Insel Reichenau

Da für die nächsten Tage Regen angesagt ist, nutzen wir heute das schöne Wetter noch für einen Ausflug – und zwar zur Insel Reichenau.

Es ist Mittwoch, der 10.Juli

Reichenau ist eine bewohnte Insel im Landkreis Konstanz und die größte Insel im Bodensee. Seit 2000 ist sie mit dem Kloster Reichenau auf der UNESCO-Liste des Welterbes verzeichnet. Die Insel sei, so die UNESCO in ihrer Begründung, ein herausragendes Zeugnis der religiösen und kulturellen Rolle eines großen Benediktinerklosters im Mittelalter.

Durch diese 1300 m lange Pappelallee gelangt man auf die Insel – die Allee ist ein Startpunkt der rund 2900 Kilometer langen Deutschen Alleenstrasse.

Schon beim Eingang zur Insel steht die Basilika St.Georg, aus dem 9.Jh. Leider kann die Kirche seit kurzem nur noch geführt und nur 2x täglich besichtigt werden – zum Schutze der Wandmalereien aus dem 10.Jh.

Immerhin kann man sich im nahe gelegenen Museum die Fotos der Kirche und der Wandmalereien ansehen

Nach einem kurzen Abstecher zum See…

…fahren wir zum Yachthafen, wo genügend Parkplätze zur Verfügung stehen –

…denn unweit davon befindet sich das Münster St. Maria und Markus, eine romanische ehemalige Benediktiner-Klosterkirche und heutige katholische Pfarrkirche.

der heilige Markus

Hier entstand im 9. Jh. der „Hortulus“ (Gärtlein), die erste Kunde des Gartenbaus in Deutschland. Zwischen 830 und 840 schuf der Reichenauer Abt Walahfrid Strabo das Lehrgedicht „De cultura hortorum“, in dem er den Kräutergarten des Klosters ausführlich darstellt. 1991 wurde beim Münster der Kräutergarten nach historischem Vorbild innerhalb der alten Klostermauern wieder angelegt und ausführlich beschrieben.

Hier vorne rechts wäre der „Strabos Kräutergarten“, den ich aber auf dem Rückweg genauer besichtigen möchte.

Leider sind wir nach der Besichtigung der Kirche einen anderen Weg gegangen und ich habe den Kräutergarten ganz vergessen.

Für 2 Euro/Person dürfen wir die Schatzkammer besuchen

Die Schatzkammer des Münsters ist ein schöner gotischer Raum aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Sie birgt Kunstschätze und Kultgegenstände aus dem 5. – 18. Jahrhundert von hohem Rang. 

Sind sie nicht wunderschön, diese noch von Hand geschriebenen Bücher

 Rund um das Münster stehen diese gepflegten Häuser

…und das Kriegsdenkmal Deutschland – Frankreich 1871

Nun ziehen wir weiter in Richtung westlichsten Zipfel der Insel

Noch zu erwähnen wäre, dass die Insel ein grosses Gemüseanbaugebiet ist

Die Insel Reichenau ist das südlichste Gemüseanbaugebiet Deutschlands. Ihr ausgeglichenes und mildes Klima bezieht sie vom Bodensee, die sie umgibt. Als riesiger Wärmespeicher wirkt er wie eine natürliche Klimaanlage und schafft ideale Voraussetzungen für den Gemüseanbau.
Auf der Insel leben 90 Erzeugerbetriebe vom Gemüsebau, der traditionell auf kleinen und mittleren Familienbetrieben basiert. Oft wird dort über drei Generationen hinweg zusammen gearbeitet und Tradition mit moderner Technik verknüpft. Insgesamt werden ca. 12.000 Tonnen Gemüse erzeugt

So ist ein grosser Teil der Insel geprägt von Treibhäusern

Wir gelangen nur zur dritten geschichtsträchtigen Kirche – der Kirche Sankt Peter und Paul.

Es ist die nach ihrer Entstehungszeit zweitälteste Kirche der Insel. Als Gründung des ehemaligen Bischofs Egino von Verona, der aus alemannischem Adelsgeschlecht stammte, wurde sie 799 geweiht.

St. Peter und Paul ist eine romanische Säulenbasilika mit Ostturmfassade auf der Insel Reichenau. Die Kirche gehört mitsamt Klosterinsel seit 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO

dazwischen wieder ein Abstecher zum See…

…bevor wir auf der Terrasse des Campingplatz-Restaurants einen feinen Salatteller und zwei Ziegenkäsli geniessen.

Gestärkt ziehen wir nun weiter und zwar ist unser Ziel der höchste Punkt der Insel, die Hochwart (440 m ü. M.)

…zuerst aber noch ein kurzer Besuch beim Schloss Königsegg.

Das spätmittelalterliche Schloss wurde mehrfach umgebaut, zuletzt 1840, als es sein heutiges neoromanisches Aussehen erhielt. Im Schloss befindet sich eine Schule für Logopädie.

wir schlendern durch den grossen, gepflegten Park

…nun spazieren wir hinauf zur Hochwart

Die Hochwart liegt rund 40 m über der ansonsten 398 MüM gelegenen Insel Reichenau und bietet einen herrlichen Rundblick über die Unterseelandschaft. Hier liegt einem die ganze Insel zu Füßen: die Kirchen, die Gemüsefelder, die in der Sonne gleißenden Gewächshäuser und die Weinberge. Bei klarem Wetter reicht der Blick über das Schweizer Ufer im Süden auf die Alpen; im Osten sieht man Konstanz und die Riedlandschaft des Naturschutzgebietes „Wollmatinger Ried“; im Westen grüßen die Halbinsel Höri und die Hegauberge.

Rund um die Hochwart wird seit dem 9. Jahrhundert der Reichenauer Inselwein angebaut.

das einstige Teehäuschen

Dies ein Blick zur Kirche St.Georg und im Hintergrund Konstanz

Hier sind wir bereits auf dem Weg zurück zum Auto

o

Es war wiederum ein wunderschöner Tagesausflug – und wir hatten das Gefühl, weiss wo in den Ferien zu sein 🙂

 

Insel Mainau

Es ist Freitag der 5.Juli

Ein weiterer heisser Sommertag ist angesagt – so beschliessen wir die kühlen Morgenstunden zu nutzen. Die Öffnungszeiten der Insel Mainau sind: täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang…

(am heutigen 5.Juli von 5:29 Uhr bis 21:24 Uhr)

…also heisst es früh aufstehen.

Um 5:30 Uhr sind wir bereits vor Ort. Der Eintrittspreis pro Person beträgt 21.50 Euro und der Parkplatz 5 Euro. Aber was auf der Blumeninsel an Blumen und anderen Naturschönheiten geboten wird ist jeden Cent wert.

Die Mainau ist mit etwa 45 Hektar Fläche die drittgrößte der Inseln im Bodensee.

Noch ist die Sonne nicht aufgegangen

Seit einigen Jahrhunderten schmückt das Schwedenkreuz den Uferbereich zwischen der Insel und dem Festland und heißt die MainauBesucher willkommen. Zurückzuführen ist der Name des Kreuzes auf die schwedische Herrschaftszeit während des 30-jährigen Krieges (1618-1648) auf der Insel Mainau.

soeben geht die Sonne auf

der Blick nach Konstanz

Schon beim Eingang wird uns diese Blumenpracht geboten

Anfangs spazieren wir dem Ufer entlang

Der Nachteil dieser frühen Tageszeit ist, dass die Insel noch grösstenteils im Schatten liegt – fototechnisch nicht ideal

Es wird überall fleissig gewässert – die Temperaturen sollen heute wieder über 30° steigen

Wir sind völlig alleine unterwegs, es herrscht totale Stille, ausser dem vielstimmigen Gesang der Vögel

Der rote Blumenteppich hier im Hintergrund stellt den Bodensee dar

ein bisschen Strand-Feeling…

…mit Blick übers „Schwäbische Meer“

hier kreuzen sich grad zwei Fähren (Konstanz-Meersburg)

Inzwischen befinden wir uns beim Schiffanlegesteg der Insel

Der Blick hinauf zum Schloss

die Hortensien blühen prachtvoll – hier in allen Farben

Ein angenehm schattiger Weg führt uns nun hinauf zum Schloss

das Schwedenrösslein vor der Schwedenschenke

Wer wohnt auf der Insel Mainau?

Lennart Graf Bernadotte († 2004), der Urenkel von Großherzog Friedrich I. und Herr der Mainau, gestaltete den verwilderten Park zu einem Blumen- und Pflanzenparadies um und machte die Insel der Öffentlichkeit zugänglich. Sonja Gräfin Bernadotte († 2008), über Jahrzehnte die Geschäftsführerin der Mainau GmbH, führte die Geschäfte im Sinne ihres Mannes weiter. 1974 brachten Gräfin Sonja und Graf Lennart die gesamte Insel in die Mainau GmbH ein, deren Hauptanteilseigner die gemeinnützige Lennart-Bernadotte-Stiftung ist.

Heute stehen Bettina Gräfin Bernadotte und Björn Graf Bernadotte an der Spitze des Unternehmens. Die nach Graf Lennart folgende vierte Bernadotte-Generation ist bestrebt, die seit 1932 erarbeitete und fundierte Philosophie weiterzuführen und für Besucher aus aller Welt eine Oase der Naturschönheit, Harmonie und Entspannung zu erhalten, ja immer wieder neu zu schaffen. Den Stress des Alltags und des übertechnisierten Zeitalters für ein paar Stunden zu vergessen und in der „Entschleunigung“ Erholung zu finden, soll der Gewinn für die Mainau Gäste sein, wenn Sie die vom Klima begünstigte und in der Welt einmalige Blumeninsel im Bodensee besuchen. 

Das Schloss, erbaut 1739 bis 1746 – welches gerade renoviert wird.

