligraphie, süssem Gebäck, Konfitüre, Honig, usw.).

Das Kloster befindet sich völlig abgelegen, mitten in einem Wald.

Ich weiss, es gibt in diesem Bericht etwas viele Kirchen zu sehen – aber mich fasziniert nun mal die Architektur dieser historischen Bauten, vor allem die steinernen Deckengewölbe.

Im kleinen Klosterladen kaufen wir zweierlei Gewürzgebäck und eine wunderbare Zitronenmarmelade.

Zurück auf der Hauptstrasse, beschliessen wir noch eine alte Kirche, die irgendwo hier in der Nähe steht zu besichtigen. Jedesmal wenn wir in diese Richtung fahren, sehen wir die Hinweistafel: Église 11.Jh. – nur heute finden wir sie nicht – das heisst, wir sind zu weit gefahren. Auf dem Rückweg aber siehe da…da steht sie ja.

Es blühen noch die letzten Rosen…

 

Donnerstag, 19.September

Wir wollen die Schönwetter-Tage noch für Ausflüge nutzen, denn ab Sonntag ist eine Regenwoche vorhergesagt. Seit gestern bläst ein starker Wind, dementsprechend sind die Temperaturen merklich gesunken, lagen sie doch bis gestern meist über der 30°-Marke.

Wir werden heute die Ausgrabungen von Bibracte am Mont Beuvray besichtigen. Als wir letzte Woche das Museum besuchten, war es uns zu weit, zu Fuss den 6,5 km langen Rundweg zu den Ausgrabungen hinauf zu wandern. Während der Hochsaison bringt ein Shuttlebus die Besucher zu den Ausgrabungsstätten. Inzwischen haben wir gelesen, dass man in der Nebensaison mit dem Auto hinauffahren darf.

Bibracte liegt 27 km von Autun entfernt. Anfangs geht es über Land…

danach durch einen wunderschönen Wald bergauf.

Bei einem ersten Halt spazieren wir zum 500 m entfernten „Pierre de la Wivre“,

…nicht wirklich imposant, aber es gibt eine Legende dazu:

Es heißt, die Wivre (halb Frau, halb Schlange) habe einen Schatz versteckt und einmal im Jahr während der Prozession am Ostersonntag den Felsen bewegt und ihr Vermögen der Sonne zugewandt. Wer es damals schaffte, Brot auf seinen Reichtum zu werfen, konnte tragen, was das Brot berührt hatte.

Die Geschichte ginge noch weiter, ich will aber niemanden langweilen.

Bibracte war eins eine befestigte Stadt, allerdings ohne Stadtrechte. Wie viele Bewohner die Stadt hatte, kann heute nicht mehr gesagt werden. Im Jahre 58 v.Chr. wurde sie von den Römern eingenommen. Dadurch hat sich vor allem die Bauweise geändert, waren bis dahin nur die Befestigungsmauern aus Stein und die Häuser aus Holz, wurde nun nach römischem Vorbild mit Stein gebaut.

Während Ruedi sich für die Ausgrabungen interessiert, erfreue ich mich mehr an der wunderschönen Natur darum herum 🙂

hier fehlen nur noch die Gnome

eine riesige Buche…

…mit ihren Bucheckern

Weiter führt der Weg hinauf zum Aussichtspunkt „La Terrasse“.

Hier wird uns eine einmalige Aussicht über das Tal des Flusses Arroux geboten.

…unweit davon steht diese historische Kapelle.

Da die Strasse eine Einbahnstrasse ist, fahren wir nun auf der anderen Seite des Hügels wieder hinunter.

…und gelangen so nach Saint-Léger-sous-Beuvray. 

Farbspiegelungen am Boden

Nun geht es zügig zurück nach Autun.

Das kleine Dorf La Grande Verrière mit seiner grossen Kirche.

Wir tätigen noch den Wochenendeinkauf beim Intermarché und geniessen danach den Nachmittag beim Wohnwagen – vom Wind geschützt, der immer noch kräftig bläst.

 

Freitag, 20.September

Wir fahren heute in Richtung Süden, ein ungefähres Ziel wäre der buddhistische Tempel in La Boulaye…mal sehen, ob wir dieses Ziel finden.

Wie meistens wählen wir kleine Nebenstrassen, wo wir oft ganz alleine unterwegs sind – so können wir auch jederzeit einen Fotostopp einlegen, wie hier am Étang de Bousson, in der Nähe der Gemeinde St.Didier-sur-Arroux.

auf der Weiterfahrt nach Saint Didier…

…entdecke ich dieses schön gearbeitete Kreuz an einer total verlassenen Strassenkreuzung…

Während ich fotografiere, schauen mir diese drei interessiert zu.

