2 Tage in Leysin (Kanton Waadt)

Es ist Sonntag, der 6.Januar 2019

Wir planen drei Nächte im Hotel „Alpine Classic“ in Leysin zu verbringen und meine zwei Cousinen zu besuchen, die in Leysin wohnen.

Da heute der Dreikönigstag gefeiert wird, essen wir zum Frühstück natürlich einen Dreikönigskuchen. Wie jedes Jahr wird auch dieses Jahr Ruedi zum König. Er findet die kleine, weisse Figur bereits im ersten Brötchen. Aber auch als König muss er heute das Auto selber steuern – kein Chauffeur.

So präsentiert sich Weinfelden heute Morgen:

…so freuen wir uns auf einen Aufenthalt im winterlichen Leysin.

Da heute Sonntag ist, herrscht nur sehr wenig Verkehr auf der A1…und wir staunen, denn je weiter wir nach Westen kommen, umso weniger Schnee treffen wir an.

Das Wetter ist trübe, doch im Greyerzerland ist uns kurz mal etwas Sonnenschein beschert.

Hier können wir bereits den Lac Léman sehen.

Am Lac Léman angekommen, beschliessen wir ganz spontan das Château de Chillon in der Nähe von Montreux zu besuchen.

Über diese alte Holzbrücke gelangen wir zum Schloss.

Die heutige Gestalt des Schlosses ist das Resultat jahrhundertelanger Neu- und Umbauten.

Die im 19. Jahrhundert durchgeführten Ausgrabungen beweisen, dass der Felsen von Chillon bereits während der Bronzezeit bewohnt war. 

Die Felseninsel, auf der das Schloss erbaut wurde, diente nicht nur als natürlicher Schutz, sondern auch als strategischer Punkt zur Kontrolle der Passage zwischen Nord- und Südeuropa.

Momentan findet eine Sonderausstellung mit dem Titel  «Lecker! Essen und Trinken im Mittelalter» statt. Es geht dabei um die mittelalterliche Gastronomie und die Tischsitten am Hofe der Savoyen und in Chillon.

…hier im etwas düsteren Untergrund des Schlosses

die Schlosskapelle

Das Schloss ist sehr verwinkelt – man könnte sich darin glatt verlaufen.

Der Blick vom Schloss aus über den Lac Léman – in Richtung Villeneuve.

  

Wir verlassen das Château und fahren dem Lac Léman entlang bis Villeneuve.

Kurz vor Aigle verlassen wir die Autobahn und fahren nun hinauf nach Leysin, das auf 1’250 m ü.M. liegt.

Dies ist Yvorne – das Dorf erstreckt sich leicht erhöht in den Weinbergen am östlichen Rand des Rhonetals. Weit und breit kein Schnee 🙁

Die Strasse hinauf nach Leysin ist kurvenreich, manchmal steil und zum Teil auch ziemlich schmal.

Leysin ist bekannt für seine gute Luft.

Um 1900 erlangte Leysin internationalen Ruf als Behandlungsort für Tuberkulosekranke. Die Patienten wurden einer Sonnentherapie unterzogen, für die Leysin mit seiner Südhanglage, geschützt von kalten Nordwinden und meist oberhalb der Dunst- und Hochnebeldecke des Rhônetals besonders geeignet war. In der Folge entstanden zahlreiche Sanatorien (während der Hochkonjunktur insgesamt etwa 80). Nachdem Antibiotika zur Behandlung der Lungenkrankheiten entdeckt worden waren, erlitt der Höhenkurort nach dem Zweiten Weltkrieg einen wirtschaftlichen Einbruch. Die meisten Sanatorien wurden geschlossen oder zu Hotels und Ferienwohnungen umgebaut. Durch den wiederaufkommenden Fremdenverkehr seit den 1950er Jahren konnte der wirtschaftliche Niedergang kompensiert werden.

Heute ist Leysin ein modernes Touristik- und Sportzentrum, sowohl auf den Winter- als auch auf den Sommertourismus ausgerichtet. 

Leysin

Im Hotel Alpine Classic werden wir sehr freundlich begrüsst und bekommen ein schönes, grosses Zimmer mit einem traumhaften Ausblick.

Dies ist der Ausblick von unserem Zimmerbalkon aus – nur leider ist die Sicht alles andere als gut. Aber ganz entgegen unserer Erwartungen, liegt auch hier kaum Schnee.

Heute Abend sind wir bei einer meiner Cousinen zum Essen eingeladen – und wir werden rundum verwöhnt.

Schon der schön gedeckte Tisch ist eine Freude.

Wir verbringen einen gemütlichen, unterhaltsamen Abend.