Genial finde ich, wie die Fassade abgedeckt wurde

die Schloss-Kirche St.Marien

Das sogenannte „Torbogenhaus“, beherbergt heute die Verwaltung

Hinter dem Schloss befindet sich der wunderschöne Rosengarten – zwar sind viele der Rosen bereits verblüht

und immer wieder der Blick über den Bodensee

Im Innern der Insel findet man einen 150 Jahre alten Baumbestand

Hier sieht man mich ganz klein, links neben dem gigantischen Mammutbaum stehen

Nun spazieren wir wieder in Richtung Seeufer

auch hier wieder eine einmalige Blumenvielfalt und wunderschön angelegte Gärten

inzwischen stehen diese blühenden Kunstwerke in der Sonne

am Seerosenteich

im Wald verstecken sich Gnome und andere Waldgeister

für die Kinder gibt’s verschiedene Attraktionen

den grosszügig angelegten Spielplatz

eine Modelleisenbahn

und einen kleinen Bauernhof – mit Ponys, Ziegen, Esel, Schafe…

Dem Ufer entlang spazieren wir nun zurück zum Ausgang

der Diana-Brunnen

Es ist inzwischen 8:30 Uhr, wir sind somit bereits volle drei Stunden unterwegs. Langsam wäre es Zeit fürs Frühstück – da aber die verschiedenen Restaurants auf der Insel erst um 9 Uhr öffnen, verlassen wirt die Mainau.

Auch diesmal hat mich die einmalige Blumenvielfalt und die wunderschöne, abwechslungsreiche Gestaltung dieser Insel wieder völlig fasziniert – einfach bezaubernd! – und das Frühaufstehen hat sich allemal gelohnt – diese Ruhe! – Erholung pur.

Insel Werd und Stein am Rhein

Donnerstag, 4.Juli

Die kleine Insel Werd im Untersee bei Eschenz ist immer ein Besuch wert.

Wir starten in Weinfelden…hier der Ottenberg

Auf der Fahrt über den Seerücken erfreuen wir uns an den bereits blühenden Sonnenblumenfeldern.

Die Insel Werd wurde bereits 5000 v. Ch. von Pfahlbauern bewohnt. Auf der Insel befindet sich das Kloster Werd, auch St.Othmar genannt – dieses gehört zum Benediktinerkloster Einsiedeln – es ist aber von Franziskanern gepachtet.

Ein 200 m langer Holzsteg führt von Eschenz zur Insel.

hier im Hintergrund sieht man die Brücke und die Kirche von Stein am Rhein

all diese Möwen stehen für uns Spalier

der Blick von der Brücke nach Westen…

…und nach Osten (See aufwärts)

das Kloster…hier leben fünf Franziskaner-Pater

hier ist die am Haus angebaute Kirche St- Othmar zu sehen

wir geniessen diese einmalige Ruhe

ein Spaziergang durch den gepflegten Garten

das Labyrinth

…die Möwen haben inzwischen auf der anderen Seite der Brücke Stellung genommen 🙂

hier nochmals der Blick nach Osten …

…und nach Westen

unter der Brücke tummeln sich riesige Fische

Wir verlassen nun die Insel und fahren ins nahe gelegene Stein am Rhein

Wir parkieren direkt bei der Stadtkirche

und spazieren durch das prächtige Städtchen

hier befinden wir uns bei der Schifflände am Rhein

der Blick über den Rhein zur ehemaligen Propstei Wagenhausen

zurück im Städtchen…

… gönnen wir uns in unserem Lieblingscafé einen Drink

hier noch ein Zeitzeuge

…bis 2003 gab’s noch den Detailhändler „USEGO“ (Union Schweizerische Einkaufsgesellschaft Olten)

der Innenhof des Klostermuseums St.Georgen

wir werden uns dieses Museum bei einem nächsten Besuch ansehen

durchs sogenannte „Rheintörlein“ gelangt man vom Innenhof direkt an den Rhein

über diese Brücke verlassen wir nun Stein am Rhein

und fahren über den Seerücken heimwärts – nach Weinfelden

wobei uns eine tolle Aussicht geboten wird

…und einmal mehr muss ich sagen, „sieh das Schöne liegt so nah“!

 

 

Ein Ausflug nach Meersburg DE

Es ist Montag, der 1.Juli

…und wieder ist ein schwül-heisser Tag angesagt.

Was gibt es da Erfrischenderes als eine Schifffahrt auf dem Bodensee.

Wir fahren nach Konstanz

hier der Grenzübergang

…und lassen uns mit der Fähre nach Meersburg bringen (ohne Auto). Da alle 15 Minuten eine Fähre ablegt, gibt es keine Wartezeiten.

Wir geniessen den kühlenden Fahrtwind und die Ruhe (es ist kaum jemand mit auf dem Schiff).

der Blick zurück nach Konstanz

hier sieht man gut die Insel Mainau

das Ufer von Meersburg mit seinen Rebhügeln

diese Fähre startet jetzt gerade in Richtung Konstanz

In Meersburg spazieren wir diesmal nur durch die „Unterstadt“ und auf der Seepromenade – auf den Aufstieg zur Burg und zur Altstadt verzichten wir heute, da Ruedi immer noch etwas unter seinem Hexenschuss leidet.

in den Strassen Meersburgs

Hier befinden wir uns an der Hafenmole

…mit Blick hinauf zum Staats-Weingut

…dies ist die „Magische Säule“ von Peter Lenk

Das außergewöhnliche Kunstwerk des Bodmaner Bildhauers Peter Lenk zeigt satirische Portraits bekannter Persönlichkeiten aus der Meersburger Stadtgeschichte und verdeutlicht deren Wirken anhand ihrer Darstellung. 

Naja…, die satirischen Figuren sind für mich etwas schwer zu verstehen.

Nun geht es der Promenade entlang, wo sich ein Beizli ans nächste reiht.

Hier im Schatten und bei einem leichten Windchen vom See her, geniessen wir einen kühlen Drink.

danach nochmals ein Bummel durchs Städtchen…

diese Dame geniesst ein kühles Bad …gerne wäre ich dazu gestiegen 🙂

…bevor es wieder auf die Fähre und zurück nach Konstanz geht

die Fahrt durch Konstanz

…hier befinden wir uns bereits wieder in der Schweiz, in Richtung Weinfelden

Danke Ruedi, für die gute Idee und den tollen Tag!

Seit langem wiedermal auf dem Ottenberg

Es ist Sonntag der 30.Juni

…ein weiterer aussergewöhnlich heisser Tag erwartet uns, 35°C sind angesagt – also machen wir uns frühmorgens auf zum heutigen Spaziergang.

Wir waren nun seit Monaten nicht mehr auf unserem Hausberg, dem Ottenberg.

Dies die Aussicht über das Thurtal mit Weinfelden

Eine Wohltat ist es durch den morgendlich-kühlen Wald zu spazieren.

der Fuchs ist auch bereits unterwegs 🙂

neu für uns ist, dass auf dem Ottenberg Gemüse angebaut wird

der Grillplatz „Hochwacht“

von hier aus geniesst man eine wunderbare Aussicht in Richtung Norden/Deutschland

ist es nicht schön, dieses frische Tannengrün?

der Weg ist sehr abwechslungsreich gesäumt…

immer wieder findet ein Sonnenstrahl den Weg durch die Bäume

am besten gefällt mir halt immer wieder das Farn

der ganze Weg ist ein Waldlehrpfad

Holunder

dies ist nun der Ausblick nach Süden, leider sind die Alpen heute nicht zu sehen, zu starker Dunst trübt die Weitsicht

Wandern macht durstig, so gönnen wir uns einen Drink im Stelzenhof

ein einladendes Gartenrestaurant, geschmückt mit mehr oder weniger einheimischen Blumen

fantasievolle Sitzgelegenheiten

eine beliebte Velo-Route

und immer wieder Holunder

der Blick über Weinfelden

Es war wunderschön – früh aufstehen lohnt sich 🙂

Auffahrt und Pfingsten 2019 im Tessin

Normalerweise fahren wir zu „Stosszeiten“, wie Auffahrt und Pfingsten nicht weg – da aber unsere beiden Söhne mit ihren Familien die Pfingsttage in Bungalows auf dem Campingplatz Campofelice verbringen werden, haben wir beschlossen auch hinzufahren.

Es ist Montag, der 27.5.

Genau bei Sonnenaufgang koppeln wir den Wohnwagen an und brechen auf in Richtung Tenero im Tessin (Südschweiz)

„Guten Morgen liebe Sonne…“

Nach einer problemlosen Fahrt auf der San Bernardino-Route, mit einem Frühstücks-Halt in Thusis, stehen wir bereits um 10:30 Uhr vor den Toren des Campingplatzes „Campofelice“ in Tenero.

Entgegen meinen Befürchtungen, ist der CP nur schwach belegt.

Wir stellen noch vor dem Mittag das Vorzelt auf, zum einen weil wir mindestens zwei Wochen bleiben werden und zum andern weil für morgen Regen angesagt ist.

Am Abend treffen wir unsere Freunde zum Essen in der Pizzeria und geniessen einen fröhlichen gemeinsamen Abend. Unsere Freunde logieren auf dem CP „Lago Maggiore“, der gleich neben dem Campofelice liegt.

 

 Dienstag, 28.5.

Wie vorhergesagt regnet es – was mir ganz gelegen kommt, denn ich geniesse endlich mal einen Ruhetag .

Am Nachmittag zieht sogar ein starkes Gewitter über den CP, dabei regnet es wie aus Kübeln.

Bei einem guten Buch, etwas surfen im Internet und einem spannenden DVD wird es uns nicht langweilig – und das gemütliche Raclette zum Znacht passt bestens zum heutigen Wetter.

 

Mittwoch, 29.5.

Wir können bei schönstem Sonnenschein draussen frühstücken.

Am Vormittag unternehme ich einen Spaziergang durch den CP, es ist immer interessant zu sehen, was da alles an Ferienhäuschen auf Rädern herumstehen. Zudem findet heute ein riesiges „Drive in“ statt, ununterbrochen fahren Wohnwagen und Camper ein – das lange Auffahrts-Wochenede steht an.

Am Nachmittag hatten wir uns eigentlich vorgenommen einen Spaziergang der Verzasca entlang zu unternehmen. Als wir bei der direkt vor dem CP liegenden Bushaltestelle vorbeikommen, trifft gerade der Bus ein, der nach Locarno und Ascona fährt…irgendeine unbekannte Kraft zieht uns einfach in den Bus 🙂  und los geht die Fahrt nach Ascona. Die ÖV sind für Campinggäste gratis.

Gäste, die in Hotels, Jugendherbergen oder auf Campingplätzen übernachten, können gratis den öffentlichen Verkehr im Kanton Tessin nutzen.

In Ascona schlendern wir durch die hübschen Gassen und der Seepromenade entlang.

Die „Cracking Art“–Ausstellung mit den bunten Kunststoff-Tieren findet immer noch statt.

Beim Rundgang entdecken wir ein paar Objekte, die wir beim Besuch vor knapp drei Wochen verpasst haben.