Die imposanten Ruinen des Schlosses von Charency bei Saint Didier

So ein hübsches, kleines Rathaus habe ich bis jetzt doch noch nie gesehen, mit einer pinkigen Türe 🙂

Der Étang de Chevannes

Nun erreichen wir La Boulaye

Von hier aus sind es laut GPS nur noch 1.5 km bis zum buddhistischen Tempel…

…doch irgendwie gelangen wir auf Abwege – und landen bald darauf in Toulon-sur-Arroux.

Wenn wir schon hier sind, sehen uns wir natürlich die Stadt an…

eine Kirche aus dem 11.-12.Jh.

Auf der Teufelsbrücke überqueren wir den Fluss Arroux

Die Brücke des Teufels befindet sich in Toulon-sur-Arroux. Es gibt dazu eine Legende, die Geschichte eines Maurers, der mit dem Teufel einen Deal eingeht um die Brücke rechtzeitig fertigzustellen. (Ich will aber nicht ins Detail gehen).

Die Geschichte der Stadt führt uns in die Zeit der Kelten zurück. Nach der Peutinger-Tabelle hieß das Dorf „Telonnum“. Im Jahr 58 v. Chr. wurden viele römische Lager entlang des Arroux errichtet, wahrscheinlich aufgrund der Nähe zum Berg Beuvray. Auf dem Gebiet der Gemeinde befinden sich alte keltische Pfade und römische Straßen.

Wir spazieren noch der alten Stadtmauer entlang.

Jetzt wollen wir aber wirklich das Kloster noch besichtigen.

Diesmal bringt uns das GPS punktgenau auf den Parkplatz vor dem Tor des Tempels.

Das Paldenshangpa-Kloster bei La Boulaye wurde von Handwerkern aus Tibet und Bhutan in traditioneller Handwerkskunst errichtet. Der knallbunte, von Pagodendächern gekrönte Bau ist das weithin sichtbare Wahrzeichen einer buddhistischen Gemeinde, die von Aussteigern der 1970er Jahre gegründet wurde.

Hier sind wir bereits wieder auf der Rückfahrt nach Autun.

…und immer wieder der Fluss Arroux, der extrem wenig Wasser führt.

 

Samstag, 21.September

Heute geht es zu Abwechslung mal in Richtung Osten, genauer gesagt ist unser Ziel Châteauneuf-en-Auxois, nicht zu verwechseln mit dem Winzerort Châteauneuf-du-Pape.

Zufällig kommen wir in Vandenesse vorbei, wo wir den Canal de Bourgogne überqueren. Da wir aber das Schloss von Châteauneuf noch vor dem Mittag besichtigen wollen, werden wir danach hierher in diesen hübschen Ort zurückkehren.

Auf der Fahrt hinauf nach Châteauneuf wird uns diese tolle Aussicht geboten.

Vom Parkplatz in Châteauneuf sind es nur ein paar Schritte zum Schloss.

Die um 1175 errichtete Burg wurde im Laufe des 13. bis 15. Jahrhunderts immer wieder verändert und ausgebaut, bis sie schließlich im 18. Jahrhundert ihre heutige Gestalt besaß. Ihre Besitzer stammten zum Teil aus den mächtigsten Familien Frankreichs, z. B. den Adelsgeschlechtern Pot, Montmorency oder Vienne. Seit Anfang 2008 befindet sich die Burg im Eigentum des Regionalrats von Burgund. 

Wir dürfen uns im Schloss frei bewegen

In der Kapelle ist seit den 1990er Jahren eine Nachbildung des Grabmals Philippe Pots aufgestellt, dessen Original aus dem 15. Jahrhundert im Louvre gezeigt wird.

Dieses Bild ist etwas täuschend, denn der Hintergrund (Kirche)  ist ein Bild –  nur die Madonna ist echt.

Ausserhalb des Schlosses finden wir einen einmaligen Aussichtspunkt.

Hier sieht man schön den Canal de Bourgogne.

Auf der Fahrt hinunter nach Vandenesse

…noch ein Blick zurück zum Schloss.

Bereits unterwegs gelangen wir an den Kanal…

im Hintergrund nochmals das Schloss Châteauneuf.

Als wir beim Kanal in Vandenesse ankommen…

…wartet gerade ein Boot auf den Durchlass durch die Schleuse.

Diese Schleuse muss noch von Hand auf und zu gekurbelt werden.

Jetzt sieht man gut, wie der Wasserpegel (das Boot) sich gesenkt hat

…und weiter geht die Fahrt

Vandenesse ist ein wunderbar blumiges Städtchen.

Wir finden ein nettes, kleines Restaurant mit dem märchenhaften Namen “ Il était une fois“ und einem ebenso romantischen Garten.

Bei einer Terrine mit drei verschiedenen Broten zur Vorspeise und einer wunderbaren Tarte aux Legumes, geniessen wir die Ruhe und die wärmenden Sonnenstrahlen.

Unweit von Vandenesse liegt der Lac de Panthier.