 

Montag, 7.Januar

Heute Morgen wage ich schon früh einen Blick aus dem Fenster zu werfen – ich bin gespannt, was für ein Tag uns wettermässig  erwartet. Ich traue meinen Augen nicht – es ist wolkenlos. Noch schläft Leysin, aber man sieht bereits die Morgendämmerung hinter der Bergkulisse.

Dies ist der Ausblick vom Restaurant aus, wo uns ein reichhaltiges Frühstücks-Buffet geboten wird.

Die ersten Sonnenstrahlen beleuchten Les Dents du Midi

Um 9:15 Uhr steigt die Sonne auf, was für ein mystischer Moment 🙂 . Der höchste Punkt auf dem Bild ist Le Chamossaire.

Auf dem Weg vom Hotel zu meiner Cousine.

Gemeinsam unternehmen wir eine wunderschöne, gemütliche, knapp 2-stündige Wanderung.

Hier der Blick in Richtung Les Diablerets

In Leysin findet man sehr viele schmucke, alte Chalets.

Ist dieses Holz-Kunstwerk nicht einmalig schön? – gesehen an einem Bauernhaus.

Ein Chalet Baujahr 1666!!

Dies ist der Südhang der Tour d’Aï

Der Weg führt uns nun an einem Tierpark vorbei…

…zum Tobogganing Park mit seinen Snowtubingpisten, auf denen man eine etwas verrückte winterliche Freizeitaktivität betreibt, die Spass am Gleiten mit Nervenkitzel verbindet. Leider ist der Park heute Montagmorgen geschlossen.

Bildergebnis für leysin toboggan park

Ganz langsam steigt der Nebel vom Rhonetal herauf, ein Grund uns in die Höhe zu „verschieben“ 🙂

…das heisst wir spazieren bis zur Talstation der Seilbahn die uns hinauf nach „La Berneuse“ auf 2’048 m ü.M. bringt.

die Bergstation

Im Drehrestaurant „Le Kuklos“ geniessen wir die atemberaubende Aussicht und zwei feine, reichhaltige Käse- und Fleisch-Plättli.

Emil hat das Restaurant bereits erreicht. Im Hintergrund das Nebelmeer über dem Lac Léman.

Der Nebel ist unglaublich rasch angestiegen.

Hier sieht man schön Les Dents Du Midi und links davon im Hintergrund sogar noch knapp den Mont Blanc.

 Dies der Blick in Richtung Les Diablerets und Les Mosses

Mit der Seilbahn lassen wir uns wieder hinunter nach Leysin bringen. Es war einfach traumhaft hier oben!

Auch das Nebelmeer ist einmalig.

Auf der Fahrt nach unten tauchen wir langsam in den Nebel ein.

So freuen wir uns auf einen gemütlichen Abend, heute bei meiner anderen Cousine. Auch hier werden wir mit einem hübsch gedeckten Tisch und einem wunderbaren Abendessen verwöhnt.

 

Dienstag, 8.Januar

über Nacht hat es tatsächlich leicht geschneit.

Da für die heute und die nächsten Tage viel Schnee angesagt ist, beschliessen wir – zwar schweren Herzens – heute schon abzureisen, einen Tag früher als geplant, denn wir fürchten uns etwas vor der Fahrt von Leysin hinunter nach Aigle bei schlechten Strassenverhältnissen. So verlassen wir Leysin im Laufe des Vormittags.

Die Kirche Saint-Nicolas von 1445, wurde jedoch im 17. Jh. barockisiert.

das Schloss von Aigle

Je weiter wir nach Norden kommen, umso garstiger wird das Wetter – es regnet zum Teil stark.

Heute am 9. Januar müssen wir sagen, es war eine gute Entscheidung Leysin bereits gestern zu verlassen, denn anhand der Webcams sehe ich, dass es  in der Waadt inzwischen zünftig geschneit hat – so wie auch bei uns.

Zusammenfassend muss ich sagen, wir haben genau den richtigen Tag in Leysin erwischt – Bilderbuchwetter. Aber vor allem genoss ich natürlich das Zusammensein mit meinen Cousinen und ihren Partnern. Herzlichen Dank euch allen!!

 

4 Gedanken zu „2 Tage in Leysin (Kanton Waadt)“

  1. Liebe Brigitte
    Das war ja unglaublich – euer Wetterglück in dieser einmaligen Bergwelt. Deine Winterfotos sind wunderschön!
    Mich haben vor allem die *Dents du midi* „angeheimelt“…. wohnte ich doch 1 Jahr in Montreux mit Sicht genau in dieses tolle Bergmassiv.
    Danke, dass ich diese Ausflüge in dieser Form habe miterleben dürfen!
    Liebe Grüsse u

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