Bei einem Eisbecher geniessen wir die Sonne, die Ruhe, die Aussicht und unsere Ferien.

Der Himmel überzieht sich zwar zusehends mit Wolken, trotzdem ist es sehr warm (25°).

Zurück auf dem CP haben sich die Wolken schon fast wieder verzogen.

Beim Abendspaziergang auf dem CP

Der Hafen des Campingplatzes

Der CP ist inzwischen total belegt, kein freier Platz mehr…die jetzt noch ankommenden Camper können entweder vor dem Eingang zum CP warten bis Plätze frei werden oder müssen auf einen andern Platz ausweichen. Ich weiss aber, dass andere Plätze in der Umgebung auch bereits ausgebucht sind.

 

Donnerstag, 30.5. (Auffahrt)

Wow, was für ein Morgen, kein Wölkli am Himmel.

Bereits um halb 9 Uhr nehmen wir den Bus nach Locarno und ab dort die drei verschiedenen Bahnen (Standseilbahn, Luftseilbahn und Sessellift), die uns hinauf auf den Cimetta bringen (1671 m ü.M.).

Nun noch ein kurzes Stück zu Fuss bis hinauf zur Aussichts-Plattform.

Heute sind wir die Ersten auf dem Berg und werden mit einer super Sicht belohnt,

sei es auf den tiefsten Punkt der Schweiz, den Lago Maggiore (193 m) 

…oder den höchsten Punkt, die Dufourspitze (4634 m).

Früh aufstehen lohnt sich, es ist noch kaum jemand unterwegs…wir sind alleine in der Seilbahn und das an einem Feiertag bei schönstem Wetter

In Locarno findet heute das Erdbeerfest statt (Fragole in Piazza) und gleichzeitig der grosse Markt.

Die diversen Darbietungen auf der Bühne (Musik, Gesang, Tanz, usw…) beginnen allerdings erst um 14 Uhr und dauern bis 19 Uhr. Wir verzichten aber darauf und fahren zurück zum CP

Diese wundervolle Feier zu Ehren der Erdbeere erzielt jährlich einen grossen Publikumserfolg. Die Besucher eilen zahlreich auf die Piazza Grande um die leckeren,  auf unzählige Arten servierten  Erdbeeren zu geniessen und um sich am vielfältigen Unterhaltungsangebot auf der Bühne zu erfreuen.

Zurück auf dem CP…am Strand herrscht reges Treiben…das Thermometer zeigt 27° an.

Wie jeden Tag – ein Abendspaziergang am See

eine Kolbenente – diese Entenart ist hier nur selten zu sehen

im Gegensatz zur Stockente, die sich hier auf dem CP wohl fühlt

 

 

Freitag, 31.5.

Bilderbuchwetter!

Unser Ziel ist das Val Bavona und ev. eine Fahrt mit der Bahn von San Carlo hinauf nach Robiei.

Hier befinden wir uns noch im Maggiatal, bevor bei Bignasco die Strasse ins Val Bavona abzweigt,

wobei die Strasse immer enger wird

  

Am Ende des Tales bei San Carlo befindet sich die Seilbahn die hinauf nach Robiei führt…nur leider fährt die Bahn erst ab dem 16.Juni.

Nur halb so schlimm, denn das Val Bavona ist schon seit Jahren mein Lieblingstal im Tessin.

Hier das wunderschöne Dörfchen Sonlerto

Aber auch in Sachen Natur ist das Tal eine Reise wert

ganz besonders gefallen mir die vielen bemoosten Steine

ganze Farn-Wälder

auf der Weiterfahrt

Den nächsten Halt legen wir in Foroglio ein

…diese Siedlung ist berühmt durch den gigantischen Wasserfall, aber auch hier lohnt es sich durch die Gässchen mit den schmucken Steinhäusern zu bummeln

Das Tessin ist reich an Wasserfällen. Der spektakulärste ist der von Foroglio im Val Bavona. Das Wasser stürzt rauschend von einer Höhe von 110 Metern herab und bietet mit seinem Schäumen und Spritzen ein grossartiges Schauspiel. 

Gerne hätten wir im Grotto „La Froda“ eine Kleinigkeit gegessen, aber die Terrasse liegt total im Schatten, dabei schätzt man im Moment die Sonne noch. So entscheiden wir uns für die Weiterfahrt…

…bis Cevio, ein Ort, den wir immer wieder gerne besuchen, der aber bereits im Maggiatal liegt.

Gepflegte Häuser, ein kleiner Park und ein uns bestens bekanntes, feines Restaurant… wo wir uns auch heute einen Imbiss gönnen.

Zurück auf dem CP laden wir unsere Freunde, die auf dem Nachbar-Campingplatz  logieren, zu einem Apéro zu uns ein. Da momentan auf dem Campofelice strenge Eingangskontrollen herrschen, müssen wir unsere Gäste anmelden…und auch bezahlen…pro Stunde, pro Gast Fr. 10.-, ist das nicht Wucher? …nur um ein Glas Wein zusammen zu trinken  🙁

Aber wir geniessen das Zusammensein trotzdem…oder erst recht.

 

Samstag, 1.6.

Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung – und der Strand noch leer.

Frühstück an der Morgensonne

Mein heutiger Wunsch ist, auf den Monte Lema zu fahren.

Wir fahren bis Caslano im Malcantone und zweigen dort ins Magliasinatal nach Miglieglia ab, von wo die Seilbahn auf den Monte Lema  fährt  (1624 m ü.M.).

Die Zufahrtsstrasse ab Caslano ist sehr kurvenreich und zum Teil auch sehr eng.

Ganz entgegen meinen Erwartungen, finden wir einen Parkplatz direkt bei der Talstation.

Die Seilbahn legt die Höhendifferenz von 849 Metern in zehn Minuten zurück.

Von der Bergstation aus steigen wir hinauf zum Gipfelkreuz.

Alpenrosenfelder, nur leider blühen sie noch nicht

…hier wird uns eine grossartige Aussicht geboten

über den Lago Maggiore

…und den Lago di Lugano 

nur leider ist die Sicht heute alles andere als gut.

hier auf dem Bild, die Bergstation der Seilbahn und das Restaurant

Jeder geht hier oben seinem Hobby nach,

sei es die Modell-Fliegerei,

das Gleitschirm fliegen

oder der Amateurfunk…

Ruedi trifft zufällig einen Funkamateur aus Italien

In diesem „Fussball“ befindet sich das Radar des Flugplatzes von Agno

Hier verläuft die Grenze Schweiz-Italien

…noch während ich beim Grenzstein stehe, bekomme ich eine SMS: Willkommen in Italien!

Am gegenüberliegenden Abhang sieht man die Dörfchen entlang des einstigen Schmuggel-Pfades

…ganz rechts das wohl bekannteste: Indemini.

hier oben hält der Frühling erst gerade Einzug

Auf der Restaurant-Terrasse mit schönster Aussicht essen wir eine feine Polenta mit Gorgonzola…mmmh…

Wir staunen, dass so wenige Besucher auf dem Monte Lema anzutreffen sind, trotz Auffahrt-Woche und schönstem Wetter – uns soll’s recht sein.

Zurück gehts über die Monte Ceneri Autobahn.

 

Sonntag, 2.6.

Wie könnte es anders sein…kaum ein Wölkli am Himmel.

Heute Sonntag wollen wir nicht auf die Strasse – zudem ist ein sommerlich-heisser Tag angesagt.

Wir wandern durch das Naturschutzgebiet entlang der Verzasca – nicht wie üblich dem Fluss Ticino entlang.

An so einem heissen Tag gibt es kaum etwas Angenehmeres als ein Spaziergang im kühlen Wald.

am gegenüberliegenden Ufer der Verzasca liegt der CP Campofelice

immer wieder sumpfiges Gelände

Wie bereits im letzten Jahr gibt es hier allerdings kein Weiterkommen mehr…nasse Schuhe und Füsse könnten wir ja noch akzeptieren, aber knöcheltief im Sumpf zu waten, ist nicht ganz nach unserem Sinne. Schade, denn nach etwa 20 Metern Sumpf käme ein Holzsteg und ein Aussichtspunkt. Vor drei Jahren schafften wir es bis dorthin.

ein Grasfrosch, der sich hier wohl fühlt

Schön war’s!

Den Nachmittag verbringen wir auf dem CP – ich mit einem spannenden Buch, Ruedi am Funk.

Das Thermometer steigt auf 30°

So wie sich der CP am letzten Mittwoch gefüllt hat, so hat er sich heute wieder geleert…auch gibt es jetzt keine Eingangskontrolle für Besucher mehr!

…am linken Bildrand, das sind wir

 

Montag, 3.6.

Es soll heute nochmals heiss werden – das richtige Wetter für eine Schifffahrt auf dem Lago Maggiore. Unser Ziel ist die Insel Brissago.

Auf der Insel Brissago herrscht insubrisches Klima, das heisst, es gibt viele Niederschläge, jedoch ebensoviele Sonnenstunden, und die Jahresmitteltemperatur ist mit rund 14 °C dementsprechend hoch. Damit hat die Insel mit Abstand das wärmste Klima der Schweiz. In der Folge gedeihen verschiedenste Palmen- und Pflanzenarten prächtig, die sonst nicht auf diesen Breitengraden vorkommen, ausserdem gibt es keine Eistage auf der Insel.

Wir fahren mit dem Bus zum Hafen von Locarno, von wo uns das Kursschiff zur Insel Brissago bringt.

ein Zwischenhalt in Ascona

…und schon nähern wir uns der Insel

Eigentlich sind es zwei Inseln,  besichtigen kann man allerdings nur die grosse Insel, genannt „St. Pankratius”. Die kleinere Insel, genannt „St. Apollinare“ oder „Haseninsel“ ist nicht zugänglich. Dort befinden sich eine spontane Vegetation und ein zerfallenes antikes Kirchlein.

Etwas störend ist der Helikopter, welcher gerade bei unserer Abkunft mit Getöse und Staub aufwirbelnd Ware auf die Insel bringt

Die Inseln haben eine interessante Geschichte: sie standen von 1885 bis 1927 im Besitz der deutsch-russischen Baronin Antoinette de Saint-Léger, welche dort grosses Haus hielt, einen botanischen Garten anlegen und einen Pavillon errichten ließ. Als sie 1927 durch gewagte Spekulationen wirtschaftlich am Ende war, verkaufte sie die Inseln an den deutschen Warenhausmillionär  Max Emden. Dieser liess den Pavillon abreissen und eine neue Villa errichten, sowie eine Orangerie samt Hafen, welche alle bis heute bestehen. Nach seinem Tod im Jahre 1940 erbte sein nach Chile ausgewanderter Sohn die Inseln. Er verkaufte sie 1949 an den Kanton Tessin, der die Inseln als botanischen Garten für die Öffentlichkeit zugänglich machte. 