Es ist der größte See der Côte-d’Or und einer der fünf Stauseen, die zur Versorgung des Canal de Bourgogne angelegt wurden . Es ist auch ein ornithologisches Reservat und ist im allgemeinen Inventar des historischen Erbes enthalten.

Auch hier ist der Wasserstand des Sees extrem tief.

…denn hier würden wir im Normalfall im Wasser stehen.

Nun noch ein Abstecher zum Château de Commarin.

Die Wurzeln der heutigen Anlage sind in einem „festen Haus“ aus dem 12. Jahrhundert zu suchen (das so bezeichnete Gebäude kann Teil einer größeren Burg sein), das von den Herren von Commarin an die Familie Courtiamble kam. Trotz seiner rund 900-jährigen Geschichte wurde das Anwesen niemals verkauft, sondern immer innerhalb der Familie vererbt. Da dies oft über Erbtöchter geschah, sind mit Commarin die Namen von einigen der damals mächtigsten burgundischen Adelshäuser verbunden. Derzeit ist es im Besitz der 26. Familiengeneration.

Wir nehmen an einer geführten Tour teil.

Eine nicht einfache Uhr, welche nebst der Zeit auch Datum, Mondphasen, Tierkreiszeichen, usw…anzeigt…für die damalige Zeit ein Wunderwerk.

Wunderschöne Wandteppiche – an jedem Quadrat wurde ca. ein Jahr gearbeitet.

die Stallungen

Im Park stehen diese Figuren (neueren Datums 🙂 )

Wir verlassen Commarin

…und fahren auf direktem Weg zurück nach Autun.

 

Sonntag, 22.September

Eigentlich war für heute Regen angesagt, nur hat der irgendwie Verspätung. So unternehmen wir am Vormittag eine kurze Wanderung…

Die Tour beginnt bei der Porte d’Arroux

…hier beim Bild rechts sieht man, wie schmal das Tor im oberen Teil ist.

zuerst dem Fluss Arroux entlang

der Pont d’Arroux

hier in der Bildmitte der „Temple de Janus“

Da ich in meinen Berichten zur Auflockerung gerne immer mal wieder ein paar Blumen einfüge, soll das auch hier der Fall sein – nur muss ich sagen, es war gar nicht einfach bei dieser Trockenheit etwas Blühendes am Wegrand zu finden. Doch heute, dem Fluss entlang, gelang es mir ein paar bunte Tupfer einzufangen.

Die Sonne brennt momentan richtig – so kurz vor dem Wetterwechsel. Auch sank die Temperatur in der vergangenen Nacht nicht unter 18°.

der Pont Saint Andoche

vorbei am Janus-Tempel

…geht es zurück zum CP.

Diese Windräder in einem Garten sind wirklich in Betrieb…

sie liefern wohl das Wasser für diese grossen Kürbisse.

Ein kleines Nebenflüsschen des Arroux

Den Nachmittag verbringen wir beim Wohnwagen, ich mit Lesen, Ruedi unter anderem beim Plaudern mit einem netten Campingnachbarn.

Um 17 Uhr beginnt es dann auch tatsächlich zu regnen.

Wir kochen uns ein feines Abendessen, essen erstmals seit wir hier sind drinnen und geniessen danach einen gemütlichen DVD-Abend.

 

Montag, 23.September

Auch für heute ist Regen angesagt, doch wettermässig sieht es im Moment ganz akzeptabel aus. So machen wir uns auf, die Stadt Chalon-sur-Saône zu besuchen.

Wir durchfahren weite Rebgebiete…

…doch bald ändert sich die Landschaft, es ist total flach, Felder und Weideflächen beherrschen die Gegend.

In Chalon-sur-Saône finden wir ganz zentral einen Parkplatz, direkt beim Brunnen zum Gedenken an Felix Thévenin, der einst für das Wasserverteilungssystem der Stadt sorgte, sodass die Einwohner  in ihren Häusern fliessendes Wasser bekamen.

Beim Office de Tourisme holen wir uns einen Stadtplan.

Auf einer vorgegebenen und gut markierten Route erkunden wir nun die Altstadt.

Wir beginnen beim Denkmal des berühmten Nicéphore Nièpce.

Er entwickelte die Heliografie, die weltweit erste fotografische Technik. Von ihm  stammt die erste bis heute erhaltene Fotografie.

Dieses Denkmal steht direkt bei der Brücke Saint Laurent die über die Saône hinüber zur Île Saint Laurent führt.

Hier sieht man das ehemalige Saint Laurent Hospital.

Von der Brücke aus sieht man die markanten Türme der Kathedrale Saint Vincent.

Nachfolgend ein paar Impressionen von unserer Stadtwanderung…

Der Turm Saudon gehörte einst zu einem gallo-romanischen Schutzwall,

typisch französische Ladenfronten

schön sind die vielen Fachwerkhäuser

die Kathedrale, erbaut vom 10.-16. Jh.

Auch hier bin ich wieder fasziniert von dieser Baukunst.

in den Gassen der Altstadt

Das Geburtshaus von Nièpce – von vorne eher etwas verkommen…

von der Seite gesehen aber schön renoviert

der etwas „verklemmte“ Glockenturm des Rathauses

das Haus der vier Jahreszeiten

Kirche und ehemaliges Kloster Saint Pierre

Hier beim Musée Denon schliessen wir unseren Stadtrundgang ab…

und belohnen uns mit einem feinen Croque Monsieur zum Zmittag.

Auf der Heimfahrt nach Autun – schöne Wolkenbilder

Einen kurzen Zwischenhalt legen wir an einem hübschen Weiher bei Saint Emiland ein.

dies könnte mein Häuschen sein, liegt direkt am Weiher  🙂

 

Dienstag, 24.September

Heute Morgen um 9 Uhr beginnt es zu regnen,  wir beschliessen trotzdem den Weg um den Plan d’Eau von Autun ein weiteres Mal unter die Füsse zu nehmen.

Zuvor noch ein Gang zur Post, Karten für die Enkelkinder abzuschicken.

Unterdessen hat sich der Himmel gelichtet, es regnet nicht mehr und es sind uns zwischendurch sogar ein paar schüchterne Sonnenstrahlen gegönnt.

Ein alter Brunnen/Hydrant, wenn man lange genug kurbelt, gibt er sogar Wasser her.

so grün war es schon lange nicht mehr

…aber es zeigen sich auch bereits die ersten Herbstfarben

vorbei an einem kleinen Bauernhof

…kehren wir zurück zum Ausgangspunkt.

Nun dürfen wir den Nachmittag mit gutem Gewissen auf dem CP verbringen, mit Lesen, Schreiben und Putzen 🙂  (muss auch mal sein).

Heute ist das richtige Wetter für ein Raclette, diesmal aber im gemütlichen Wohnwagen-Stübchen.

 

Mittwoch, 25.September

Der Wetterbericht für die nächsten Tage sieht nicht gerade berauschend aus, kein Dauerregen, aber immer mal wieder wird es nass. So überlegen wir uns, irgendwohin zu ziehen wo die Sonne scheint, zumal wir das Vorzelt trocken einpacken möchten, da es unsere letzte diesjährige Reise ist.

Schlussendlich beschliessen wir nach Saintes-Maries-de-la-Mer in die Camargue zu ziehen.

Jetzt wird zusammengepackt.

 

Donnerstag, 26.September

Bei trüb-neblig und regnerischem Wetter verlassen wir den CP in Autun gegen 8 Uhr.

Bereits in Lyon begrüsst uns die Sonne…

…und ab Valence ist es schon fast wolkenlos.

Wir legen zwei Pausen ein, eine davon auf einem Rastplatz in Savasse, wo „La Porte du Soleil“ steht.

typische Camargue-Landschaft mit Schilf und Pampasgras

wir überqueren die Rhone

Gegen 16 Uhr erreichen wir den uns bestens bekannten CP „La Brise“ in Saintes-Maries-de-la-Mer.

Saintes-Maries-de-la-Mer ist die Hauptstadt der Camargue und ein Ort an den es uns immer wieder zieht.

Das Wetter ist traumhaft, 27° und auch der Wind, der hier oft bläst, ist momentan nicht aktiv. Wir finden einen tollen, grossen Stellplatz. Ganz klar – die, wenn auch etwas lange Fahrt hierher, hat sich gelohnt.

 

Freitag, 27.September

Da wir gestern nach der langen Fahrt den Abend geniessen wollten, stellten wir nur noch das Nötigste auf.

So machten wir uns heute nach dem Frühstück ans Vorzelt aufstellen. Wobei wir inzwischen richtige Profis sind und das Zelt in kürzester Zeit steht.

Zwischendurch spaziere ich zu dem direkt vor dem CP liegenden Sandstrand. Es wird noch gebadet.

Aber auch die Poolanlage des CP ist noch in Betrieb.

Am frühen Nachmittag fahren wir zu einem Einkauf ins Städtchen. Einkaufszentren kennt man in der Camargue kaum, (das einzige uns bekannte, befindet sich bei Aigues-Mortes), dafür findet man im den Gassen des Städtchens nebst vielen kleinen Shops mit Produkten aus der Region, Souvenirs oder Kleidern, auch Boulangerien, Boucherien und sonstige kleine Lebensmittelläden. Es fehlt an nichts.

Am frühen Abend nehmen wir den Weg vom CP aus, dem Meer entlang, unter die Füsse.

Wir suchen uns im Städtchen ein nettes Restaurant. Es herrscht Hochbetrieb in den Gassen – noch keine Spur von „Nebensaison“. Schon im Frühjahr haben wir im Restaurant „La Camargue“ fein gegessen, so auch heute.