Die ganze Insel ist ein Botanischer Garten.

Ganz zufällig knipste ich diese zwei Frösche – ich habe sie erst beim Bearbeiten der Fotos entdeckt

man kann sich kaum satt sehen an dieser Blumenvielfalt

erholsam kühl ist es heute im „Regenwald“

Zum Mittagessen setzen wir uns gerne in den Schatten auf der Terrasse, denn es ist sommerlich heiss (über 30°).

im Innern der Villa

Auch wenn wir zum x-ten Mal hier waren, bin ich jedesmal wieder total begeistert von dieser einmalig schönen Insel…

sorry, es sind etwas viele Fotos 🙁

…ich hätte allerdings noch …zig weitere 🙂

Wir verlassen die Insel nun aber trotzdem – mit dem Schiff in Richtung Ascona

In Ascona verlassen wir das Schiff, bummeln einmal mehr durch die Gassen, machen ein bisschen Shopping und nehmen dann den Bus zurück zum CP

Am späten Abend streift uns ein leichtes Gewitter.

 

Dienstag, 4.6.

Allzu viel wollen wir heute nicht unternehmen. Wir zeigen uns etwas von der faulen Seite. Vor allem müssen wir wiedermal einen Einkauf tätigen.

Über Mittag spazieren wir dem Ufer des Lago Maggiore entlang

Da es uns langsam zu heiss wird (wieder über 30°), nehmen wir den klimatisierten Bus zurück zum CP.

Am frühen Abend sind wir bei unseren Freunden zum Apéro eingeladen, bevor wir gemeinsam ins Restaurant „Lago Maggiore“ zum Essen gehen.

 

Mittwoch, 5.6.

Das für den gestrigen Abend erwartete Gewitter kam nicht, somit gab es in der Nacht kaum Abkühlung.

Schon früh am Morgen ist es schwül-heiss…also gehen wir es ruhig an.

Schon lange steht der Besuch des Botanischen Garten Gambarogno auf der To-do-Liste. Heute starten wir mal einen Versuch – Versuch darum, weil ich gelesen habe, dass beim Garten nur sehr wenige Parkplätze zur Verfügung stehen und es sonst weit und breit keine Parkmöglichkeit gebe. Einige „Besucher“ mussten schon unverrichteter Dinge weiterfahren.

Über eine sehr schmale, kurvenreiche Strasse gelangen wir von Vira aus hinauf nach Vairano.

Die Zufahrt ist beschildert.

Wow, der Parkplatz ist leer – wir sind nicht nur die ersten, sondern auch die einzigen Besucher.

Auf der Gambarogno-Seite des Lago Maggiore, auf der Hügelterrasse zwischen Piazzogna und Vairano, liegt ein prachtvoller botanischer Garten. Hier hat Otto Eisenhut, ein Baumschulist, mit viel Liebe und Geschick auf über 20’000 Quadratmetern Tausende unendlich farbig blühender Pflanzen gezogen.

Zum Botanischen Garten gehört auch eine Gärtnerei

Der Eintritt in den Garten beträgt 5.- Franken für Erwachsene, Kinder sind gratis.

Was gibt es angenehmeres an so einem heissen Tag, als ein Spaziergang durch diesen schattigen, dicht bewachsenen Garten.

Sogar ein Mammutbaum wächst hier

Auf gut angelegten Wegen geht es rauf und runter.

Nach gut einer Stunde verlassen wir den Botanischen Garten. Ich muss sagen, der Besuch lohnt sich und die 5 Franken für den Eintritt sind es Wert.

Dies ist die Aussicht von Vairano aus über den Lago Maggiore

Wir fahren hinunter nach Gerra (Gambarogno), wo wir direkt beim Kindergarten parkieren.

Schmucke Gässchen in diesem kleinen hübschen Ort am See.

Bei „Pacha-Mama“ direkt am See löschen wir unseren Durst und plaudern ein Weilchen mit dem Wirt.

ein lauschiges Plätzchen für Verliebte

Weiter geht nun die Fahrt nach Vira (Gambarogno)

auch hier gepflegte Gässchen

Zum Abschluss noch der Aufstieg zum Parkplatz

Jetzt geht’s zurück in den klimatisierten Wohnwagen.

Beim heutigen Abendspaziergang kündigt sich bereits der angesagte  Wetterwechsel an – mit einem extrem aufgewühlten See…

Ruedi auf seinem Lieblings-Bänkli

…und später mit einmaligen Wolkenbildern.

Doch Regen oder Abkühlung gab’s dann doch nicht.

 

Donnerstag, 6.6.

Heute Morgen fallen hie und da mal ein paar Regentropfen, so geniessen wir einen Faulenzer-Vormittag beim Wohnwagen, den Nachmittag verbringen wir beim „Lädelen“ im Einkaufszentrum San Antonino.

Morgen werden unsere beiden Söhne mit ihren Familien hier eintreffen – sie haben zwei Bungalows gemietet. Wir freuen uns auf ein paar gemeinsame Tage.

So werde ich hier zum Schluss kommen, obwohl wir voraussichtlich noch etwa eine Woche hier sein werden.

 

 

12 Tage Saintes-Maries-de-la-Mer (Camargue), 14 Tage Saint-Rémy (Provence) April 2019

Obwohl ich bereits vor zwei Jahren einen Bericht über die Camargue verfasst habe, will ich hier doch nochmals ein paar Worte zu diesem interessanten Teil Frankreichs schreiben:

Es ist ein riesiges im Rhone-Delta gelegenes Feuchtgebiet. Allein das  Naturschutzgebiet ist 13‘000 ha gross.

237 geschützte Vogelarten leben hier. Typische „Bewohner“ der Camargue sind  auch der rosa Flamingo, die schwarzen Camargue-Stiere und die weissen  Camargue-Pferde. Die Fohlen sind bei der Geburt dunkelbraun bis schwarz, hellen jedoch mit zunehmendem Alter auf. Mit etwa 10 Jahren sind sie vollkommen weiß. 

20% der landwirtschaftlich genutzten Fläche dient dem Reisanbau. Erwähnenswert sind auch die Salinen im Süden der Camargue.

 

Mittwoch, 10.April

An diesem trüben Morgen starten wir unsere Frankreichreise – und hoffen auf besseres Wetter, denn für die nächsten Tage sind in der Schweiz nochmals Schneefälle bis in tiefe Lagen angesagt.

Bereits in der Westschweiz sieht es wettermässig ganz anständig aus. Auch der Verkehr hält sich in Grenzen, nachdem wir in Zürich im Stau standen.

Mittagsrast bei Mont-sur-Rolle

Bei Genf verlassen wir die Schweiz und peilen unser erstes Ziel, den Campingplatz „du Sierroz“ in Aix les Bains an. Wir kennen diesen Platz von früheren Aufenthalten. Wir wählen diesen Platz gerne als Zwischenstopp, da es bei Aix les Bains eine Autobahnausfahrt gibt und der Platz nur 50 m vom Lac du Bourget entfernt liegt.

Da wir nur eine Nacht bleiben, wird uns ein „Kurzaufenthalter-Platz“ zugewiesen.

Auf dem grossen Parkplatz vor dem CP, wo im Herbst der Zirkus stand, findet diesmal eine riesige „Chilbi“ statt. Zum Glück ist es ab 22 Uhr ruhig…ob das am Wochenende auch der Fall wäre??

Die „Chilbi“ ist nicht so ganz unser Ding, da ziehen wir ein feines Abendessen in der Brasserie beim Hafen vor.

 

Donnerstag, 11.April

Da wir Aix les Bains bestens kennen und das Wetter auch nicht gerade zum Bleiben einlädt, fahren wir weiter – mit Ziel Camargue.

unterwegs

zwischendurch mal eine Zahlstelle

Es ist eine angenehme Fahrt, alles Autobahn bis Arles, wo wir in Richtung Saintes Maries de la Mer abbiegen.

Wir wählen, wie schon etliche Male zuvor, den CP „La Brise“.  Der Platz gefällt uns – grosszügige Stellplätze, saubere, geheizte Sanitäranlagen – und vor allem die Nähe zum Meer und dem Städtchen Saintes Maries de la Mer. Negativ ist nur, dass kein Restaurant und kein Internet angeboten werden (WiFi-Zone nur an der Rezeption).

Das Wetter zeigt sich inzwischen von der besten Seite, abgesehen vom Mistral, der zünftig bläst. Ein Grund die Seitenwände an der Markise zu montieren.

Nach dieser langen Fahrt unternehmen wir heute nicht mehr viel.

Noch kurz ein Abstecher ans Meer

Im Feuchtgebiet, welches gleich hinter dem CP beginnt, sieht man bereits die ersten Flamingos

…und sonstigen Wasservögel

 

Freitag, 12.April

Wow, dieser Morgen! – wolkenlos, zwar immer noch etwas windig.

Nach dem Frühstück spazieren wir vom CP aus, dem Meer entlang, nach Saintes Maries de la Mer.

Dies ist der Strand beim CP

Dieses Städtchen fasziniert mich immer wieder – die engen Gässchen mit den vielen netten Restaurants und Shops, die imposante Kirche, die Promenade, der Hafen, usw.

das Museum Baroncelli

der Platz vor der Arena

Nach ein bisschen Shopping und einem Käfeli in einem Strassencafé, machen wir uns wieder auf den Rückweg zum CP.

Inzwischen hat sich der Wind gelegt und es ist sommerlich warm.

Am Nachmittag unternehmen wir einen kurzen Ausflug mit dem Auto. Das heisst wir fahren zum „Bac du Sauvage“, wo wir uns von der Fähre über die kleine Rhone bringen lassen. Die Rhone ist übrigens in Frankreich „männlich“: Le Rhône.

Auf der Fähre sind wir die einzigen Passagiere

Danach fahren wir entlang der kleinen Rhone…

Immer wieder sieht man die typischen, weissen Camargue-Pferde und die schwarzen Camargue-Stiere.

Auf der Rückfahrt überqueren wir die kleine Rhone dann aber über eine Brücke.