Ruedi wählt ein „Cote de Taureau“ (vom Camargue-Stier) und ich eine feine, knusprig gebratene Pouletbrust.

Umgeben von einer wunderschönen Abendstimmung spazieren wir auf der Promenade zurück zum CP.

 

Samstag, 28.September

Während Ruedi am Funk mit seinen Funkerkollegen in der Schweiz plaudert…

…spaziere ich ans Meer und warte auf den Sonnenaufgang. Leider hängen grad heute Nebelwolken am Himmel. Trotzdem bin ich begeistert von dieser fast kitschig schönen Morgenstimmung.

Nachträglich muss ich sagen, dass dies der einzige Morgen war mit einem bewölkten Himmel – aber ich denke wolkenlose Sonnenaufgänge habe ich schon zu Dutzenden fotografiert, dieser wirkt irgendwie dramatischer.

Ich habe es nämlich danach nicht mehr geschafft zur richtigen Zeit (so früh) vorne am Meer zu sein.

Nun aber ab unter die Dusche und danach frisches Brot holen. Der Shop auf dem CP bietet jeden Morgen frisches Brot an, (Baguettes, Croissants, und vieles mehr). Aber eine Kuriosität finde ich den Baguette-Automat beim Eingang des CP 🙂

Ich habe ihn zwar nie benutzt, musste aber jedesmal schmunzeln, wenn ich daran vorbeikam.

Frühstück mit einem klassischen Baguette.

Da wir so ziemlich jedes Fleckchen der Camargue bereits kennen, möchten wir während dieses Aufenthaltes keine grossen Sprünge machen und mal eher die Ruhe geniessen.

Den Vormittag verbringen wir mit einem langen Spaziergang durch die Étangs, die gleich hinter dem CP beginnen.

Wo sich sonst Flamingos im seichten Wasser der Étangs tummeln, sieht es momentan so aus…

Trotzdem geniessen wir die Natur und die Sonne, die inzwischen bereits wieder vom fast wolkenlosen Himmel scheint. Immer wieder begegnen uns Reitergruppen auf den typischen, weissen Camargue-Pferden.

Zurück führt uns der Weg dem Meer entlang.

Erstmals auf dieser Reise verbringe ich fast den ganzen Nachmittag im Liegestuhl, mit dem Lesen eines spannenden Buches.

Doch am späteren Nachmittag lockt uns das Bilderbuchwetter nochmals weg vom CP. Ruedi schlägt als Ziel die „Domaine Paul Ricard“ vor. Wir waren im Frühjahr schon mal dort – viel gibt es da nicht zu sehen, aber für einen Drink der richtige Ort. Man könnte hier Pferde reiten oder im Naturschutzgebiet wandern, aber mehr wird eigentlich nicht geboten.

Paul Ricard liess 1955 eine Arena bauen, mit mehr als 4.000 Sitzplätzen, wo hie und da Pferdeschauen oder andere Anlässe stattfinden.

Pferde und Stiere sind in der Camargue sowieso ein allgegenwärtiges Thema.

Wir schlendern durch die Anlage, wobei wir zu einem kleinen Bahnhof kommen. Wir schauen uns ein bisschen um, da öffnet ein netter Herr die Türe und fragt, ob wir noch mitfahren möchten.

Erst jetzt entdecken wir den Zug dahinter. Natürlich wollen wir mit 🙂

Für 5 Euro/Person dürfen wir einsteigen und eine tolle etwa 20-minütige Fahrt erleben. Die Bahn hätte zwar mal eine Revision nötig – das quietscht, rumpelt und schaukelt. Aber die Fahrt durch das Naturschutzgebiet ist die 5 Euro wert.

Das Kreuz von Mejanes

Nun noch der geplante Drink und dann geht die Fahrt zurück zum CP. Ganz unerwartet kamen wir zu einem interessanten Erlebnis.

 

Sonntag, 29.September

Die Nächte sind immer noch sehr warm, um die 20°, dafür ist das Duschwasser hier umso erfrischender – ich muss mich jeden Morgen überwinden unter die recht kühle Dusche zu stehen. Dafür ist man danach auch wirklich wach. 🙂

Sonntags meiden wir die Touristenzentren – so entscheiden wir uns für einen Ausflug an die „Kleine Rhone“ auf der andern Seite von Saintes-Maries-de-la-Mer. Wie wir beim grossen Platz vor dem Hôtel de Ville vorbeikommen, sehen wir viele Pferde und noch viel mehr Volk. Da muss was los sein. Wir ändern unseren Plan, finden zum Glück ganz in der Nähe einen Parkplatz, direkt an der Promenade…

…und begeben uns zum Place des Gitans. Hier vernehmen wir, dass heute das „Fête du Cheval“ stattfindet.

Die Musik spielt auf, Reiter zeigen ihr Können und es riecht überall nach gegrillten Würsten und anderen Köstlichkeiten – und nach Pferden 🙂

Pferde in allen Farbschattierungen

Um 11 Uhr beginnt der Umzug…wir schätzen dass weit über 200 Pferde mit Reiter an uns vorbeiziehen…die Reiter in unterschiedlichen Kostümen, mit oder ohne Wagen und sogar mit einem Wagen wie zu Ben-Hur‘s Zeiten.

So erleben wir auch heute einen ganz ungeplanten, wirklich imposanten Spektakel.

Inzwischen meldet sich bei uns der Hunger. Da es in den Gassen von Saintes-Maries-de-la-Mer inzwischen so aussieht, flüchten wir aus der Stadt.

Wir kennen ein etwas aussergewöhnliches, nettes und feines Restaurant, allerdings auf der anderen Seite des Étang de Vaccarès. Aber was soll‘s, wir haben ja alle Zeit der Welt.

immer diese imposante Weite

Entlang des Étangs entdecken wir sogar einige Flamingos.

In unserem Lieblingsrestaurant „Saint Bertrand“, geniessen wir ein feines Mittagessen: zur Vorspeise einen garnierten Serano-Schinken-Teller, danach Lachs und schwarzen Camargue-Reis und zum Dessert ein Limoncello-Eis mit frischen Früchten garniert. Besonders gefällt uns aber das Ambiente, sowie die Freundlichkeit der Besitzer, einem älteren Ehepaars und ihres Personals.

Auf der Heimfahrt geht es wieder dem Étang entlang.

Das Wetter ist immer noch sommerlich, wolkenlos bei 26°.

Zurück beim Wohnwagen kämpfen wir gegen eine Ameiseninvasion, die sich inzwischen bei uns breit gemacht hat. Ich hoffe wir konnten alle ausrotten.

 

Montag, 30.September

Heute kann man es wagen sich wieder in die verschiedenen Städtchen der Camargue zu begeben, die sonntäglichen Festivitäten sind vorbei, überall wird aufgeräumt.

Da wir in Le Grau du Roi zu Mittag essen möchten, besuchen wir zuerst Aigues Mortes.

Das heisst wir fahren entlang der „Petit Rhône“

Wie jedesmal finden wir einen Parkplatz direkt bei der Stadtmauer.

Da wir dieses Städtchen aber schon x-mal besucht haben, statten wir ihm heute nur einen kurzen Besuch ab.

Durch die Gassen…

…spazieren wir zum Place St.Louis

…und besuchen eine Kunst-Ausstellung zum nicht ganz ernst gemeinten Thema „Pferd“

Der Canal du Rhône à Sète

Weiter geht die Fahrt nun nach Le Grau du Roi. Ich liebe dieses kleine „Touristenmagnet“ mit all den vielen Restaurants, sowie den unzähligen Souvenir- und Billigangebot-Shops, auch wenn ich hier nie etwas kaufe. Ich muss fairerweise sagen, es gibt auch einige kleine Shops die feine regionale Produkte und schöne Töpfereien anbieten, die sind aber ziemlich rar – im Gegensatz zu Saintes-Maries-de-la-Mer, wo vorwiegend solche Produkte angeboten werden.

Es lässt sich hier wunderbar flanieren, sei es am Kanal entlang (auch hier der Canal du Rhône à Sète), wo hie und da mal die Brücke geöffnet wird um Schiffe durchzulassen, dann an der Beach-Promenade oder auf der langen Mole.

In einem Restaurant direkt am Kanal geniessen wir einen wunderbaren „Salade César“, die nette Bedienung und das Ferienfeeling.

Noch ein Einkauf bei Super-U und dann geht es über die kleine Rhone zurück zum CP.

 

Dienstag, 1.Oktober

Da für die kommende Nacht Gewitter angesagt sind und für morgen gar Mistralwinde mit Böen bis 70 km/h, packen wir das inzwischen trockene und gereinigte Vorzelt ein, wir werden es ja erst im kommenden Jahr wieder brauchen.

Ich kann den Wetterumschwung zwar kaum glauben, denn es ist immer noch sonnig und heiss. Aber so sind wir jedenfalls gerüstet, denn wir haben bereits im Frühjahr solche Mistral-Stürme erlebt…damit ist nicht zu spassen.

So gibt es heute keine Fotodukumentation…ausser dem inzwischen etwas kahl dastehenden Wohnwagen.

 

Mittwoch, 2.Oktober

Tatsächlich hat es in der Nacht mal kurz geregnet, da war aber nichts vom vorhergesagten Gewitter. Am Morgen strahlt die Sonne bereits wieder vom wolkenlosen Himmel, allerdings begleitet von etwas Wind. Es ist für heute ja Sturm angesagt…wir werden ja sehen was noch auf uns zukommt.

Ruedi hat am frühen Morgen wieder Kontakt mit seinen Funkerfreunden, so gibt’s das Frühstück etwas später.