Den restlichen Nachmittag verbringen wir im Liegestuhl an der Sonne, Ruedi mit seiner Funkanlage beschäftigt und ich mit einem spannenden Buch.

Ein Abendspaziergang an der Beach beim Campingplatz

 

Samstag, 13.April

Ein weiterer wolkenloser Tag ist uns beschert. Wir beschliessen ins ca. 25 km entfernte Aigues Mortes zu fahren.

Mich fasziniert immer wieder diese Weite

Eines der typischen mit Reet (Schilf) gedeckten Camargue-Häuser, die man leider nur noch selten sieht.

Die traditionelle Struktur dieser Häuser (Cabanes) ist eine meisterhafte Mischung aus einfacher und genialer Architektur. Ein bootsrumpfförmiger Baukörper trägt das steile Reetdach mit aufgesetzter Lehmhaube. Die abgerundete Seite ist immer gegen den Mistral gerichtet.

Die Wände der „cabanes“ sind kalkweiß getüncht und am Ende des Dachsparrens ist manchmal ein Stierhorn oder Querholz befestigt. Dieser Dachsparren, schützt vor Blitzeinschlägen und dient als Befestigung für ein Seil, das an windigen Tagen mit einer Vorrichtung am Boden vertäut wird.

In der Gegend von Aigues Mortes sieht man weite Rebgebiete

Hier wächst der berühmte „Vin des Sables“  (als Sandwein bezeichnet man Wein aus Reben, die auf Sandböden angebaut werden)

Wir stellen unser Auto direkt bei der Stadtmauer ab…

…und bummeln durch das historische Städtchen.

Auch dieses Mal entscheiden wir uns für einen Rundgang auf der 1,7 km langen Stadtmauer.

Hier eine Aufnahme von Aigues Mortes von einer Ansichtskarte

der Tour de Constance

dies der Ausblick von der Stadtmauer über die Salinen…

…und über den Hafen

Inzwischen ist es Mittag und nach all dem vielen Trepp-auf und Trepp-ab haben wir eine Pause und einen Imbiss verdient.

Auf dem Place Saint Louis laden diverse Restaurant zum Essen ein. Es ist wunderschön hier – windgeschützt und sommerlich warm.

Ruedi wünscht sich auch dieses Jahr die Salinen von Aigues Mortes zu besuchen.

Mit einem etwas in die Jahre gekommenen Touristen-Bähnli werden wir auf holprigen Wegen quer durch die Salinen gefahren, wobei uns viel über die Salzgewinnung erzählt wird (natürlich auf Französisch).

Bei einem Zwischenhalt darf man einen der „Salzberge“ erklimmen. Hier oben wird uns ein toller Ausblick über die ganze Anlage geboten.

Auf der Rückfahrt zum CP tätigen wir noch einen Grosseinkauf bei „Super-U“.

 

Sonntag, 14.April

Nach einem Ruhevormittag im Wohnwagen, brauchen wir nun noch etwas Unterhaltung.

Wir umfahren den „Étang du Vaccarès“, ein Feuchtgebiet von 6500 ha Grösse

…hier kann man sich ein Bild von seiner Grösse machen

Immer wieder legen wir einen Halt ein um die Gegend und den Ausblick über die Étangs zu geniessen.

Auf der Südost-Seite des Étang du Vaccarès endet die Strasse.

Ab hier geht es nur noch zu Fuss oder per Fahrrad auf schmalen Wegen weiter. Eigentlich wollten wir den Leuchtturm „La Gacholle“ besuchen, aber das scheint uns zu Fuss dann doch etwas weit für so einen Nachmittagsausflug. Der Leuchtturm ist von hier aus jedenfalls noch nirgends zu sehen.

Auf der Rückfahrt – was für eine Freude – wir finden ganz zufällig das lustige Gartenrestaurant „Mas St. Bertrand“ wieder, wo wir uns bereits beim letzten Mal so wohl fühlten. Es liegt an einer Verbindungsstrasse zur D36 in Richtung Salin de Giraud.

An einem kleinen Tischchen, umgeben von sattem Grün, gönnen wir uns einen „Assiette Bertrand“ und geniessen dieses besondere Ambiente.

…auf der Rückfahrt

 

Montag, 15.April

Da mein Fotoapparat seit zwei Tagen einen Fleck auf der Linse hat, möchte ich mir einen Ersatz kaufen. Im Internet fanden wir einen Foto-Shop in Montpellier. Da wir sowieso mal nach Sète fahren wollten, läge Montpellier doch grad am Wege.

Unterwegs macht uns eine Hinweistafel auf die „Cathedrale de Maguelone“  aufmerksam – also schauen wir uns diese Sehenswürdigkeit doch mal an.

Bei einem grossen Parkplatz, noch sehr weit entfernt von der Kathedrale, endet die Strasse für Autos.

…in der Bildmitte sieht man hier die Kathedrale

Was nun?  …und siehe da ein Touristen-Bähnli fährt regelmässig vom Parkplatz zur Kathedrale.

Und dieser Abstecher lohnt sich allemal. Die Kathedrale St.Pierre–St.Paul, errichtet im 12./13.Jh., war Bestandteil eines Klosters und Bischofssitzes.

Rund um die Kirche herrscht schon fast urwald-dichtes Grün

Zurück beim Parkplatz…hier finden wir einen unendlich langen Sandstrand

Als nächstes Ziel haben wir uns Sète vorgenommen – aber ojee, das war keine gute Idee, denn schon weit vor Sète stehen wir im Stau.

Da wir keine Freunde von Städten sind und schon gar nicht von Verkehrsstaus, drehen wir um und fahren in den Nachbarort Frontignan. Dies ist ein ruhiges, kleines Städtchen mit einem netten Platz vor dem „Hôtel de Ville“, wo wir uns mit einem feinen Imbiss stärken.

Nach einem kurzen Bummel durch die Gassen

…fahren wir nun nach Montpellier. Wir geben die Adresse des Foto-Shops im GPS ein und es führt uns immer ganz nah ans Ziel, aber wir kommen einfach nicht hin vor lauter Einbahnstrassen, die dazu sowas von eng sind. Mitten in einer Unterführung meint das GPS: sie haben ihr Ziel erreicht. Irgendwann haben wir genug und verlassen die Stadt unverrichteter Dinge.

Auf der Heimfahrt fragen wir in einem Einkaufszentrum in Aigues Mortes, wo es wohl möglich wäre einen Fotoapparat zu kaufen und der nette Herr empfiehlt uns das nur 100 Meter weit entfernte Elektronikgeschäft „Darty“.  Und siehe da, ich werde fündig und kaufe mir eine „Nikon Unterwasserkamera“, die eigentlich für Kinder gedacht ist, da sie stosssicher und wasserdicht ist. Da sie absolut dicht ist, sollten auch keine Staub- und Sandpartikel mehr ins Innere gelangen – was in dieser sandigen Gegend und bei den starken Mistral-Winden sicher ein Vorteil ist.

Die nachfolgenden Fotos sind mit dieser neuen Kamera geschossen.

Nun sind wir aber genug herumgekurvt und fahren direkt zurück zum CP. Inzwischen hat sich der Himmel mit Wolken überzogen.

Wir essen heute Abend erstmals drinnen im gemütlichen Wohnwagen-Stübchen.

 

Dienstag, 16.April

Während der Nacht fielen sogar mal ein paar Regentropfen.

Heute ist der Himmel bedeckt, es ist relativ warm und der Mistral hat sich gelegt.

Nach der gestrigen doch ziemlich langen Autofahrt, lassen wir das Auto heute stehen.

Ich geniesse einen Ruhevormittag, mit nur einem kurzen Spaziergang dem Meer entlang…Blumen sind auch bei Regenwetter schön.

Nach dem Mittagessen spazieren wir nach Saintes Maries de la Mer, allerdings bei leichtem Regen…

Im Laufe des Nachmittags lösen sich die Wolken aber auf und es wird sonnig und ohne Wind recht warm.

Jedenfalls können wir das „obligate“ Raclette (kommt auf jeder Reise mindestens einmal auf den Tisch) draussen essen und einen schönen Abend geniessen.

 

Mittwoch, 17.April

Ganz überraschend ist der Himmel wolkenlos, es weht kein Lüftchen und es ist entsprechend warm.

Wie jeden Mittwochmorgen trifft Ruedi seine Funkerkollegen aus der Schweiz über Funk.

Hier hat Ruedi seine Antenne aufgestellt

Da wir im Einkaufszentrum bei Aigues Mortes heute den Oster-Wochenend-Einkauf tätigen möchten, planen wir einen Ausflug in diese Richtung. Das heisst wir fahren nach Grau du Roi, einem Städtchen, das mir immer wieder gefällt, auch wenn es ein Touristenmagnet ist.

Ein weitläufiger Sandstrand mit Blick nach La Grande Motte

Der Kanal mit Blick zum Leuchtturm

Die Fischersfrau, die nach ihren Mann Ausschau hält, der jedoch nie mehr heimkehren wird

Wir spazieren entlang der Shopping-Meile, an Souvenirshops und Restaurants fehlt es hier nicht.

Zum Mittagessen suchen wir das kleine Beizli, in der engen Gasse wieder, in welchem wir im letzten Jahr so fein gegessen haben…und meine Crêpe ist auch diesmal wieder wunderbar – zwar eine kleine Kalorien-Sünde.

Nun noch ein Grosseinkauf bei „Super-U“, sodass wir über Ostern mit Lebensmitteln eingedeckt sind, denn auf dem CP gibt es nur grad das Nötigste zu kaufen.

Den restlichen Nachmittag verbringen wir im Liegestuhl an der Sonne und zum Abendessen schieben wir heute eine Pizza in den Ofen.

 

Donnerstag, 18.April

Gleich hinter dem CP beginnen die Feuchtgebiete, durchzogen von einem grossen und vielen kleinen Spazierwegen. Nach dem Frühstück machen wir uns auf zu einer laaaaangen Wanderung. Das Wetter ist wunderschön mit angenehmen Temperaturen.

Hier kann man sich vielleicht ein Bild machen, wie weit wir gewandert sind.

…der Blick vorwärts und zurück

Es ist unglaublich ruhig, nur das leichte Rauschen des Meeres oder hie und da das Lachen einer Möwe – sonst nichts.

Doch plötzlich befinden wir uns inmitten von tausenden Stechmücken, die um uns herumschwirren. Zum Glück haben wir immer einen „camargue-tauglichen“ Mückenspray dabei. Trotzdem verlassen wir diese Mückenbrutstädte fluchtartig.