Zum Glück findet Ruedi genügend Platz um seine Antenne aufzustellen.

Danach beschliessen wir heute mal die Stadt Nîmes zu erkunden.

Wir überqueren die Rhone und den Canal Philippe Lamour (ein Bewässerungskanal aus der Rhone)

Mit dem Auto ist die Stadt, wie die meisten Städte, sehr mühsam – viel Verkehr, enge Strassen, keine Parkplätze und immer wieder Einbahnstrassen.

Aber wir finden ganz im Zentrum der Altstadt ein Parkhaus, zwar auch total eng, aber immerhin…

Die Stadt wirkt trotz allem sehr grün, mit extrem vielen Bäumen. Auch sind die Fussgängerzonen, die verkehrsfreien Plätze und die Promenaden sehr grosszügig angelegt.

Wir spazieren durch „Les Halles“, einem grossen, gedeckten Markt

und gelangen so zum Maison Carrée,

Dies ist einer der am besten erhaltenen Tempel auf dem Gebiet des Römischen Reiches. Er wurde ganz zu Beginn des 1. Jahrhunderts n. Chr., möglicherweise auf Veranlassung des Marcus Vipsanius Agrippa errichtet. Der Tempel war den Söhnen des Agrippa, Gaius und Lucius, den jung verstorbenen Adoptivsöhnen des Augustus, gewidmet.

Maison Carrée ist ein hervorragendes Beispiel eines klassischen augusteischen Podiumstempels. Es erhebt sich auf einem 2,85 m hohen Podium, das das Forum der römischen Stadt überragte. 

wunderschön, all diese Details

Weiter führt uns der Spaziergang über Plätze mit diversen Brunnen und Skulpturen

…und so gelangen wir zum Amphitheater 

Das Amphitheater von Nîmes wurde zwischen 90 und 120 n. Chr. nach Vorbild des römischen Kolosseums erbaut. Während der Völkerwanderung diente es als Fluchtburg. 1863 wurde es in eine Stierkampfarena umgewandelt und heute finden dort auch andere Veranstaltungen statt.

In einem kleinen Café, direkt beim Amphitheater, geniessen wir einen Croque Monsieur (ist immer ein ideales, kleines Mittagessen und man bekommt ihn praktisch in jedem Restaurant). So stärken wir uns für die weitere Erkundung der Stadt.

Wir dachten dies sei die Kathedrale, aber da lagen wir falsch, dies ist die Église Saint Baudile (erbaut um 1870)

und erst etwas später kommen wir zur Kathedrale (aus dem 17.Jh.)

Nun noch ein Abstecher zur Porte Auguste

Auch dies ein Überbleibsel aus der Römerzeit, allerdings etwas vernachlässigt und nicht begehbar. Es war einst Teil der römischen Mauer von Nîmes und war eines der Haupttore der Stadt.

Wir holen das Auto aus dem Parkhaus und würden gerne noch den Jardin des Fontaines besuchen, aber dort ist es unmöglich einen Parkplatz zu finden. So verzichten wir darauf und lassen das Getümmel dieser Stadt hinter uns.

Immer wieder wenn wir in der Camargue herumkurven, lese ich Hinweisschilder nach Saint Gilles. Gibt es wirklich noch einen Ort in der Camargue, den wir nicht kennen? – und wirklich, das Städtchen Saint Gilles ist eine Neuentdeckung. Es scheint ein aufstrebender Ort zu sein, überall an Strassen und Plätzen wird gross aufgerüstet und verschönert.

Überrascht sind wir aber von der grossen Kirche in diesem kleinen Ort.

Die ehemalige Abteikirche Saint-Gilles liegt inmitten der gleichnamigen Ortschaft. Bekannt ist die ehemalige Abteikirche besonders durch ihre reich und kunstvoll gestaltete Fassade mit drei Portalen. 

St-Gilles gehörte einst zu den vier großen Wallfahrtszielen der Christenheit. Bis heute bildet sie eine bedeutende Etappe auf der Via Tolosana, einem der vier französischen Hauptabschnitte des Jakobsweges nach Santiago di Compostela.

Seit 1998 ist die Kirche als zum Jakobsweg in Frankreich gehörig ausgezeichnet und damit Teil des Weltkulturerbes der UNESCO.

In den Gassen von Saint Gilles.

Nun geht es zurück zum CP, vorbei an einigen noch nicht abgeernteten Reisfeldern. Der Reis wird in der Camargue ab Mitte September geerntet.

Das Wetter ist immer noch sonnig und sehr warm, aber inzwischen bläst ein starker, böiger Wind, der den Wohnwagen manchmal ganz schön ins Wackeln bringt.

 

Donnerstag, 3.Oktober

Nach einer ruhigen Nacht, legt der Wind heute Morgen wieder kräftig zu. So verbringen wir den Vormittag im Wohnwagen.