Auf dem Rückweg spazieren wir dem Meer entlang – ein kurzer Abschnitt des Ufers ist mit wunderschönen, vom Meer geschliffenen Steinen bedeckt…jeder Stein ein Unikat.

Im Strandrestaurant vor dem CP legen wir einen Halt ein und belohnen uns mit einem Glas Weisswein.

Die heutigen Fotos schoss ich mit der „Spielzeug-Kamera“. Für Landschaftaufnahmen ist sie ganz okay, aber das Zoom taugt nichts.

So fahren wir am Nachmittag nochmals zum „Darty“ und ich leiste mit eine neue Sony-Kamera mit einem 50-fach Zoom…jetzt bin ich wieder dabei! Ruedi freut es, dass er die handliche „Kinderkamera“ übernehmen darf 🙂 …ich schenke sie ihm zum bevorstehenden Geburtstag.

 

Freitag, 19.April (Karfreitag)

In Saintes Maries de la Mer findet heute der Wochenmarkt statt.

Im Angebot findet man vor allem Produkte aus der Camargue, z.B. viele verschiedene Reissorten, Salz, Vin de Sable oder Saucissons de Taureau, aber auch „Ramsch“ wie auf allen grösseren Märkten.

…und immer wieder das „Wahrzeichen“ von Saintes Maries de la Mer

Die meisten Geschäfte im Städtchen sind allerdings heute Karfreitag geschlossen.

Den Hinweg wählen wir durchs Städtchen, den Rückweg dann aber dem Meer entlang – welches heute ganz schön rauschend daherkommt – obwohl hier am Ufer kein Lüftchen weht.

Nach einer längeren Siesta gehen wir nochmals auf die Pirsch nach Flamingos und anderen Wasservögeln – und wir werden fündig.

Inzwischen ist es wieder wolkenlos, windstill und 22° warm.

Erst gegen Abend kommt wieder ein starker Wind auf, der diesmal aber vom Meer her weht.

Wir unternehmen einen Abendspaziergang und staunen, wie unruhig das Meer heute Abend ist.

Bald danach geht der Vollmond auf, an einem sternenklaren Himmel.

 

Samstag, 20.April

Es scheint ein weiterer sonnig-warmer Tag zu werden. Unser heutiges Ziel sind Port Saint Louis und Plage Napoleon. Beides liegt an der Mündung der Rhone ins Mittelmeer.

…der Aussichtsturm dürfte schon etwas höher sein…

…viel gibt es eh nicht zu sehen, ausser der beeindruckenden Weite

Reisfelder… diese wurden in den letzten Tagen geflutet (jeweils im April) und werden im Oktober zur Ernte wieder trocken gelegt.

Da der Hafen auf der andern Seite der Rhone liegt, nutzen wir das Angebot der Fähre von Bac du Barcarin.

Eine Sehenswürdigkeit von Port Saint Louis du Rhône ist der Tour Saint Louis. Dieser Turm wurde im Jahre 1737 als Wach- und Leuchtturm errichtet. Leider ist er nur von Montag bis Freitag zu besichtigen und zu besteigen – heute ist Samstag.

Nach einem Spaziergang zwischen der Rhone und dem Meer…

…fahren wir hinaus zur Plage Napoleon.

…einem riesenlangen Sandstrand

Inzwischen ist es Mittag – wir beschliessen auf der Rückfahrt nach Saintes Maries de la Mer im Mas Saint Bertrand einen Halt einzulegen und etwas Kleines zu essen.

Zum Restaurant gehört eine Bilder und Skulpturen-Galerie – sieht für mich eher etwas nach Brockenhaus aus.

Auf der Rückfahrt, den Étangs entlang

Noch kurz ein Abstecher zum „Manade Paul Ricard“

Inzwischen sind Wolken aufgezogen und es wird merklich kühler – am Nachmittag erreichte das Thermometer noch 24°C.

 

Sonntag, 21.April  (Ostern)

Während der Nacht regnete es leicht und am Morgen ist der Himmel bedeckt.

Wir faulenzen heute mal richtig und unternehmen nichts, ausser einem Spaziergang ins Städtchen.

Aber genau zu diesem Zeitpunkt regnet es in Strömen. Die Gassen sind voll von Menschen, die unter den diversen Vordächern Schutz vor dem Regen suchen – alle Läden sind heute geöffnet. Überall tropft es von den Markisen der Geschäfte…ein Grund schon bald wieder zum Wohnwagen zurückzukehren.

Wir kochen uns ein feines Abendessen und geniessen danach einen gemütlichen TV-Abend.

 

Montag, 22.April (Ostermontag)

Es ist der letzte Tag, den wir in der Camargue verbringen – also heisst es heute zusammenpacken. Zum Glück scheint die Sonne, nach dem gestrigen Regentag und trocknet unser Vorzelt.

Bei einem Spaziergang in der näheren Umgebung entdecken wir nochmals ein paar Flamingos.

Hier kaufen wir Wein, Erdbeeren und Honig.

Zum Abendessen spazieren wir ins Städtchen und essen in einem kleinen Beizli in einer engen Gasse ein feines Steak.

Das Meer ist extrem aufgewühlt, wie wir es all die vorherigen Tage nie sahen – schade kann man hier das Tosen nicht hören.

 

Dienstag. 23.April

Nach einer Regennacht, verlassen wir den CP La Brise um 9 Uhr…

…und fahren ins 70 km entfernte Saint Rémy de Provence….eine problemlose Fahrt.

Unendliche Alleen in der Gegend von Saint Rémy.

Wir fahren auf den CP Monplaisir und staunen nicht schlecht, als man uns an der Rezeption sagt, es seien grad mal noch zwei Plätze frei!

Einer der zwei Plätze ist ein grosser Komfortplatz, für den wir uns entscheiden.

Heute herrscht richtiges Aprilwetter – mal Sonne und immer wieder etwas Regen, daher stellen wir das Vorzelt auf.

Über Mittag spazieren wir ins Städtchen. Die schmucke, grösstenteils autofreie Altstadt liegt nur 1 km vom CP entfernt. Fotos gibt’s dann mal bei hoffentlich besserem Wetter.

 

Mittwoch, 24.April

Wie immer mittwochs, hat Ruedi noch vor dem Frühstück Kontakt mit seinen Funkerfreunden in der Schweiz.

Heute findet in Saint Rémy der Wochenmarkt statt – klar, müssen wir da hin.

Anfangs sind wir etwas enttäuscht, denn es werden so die üblichen Marktartikel wie Taschen, Billig-Kleider, Schuhe, usw. verkauft – im oberen Teil des Marktes stossen wir aber, zu meiner Freude auf Produkte aus der Region (provenzalische Töpfereien, Lavendelprodukte, Käse, usw.) , sowie auf einen Gemüsemarkt.

Gegen Mittag wird uns das Gedränge in den Gassen etwas zu viel – so gehen wir zurück zum CP.

Am Nachmittag scheint die Sonne und sie animiert uns noch etwas zu unternehmen.

Etwa 5 km von Saint Rémy entfernt befindet sich „Glanum“.

Glanum war eine keltische, hellenistische und später römische Stadt im heutigen Südfrankreich. Das antike Zentrum ist als Ruine erhalten. Diese Stadt wurde nach 1700 Jahren wiederentdeckt – die Ausgrabungen begannen 1921.

Bereits vor dem Eingang kommt man bei zwei gut erhaltenen, antiken Monumenten vorbei, dem Triumphbogen und dem Mausoleum.

Ein Besuch dieser Ruinenstadt lohnt sich unbedingt. Der Eintritt beträgt 8 Euro/Person.

Die einstige Hauptstrasse der Stadt

Nur ein paar Schritte entfernt gäbe es eine weitere Sehenswürdigkeit, die „Abtei Saint-Paul-de-Mausole“, die wir aber an einem andern Tag besichtigen werden.

Da wir nun auf dem CP Internet haben, arbeite ich noch ein bisschen an meinem Reisebericht.

Die Sonne scheint noch, aber der Mistral bläst immer wieder starke Böen übers Land.

 

Donnerstag, 25.April

Trotz immer noch sehr launischem Wetter, besuchen wir am Nachmittag das Kloster „Saint-Paul-de-Mausole“.

Die in der Nähe der antiken Stadt Glanum gelegene Abtei war zunächst seit 982 ein Priorat der Abtei Saint-André de Villeneuve-lès-Avignon und wurde 1080 in ein Augustiner-Chorherren-Stift umgewandelt. Seit 1117 ist es nach dem nahe gelegenen Mausoleum der Julier benannt. 1316 wurde das Stift dem Domkapitel der Kathedrale von Avignon unterstellt. 1605 übernahmen die Franziskaner das Kloster, wo sie ein Asyl einrichteten.

Vom 3. Mai 1889 bis zum 16. Mai 1890 lebte Vincent van Gogh im Kloster, daher ist eine sehenswerte Ausstellung diesem Künstler gewidmet…

leider blühen die Lilien noch nicht wie auf van Goghs Gemälde

die Kirche ist sehr schlicht

der Kreuzgang

van Goghs Schlafzimmer

Es gibt ein berühmtes Bild des Klosters mit den blühenden Lavendelfeldern im Vordergrund, im Sommer aufgenommen.

Da der Lavendel noch nicht blüht, sind es nun halt die Schwertlilien.

Wir unternehmen nun noch eine Fahrt durch die „Alpilles“ (ein Naturpark), dies ist eine 30 km lange und 10 km breite Kalksteinkette mit einer Höhe bis zu 500 Meter.

Unterwegs kommen wir bei Les Baux vorbei

…oh wie sind wir froh, haben wir dieses zwar unbedingt sehenswerte Felsendorf, in früheren Jahren bereits zweimal besucht, denn es gibt mehrere Kilometer vor und nach Les Baux keinen freien Parkplatz mehr. Da herrscht ein ziemliches Chaos,  die Parkplatzsituation ist den Besuchermassen schlichtweg nicht mehr gewachsen.

Diese „Schönheit“ habe ich unterwegs am Strassenrand angetroffen

Auf der Rückfahrt kommen wir zufällig bei Fontvieille vorbei, einem kleinen, alten Städtchen, welches berühmt ist für seine Windmühlen, aber auch für die Olivenöl-Herstellung.

Nach einem kleinen Imbiss in einem typischen provenzalischen Restaurant, spazieren wir hinauf zur Moulin de Daudet, einer der vier Mühlen.

Zurück auf dem CP fegt ein unheimlicher Mistral über uns hinweg, sodass wir beschliessen das Vorzelt abzubauen – gar kein einfaches Unterfangen bei so einem Sturm, kaum hat man die Häringe gelöst, fliegen einem die Wände um die Ohren. Kaum sind wir fertig, beginnt es auch bereits zu regnen.

Etwas später steht dieser Regenbogen am Himmel

 

Freitag, 26.April

Nach einer Regennacht, scheint heute Morgen die Sonne vom fast wolkenlosen Himmel und kein Lüftchen weht.

Als Ziel haben wir uns mal Cavaillon vorgenommen. Aber spontan wie wir sind, biegen wir schon kurz nachdem wir Saint Rémy verlassen haben in Richtung der Alpilles ab (zur Erinnerung: Les Alpilles sind die Hügelkette und der Naturpark)

Auf schmalen Nebenstrassen gelangen wir so nach Eygalières – ein kleines, aber sehenswertes  Städtchen.

Beim Aufstieg zum historischen Dorfkern von Eygalières kommen wir an dieser Blumenvielfalt vorbei.

Zu meiner Freude findet unten im Dorf gerade ein grosser Markt statt.

Hier der Blick hinauf zum alten Stadtteil

Etwas ausserhalb Eygalières steht „Sainte Sixte“ eine katholische Kapelle aus dem 12.Jh., heute ein Baudenkmal.

Traurig, dass man solche Tafeln aufstellen muss

Unser nächstes Ziel wäre Eyguières, welches etwa 20 km entfernt liegt, sodass wir etwas durch die Gegend der Alpilles kommen. Es ist eine interessante, abwechslungsreiche Fahrt.

Unterwegs gebe ich zur Sicherheit im GPS vermeintlich Eyguières ein.

Als wir laut GPS am Ziel ankommen, bemerken wir, dass wir wieder in Eygalières sind…ach wie peinlich, da habe ich doch glatt die beiden Namen „Eyguières und Eygalières“ verwechselt. Ha, ha…oh wie haben wir gelacht…

…ist ja wirklich nicht einfach…

Auf der Rückfahrt nach Saint Rémy lade ich Ruedi als Entschuldigung für diese  Panne zu einem späten Mittagessen in ein nettes Bistro ein. Wir wählen das Tages-Menu: zur Vorspeise gegrillte Zucchetti, Auberginen und Tomaten, dann ein Risotto mit Tinte vom Tintenfisch und Steinbutt an Kurkuma-Crème, zum Dessert Fiadone – eine Art süsser Käsekuchen. Es schmeckte wunderbar.

Den restlichen Nachmittag können wir im Liegestuhl an der Sonne geniessen.

 

Samstag, 27.April

Wir wissen noch nicht genau, was unser heutiges Ziel sein wird – wir fahren mal los in Richtung Cavaillon.

Dabei überqueren wir den Fluss „Durance“

Cavaillon ist eine Stadt mit ca. 26‘000 Einwohnern.

Imposant ist der direkt hinter der Stadt ansteigende, felsige Hügelzug, der „Colline Saint Jacques“. In den Felsen befindet sich ein Klettersteig, die Via Ferrata.

Das Auto stellen wir beim Office de Tourisme ab. Direkt dahinter beginnt der Aufstieg über Stufen und steile Wege – was uns für die Mühe belohnt ist die tolle Aussicht über die Stadt.

weit über uns die Kapelle Saint-Jacques

Kurz bevor wir aber den Klettersteig erreichen, drehen wir um, ich bin nicht so ganz schwindelfrei und habe bereits weiche Knie.

Ich habe gelesen, dass eine Fahrstrasse auf den Hügel führt, was viele nicht wissen, denn wir treffen dort oben ausser Franzosen keine Touristen an.

Vom Parkplatz aus geht es nur noch einige Meter zu Fuss bis zur Kapelle Saint Jacques, von wo aus uns eine unglaubliche Aussicht über Cavaillon und bis hin zum Mont Ventoux (bei guter Sicht) geboten wird.

Inzwischen ist es Mittag und zu unserer Freude entdecken wir unweit vom Parkplatz ein wirklich einladendes Restaurant, wo wir uns einen Imbiss gönnen.

Nun noch ein bisschen Stadt…

…bevor wir Cavaillon wieder verlassen.

Wir versuchen heute das Städtchen Eyguières zu finden, was uns gestern nicht gelungen ist…und siehe da diesmal klappt es!

Aber diesem Ort fehlt jeglicher Charme – so fahren wir nach einem kurzen Bummel durchs Zentrum weiter nach Aureille, aber auch dies ist nicht gerade ein Touristen-Magnet.

Aber die Fahrt auf den zwar etwas engen Nebenstrassen ist abwechslungsreich.

Nun noch der Wochenend-Einkauf bei Intermarché und dann geht’s zurück zum CP.

Ganz ungeplant verbrachten wir einen interssanten Tag.

 

Sonntag, 28.April

Hier mal noch ein paar Bilder vom CP

die Rezeption und der Shop

unser Platz

der geheizte Pool (25°)

Wow, jetzt sind wir soeben zurück von einer fast 3-stündigen Wanderung.

Wir fahren bis etwas ausserhalb Saint Rémys und parkieren laut Wanderkarte bei der „Chapel Romanin“…nur von der Kapelle sehen wir leider gar nichts. Ab hier führt eine Rundwanderung zur Römischen Brücke und zurück.

Die Vegetation ist sowas von abwechslungsreich – einfach wunderschön. Im Hintergrund immer die Ausläufer der „Alpilles“.

Mandelbäume

Eine buntgemischte Flora

Mischwald

Vom Château Romanin gibt es allerdings von dieser Seite her gar nichts zu sehen, total abgeschirmt.

Mit schon langsam etwas müden Beinen kommen wir zum „Pont Romain“

Von hier aus geht es zurück zum Auto. Nun entdecken wir den Turm der Chapel Romanin hinter den Bäumen, nur einen Weg dorthin finden wir nicht – die Kapelle steht mitten in einem Olivenhain.

 

Montag, 29.April

Nach der Wanderung von gestern, wollen wir es heute etwas ruhiger angehen. Unser Ziel ist das Château Tarascon.

Tarascon liegt 15 km von Saint Rémy entfernt – wir aber besuchen unterwegs noch die Städtchen Eyragues, Maillane und Graveson, welche mehr oder weniger an der Route liegen.

Keines der drei Orte hat aber touristisch etwas Interessantes zu bieten – oder unsere Ansprüche sind etwas zu hoch.

In Tarascon parkieren wir direkt an der Rhone, beim Schloss, welches wir nun besuchen.

Die Burg Tarascon wurde zwischen 1400 und 1435 errichtet und diente gleichzeitig als Wohnschloss und zu militärischen Zwecken.

im Innenhof

Auf drei Stockwerken kann man durch die riesigen Gemächer wandeln, dazwischen immer wieder Wendeltreppen und kleine verwinkelte Zimmerchen. Es war allerdings zu düster zum Fotografieren

wunderschöne Gefässe in der alten Schlossapotheke

Möbel, Teppiche und andere Ausstattungsgegenstände darf man allerdings nicht erwarten. Sie sind über die Jahrhunderte leider alle verloren gegangen.

Zuoberst auf der Dachterrasse wird uns eine einmalige Aussicht geboten, über die Stadt, die Rhone und hinüber zum Schloss Beaucaire. Der Mistral bläst uns allerdings fast vom Dach.

Gleich neben dem Schloss steht die Tarasque – das Fabeltier, welchen Tarascon seinen Namen gegeben haben soll.

Wen es interessiert, hier die Legende dazu:

Das Wasser des Flusses ist unruhig. Immer größere Wellen schlagen an die Steine des Ufers. Die Bewohner der Stadt drängen sich dicht zusammen. In dem Halbkreis, den sie gebildet haben, steht ein Mädchen. Sie wartet. Auf den Tod. Auf das Ungeheuer. Und sie wartet nicht umsonst. Das Wasser teilt sich, rinnt an dem sich daraus erhebenden Körper herab und aus den Fluten steigt…eine Riesenschildkröte mit dem Kopf eines Asiaten, der sich winzige Katzenohren angeklebt hat. Zumindest müsste es sich so abgespielt haben, wenn man der Stadtlegende von Tarascon glaubt und die Statue der gefürchteten Tarasque Ähnlichkeit mit ihr haben soll. Tarascon ist eine kleine Stadt in Südfrankreich und liegt an der Rhône. Angeblich ist der Ort nach besagtem Ungeheuer, der Trasasque, benannt, die im Mittelalter immer wieder aus dem Fluss kam um Reisende und Jungfrauen zu verschlingen. Erst die Heilige Martha machte dem ein Ende. Sie fing das drachenähnliche Ungetüm und die Bewohner der Stadt steinigten es.

Mehr wollen wir von dieser lebhaften Grossstadt aber nicht sehen und fahren somit zurück ins gemütlichere, kleine Saint Rémy.

Nach einem kleinen Imbiss schlendern wir durch die Gassen von Saint Rémy.

der Nostradamus-Brunnen

Den Abend geniessen wir vor dem Wohnwagen

 

Dienstag, 30.April

Bilderbuchwetter!

Unser heutiges Ziel ist Gordes im Luberon.

Dieser Ort thront auf einem Felsvorsprung an der Südflanke der Hügelkette Monts de Vaucluse auf 635 m

Ich habe wiedermal das Glück zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, denn es findet gerade ein grosser Markt statt.

im Hintergrund das Château de Gordes

Hier haben wir den Überblick

Nach einem Bummel durch das hübsche Dorf und den Markt…

…besuchen wir das Château. Das Schloss wird zum ersten Mal 1031 erwähnt.

Leider gibt es auch hier überhaupt keine Innenausstattung zu sehen – das ganze  Schloss birgt heute eine Kunstausstellung.

Nach einem Cappuccino in einem Strassencafé verlassen wir Gordes…

…und fahren zum „Village des Bories“

Die Zufahrtsstrasse ist echt eine Herausforderung, denn hier herrscht doch tatsächlich Gegenverkehr! Zu unserem Glück, sind nicht gerade viele Besucher unterwegs.