Schon am Mittag lässt der Wind aber nach. Nach einer kurzen Siesta an der Sonne…

…spazieren wir ins Städtchen, wo es heute extrem ruhig zu und her geht.

Wir trinken ein Käfeli, tätigen ein bisschen Shopping und unternehmen einen Bummel durch die Gassen, bevor es der Promenade entlang zum CP zurück geht.

Bei einem feinen Abendessen stossen wir mit einem Glas Wein auf unsere Freunde Ursula und Ernst an, die wir genau heute vor sechs Jahren (3.10.13) auf einem CP in Italien kennengelernt haben und woraus eine wunderbare Freundschaft entstanden ist. An dieser Stelle, herzlichen Dank euch beiden!

 

Freitag, 4.Oktober

Heute heisst es zusammenpacken, denn morgen fahren wir schon mal eine erste Etappe in Richtung Schweiz. Es ist an der Zeit heimzukehren, die Sommerkleider gehen mir langsam aus 🙂 – habe ich doch viel zu viel warme Kleidung mitgenommen. Auch die warmen Kuschel-Bettdecken für kalte Nächte haben wir nie gebraucht. Aber lieber so als umgekehrt.

Sonnenaufgang von meinem Bett aus gesehen

Das Wetter ist aber wieder so wunderschön, sonnig und windstill, dass wir noch vor dem Mittag einen 2-stündigen Spaziergang dem Meer entlang…

und quer durch die ausgetrockneten Étangs unternehmen.

Allerlei Gefieder treibt sich hier rum, nur die Flamingos sind leider weg.

Nach einer kurzen Siesta muss das Auto für die morgige Fahrt noch aufgetankt werden.

Zum Abendessen spazieren wir ins Städtchen…

…und essen in einem wirklich genialen Restaurant, bei spanischer Livemusik, eine wunderbare Pizza und ein ebenso feines Dessert…

An den Wänden des Restaurants findet man überall solche Sprüche 🙂

Abendstimmung am Meer

 

Samstag, 5.Oktober

Bei Bilderbuchwetter verlassen wir um 7:30 Uhr den CP und die Camargue.

…noch ist die Sonne nicht aufgegangen

Es ist ruhig auf den Strassen, die Franzosen schlafen noch

unterwegs – ein Picknick und ein Nickerchen

Wir fahren über Arles, Nîmes, Orange, Valence bis Aix-les-Bains in Savoyen, auf den CP „Du Sierroz“, einem Platz den wir auf unseren Heimreisen immer wiedermal als Zwischenstation anpeilen – es ist einer der wenigen Plätze die im Oktober noch offen sind.

Die Landschaft ändert sich gewaltig, nach der total flachen Camargue, jetzt das gebirgige Savoyen.

aber auch das Wetter ändert sich

Da wir nur eine Nacht bleiben, spazieren wir in Aix-les-Bains am Abend zum Hafen und setzen uns zum Abendessen in ein nettes, uns bereits bekanntes Restaurant. Das Wetter ist doch noch besser als erwartet – jedenfalls kein Regen.

der Lac du Bourget

vor dem CP findet ein Petanque-Turnier statt

 

Sonntag, 6.Oktober

Nun nehmen wir noch den letzten Abschnitt unserer Reise unter die Räder. Wir fahren über Genf, Bern, Zürich und Frauenfeld.

Bis zur Schweizer Grenze sind es nur noch ca. 40 km.

der Grenzübergang bei Genf

Sonntagsverkehr 🙂

der Blick über den Lac Léman zu den Savoyer Alpen

Frühstück gibt es in der Autobahn-Raststätte „Rose de la Broye“ in der Nähe von Estavayer-le-Lac.

In Pfyn (Kanton Thurgau), wird der Wohnwagen nun in den Winterschlaf geschickt.

Um 14:30 Uhr erreichen wir glücklich und pannenfrei unser Zuhause in Weinfelden.

Wir dürfen einmal mehr auf vier interessante und abwechslungsreiche Wochen zurückblicken – auf die Neuentdeckung Burgund und auf die uns bereits bestens bekannte, aber immer wieder beliebte Camargue. Auch war uns der Wettergott gut gesinnt, durften wir doch an 24 von 28 Tagen Bilderbuchwetter geniessen. Dankbar sind wir – wie immer – auch für die pannenfreien Fahrten.

 

4 Gedanken zu „19 Tage Burgund (Autun), 9 Tage Camargue (Saintes-Maries-de-la-Mer)“

  1. Liebe Brigitte
    Vielen Dank für die sehr interessanten Reisen durchs unglaublich schöne, malerische Burgund und die immer wieder traumhafte Camargue!
    Du hast in deinen Fotos so viel wunderschönes eingefangen. Die vielen Spiegelungen, lauschigen Orte, Tiere und Pflanzen! Ein grosses Bravo und Danke.
    Liebste Grüsse ursula

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