Aber es hat sich allemal gelohnt…

Manche Bories dienten als Ställe für Schafe, Schweine oder Ziegen, andere wurden als Lagerraum für Werkzeug oder Getreide, als Backhäuser oder auch als Wohnung genutzt. Von den meist in kleinen Gruppen gebauten Hütten, hatte also jede eine ganz bestimmte Funktion. Bis heute weiß man nicht ganz genau, wie alt diese Hütten eigentlich sind. Einige Fundstücke können bis ins 7. Jahrhundert datiert werden, andere stammen noch aus dem letzten Jahrhundert! Fest steht aber, dass die Bories seit Jahrhunderten in derselben Art und Weise gebaut wurden. Man sammelte die herumliegenden Steine auf, bearbeitete sie ein wenig mit Hammer und Meißel und schichtete sie dann ohne Mörtel aufeinander. Der Trick bestand darin, so zu stapeln, dass kein Regen oder Schnee in die Hütte eindringen konnte. 

Wir verlassen die Bories…hoffentlich kommt uns keiner entgegen!

Auf der Weiterfahrt nach Bonnieux

…nochmals ein Blick hinauf nach Gordes

Wir lieben den Film „Ein gutes Jahr“ mit Russel Crow. Als Drehort diente diesem Film das Château „La Canorgue“ bei Bonnieux. Da wir uns ganz in der Nahe befinden, möchten wir es uns mal ansehen. Ich habe zwar gelesen, dass es nicht zu besichtigen sei – und tatsächlich, es versteckt sich leider hinter Mauern und Bäumen.

Inzwischen ist es sommerlich warm, so verbringen wir einen gemütlichen Abend auf dem CP.

 

Mittwoch, 1.Mai

Da wir nicht wissen, wie die Franzosen den 1.Mai zelebrieren, wollen wir heute nicht auf die Strasse – die Geschäfte sind jedenfalls geschlossen.

Bei diesem Bilderbuchwetter ist Wandern angesagt und zwar in den Alpilles, die ja direkt hinter Saint Rémy ansteigen. Wir fahren bis zum ca. 5 km entfernten Parkplatz „Caume“.

Von hier aus führen unterschiedlich lange Wanderwege in alle Richtungen. Wir wählen anfangs den „Botanischen Weg“ – auf Tafeln erfährt man die Namen der Pflanzen/Bäume am Wegrand.

Wir dehnen die Wanderung dann aber aus, in dem wir zuerst in Richtung Caume-Plateau gehen.

Unten in der Ebene sieht man Saint Rémy

dies ist der Ausblick in Richtung Süden

Hier zweigen wir zu den „Deux Trous“ ab. Wir wagen es zwar nicht ganz bis zum gigantischen Fels mit den beiden Löchern, das Risiko scheint uns alten Leutchen dann doch etwas zu gross.

hier sieht man im Fels unten links die beiden Löcher

Die Vegetation ist wunderschön und sowas von abwechslungsreich.

…ebenfalls die Aussicht, nur ist die Weitsicht heute sehr getrübt, sonst könnte man von hier aus bis nach Avignon sehen…oder zum Mont Ventoux, der hier hinten rechts ganz schwach zu sehen ist.

Zurück auf dem CP geniessen wir diesen Sommer-Nachmittag (25°) noch, denn für morgen ist ein Wetterwechsel mit Regen angesagt. Liegestuhl, Sonnenbrille und mein Buch sind nun gefragt.

…dabei lässt sich diese wunderschöne Libelle neben uns nieder

 

Donnerstag, 2 Mai

Ruedi wünscht sich einen Ausflug zum Pont du Gard, vor allem möchte er das dortige Museum wiedermal besuchen. Da das Wetter heute etwas aprilmässig daherkommt, mal ein paar Regentropfen, mal Sonnenschein, ist das eine gute Idee.

Schon die Fahrt bietet einiges:

das Überqueren der Rhone bei Tarascon

die vielen Mohnfelder

…und zur Abwechslung mal Gemüse, oft auch Spargel

Der Pont du Gard ist ein römischer Aquädukt. Die Brücke ist von beeindruckender Höhe und stellt einen der am besten erhaltenen Wasserkanäle aus der Römerzeit dar. Der Pont du Gard zählt zu den wichtigsten erhalten gebliebenen Brückenbauwerken der antiken römischen Welt und ist eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Südfrankreichs.

Das Museum ist riesig, zwar etwas düster – aber sehr informativ

unterwegs zur Brücke

Der Fluss Gard – heute meist Gardon genannt

Auf der Rückfahrt legen wir einen Halt in Remoulins ein

…einem kleinen, alten und etwas verschlafenen Städtchen…ausser der zwei Katzen ist kein Lebewesen anzutreffen

Die alte Kirche Notre Dame de Bethléem

Ein erholsamer Spaziergang dem Fluss Gardon entlang

Wenn wir wieder durch lange Alleen fahren, wissen wir, dass wir nach Saint Rémy kommen.

Inzwischen ist es wieder sommerlich warm.

 

Freitag, 3.Mai

Wie meistens fahren wir auch heute etwa um 9 Uhr los – und zwar besuchen wir das ca. 25 km entfernte Avignon.

Das Auto lassen wir auf dem grossen, zwar etwas engen Parkplatz. direkt vor den Toren der Altstadt.

Das Monument des Comtat, steht direkt beim Parkplatz.

Nur ein paar Schritte entfernt befindet sich der berühmte „Pont d’Avignon“.

Die Brücke von Avignon (Saint-Bénézet) ist ein wichtiger Zeuge der Geschichte der Stadt Avignon und der Rhone. Ihr Bau begann im 12. Jh. Sie wurde durch Kriege und Hochwasser mehrmals beschädigt und wieder aufgerichtet, aber im 17. Jh. dann endgültig aufgeben.

Vorbei am „Palais des Papes“, an der Kathedrale „Notre Dame des Doms d’Avignon“ aus dem 12 Jh. und dem „Musée du Petit Palais“…

…steigen wir hinauf auf den „Rocher des Doms“.

Der Aufstieg lohnt sich auf alle Fälle, es ist eine wunderschöne, gepflegte Anlage

Und es wird uns eine einmalige Aussicht geboten…

hinunter zur Rhone

zum Pont d’Avignon

hinüber zum Fort Saint-André

und über Avignon

Bei einem Kaffee am Teich sind wir umgeben von allerlei gefiederten Gästen.

beim Abstieg hat man diese Sicht auf den Place du Palais

Nun bummeln wir noch durch die weitläufige Fussgängerzone

die Kirche Saint-Agricol

 

Samstag, 4.Mai

Während Ruedi wie jeden Samstagmorgen am Funken ist, suche ich nach Ideen für den heutigen Ausflug.

Mein erster Vorschlag ist, die „Moulin du Calanquet“, eine Ölmühle, etwas ausserhalb von Saint Rémy zu besuchen.

Schon der wunderschöne Garten ist sehenswert.

In der modernen Ölmühle erzählt uns der Besitzer vieles über Olivenbäume, Oliven und der Verarbeitung – von der Ernte bis zum fertigen Öl.

Nebst der ganzen Produktions-Ablaufes, erfahren wir auch dass hier seit fünf Generationen Olivenöl hergestellt wird. Das Gut besitzt 20’000 Olivenbäume, dabei fünf verschiedene Olivensorten, somit stehen auch fünf verschiedene Olivenöle zum Verkauf.

Wir dürfen all diese Öle – und noch vieles mehr – degustieren, so auch diverse Olivenpasten (tapenades), eingelegte Oliven, aber auch Honig und Konfitüren.

Nun tätige ich noch einen Grosseinkauf im Shop.

Es war ein wirklich lohnenswerter Besuch.

Mein zweiter Vorschlag ist der Besuch des „Château Estoublon“ in Fontvieille …auch nur 15 km von Saint Rémy entfernt

unterwegs durch „les Alpilles“…

mit Blick auf  das Felsendorf „Les Baux“

Was für ein netter Empfang 🙂  (Besitzerin ist Valérie Reboul-Schneider, eine Schweizerin, daher die Schweizer-Flagge)

schon die Einfahrt ist beeindruckend.

Eine wunderschöne Anlage lädt zum Flanieren ein.

der Shop

Bei einem leichten Mittagessen geniessen wir die Sonne und die Ruhe.

auf der Rückfahrt

 

Sonntag, 5.Mai

Der Mistral hat wieder eingesetzt und bläst mit aller Kraft – richtig beängstigend. Ein Campernachbar sagt uns, es seien Windböen bis 110 km/h dabei.

So verbringen wir den Tag – mehr oder weniger – im immer wieder bedenklich schwankenden Wohnwagen…ich am Computer, Ruedi am Funk.

Zwar scheint die Sonne vom fast wolkenlosen Himmel. Eigentlich hatten wir vor, den Bambusgarten in Eyragues zu besuchen, der im Mai nur samstags und sonntags geöffnet ist, aber der Wind hält uns sogar davon ab, obwohl wir recht wetterfest und sturmerprobt sind.

Am Abend gehen wir allerdings noch ins Städtchen zum Essen. Trotz schönstem Wetter sind an diesem frühen Sonntagabend  die Gassen und Strassen praktisch leer.

Es sieht aus wie „Herbst in Grün“, so hat der Mistral gewütet.

Wir finden ein nettes Restaurant, wo man bereits um 18:30 Uhr etwas zu Essen bekommt.

Mir gefallen die Hängepflanzen.

 

Montag, 6.Mai

Der Wind bläst immer noch, dafür ist der Himmel wolkenlos.

Da bei unserem Besuch der Mühle von Daudet trübes Wetter herrschte, wollen wir uns dies nun noch bei Sonnenschein ansehen.

Wir fahren nach Fontevieille – aber nicht ohne in Maussane noch einen Halt einzulegen.

Die Mühle sieht doch heute viel freundlicher aus, als beim letzten Besuch.

Ebenfalls in Fontvieille befindet sich das Château Montauban, welches sich allerdings sehr verschlossen zeigt.

Unser nächstes Ziel ist das „Aqueduc Romain“, welches einst das Wasser zu den  berühmten  Mühlen von Barbegal brachte.

…unterwegs

 Die Mühlen von Barbegal sind die Ruine einer römischen Wassermühle mit 16 Mahlwerken und eine archäologische Fundstelle . Die Anlage wurde im 2. Jahrhundert n. Chr. errichtet.
Die Anlage befindet sich 2,5 Kilometer südöstlich von Fontvieille, in der Nähe der südfranzösischen Stadt Arles, an einem natürlichen Abhang der Alpillen mit einem ca. 30%igen Gefälle. Das Gefälle des den Hang hinunter fließenden Wassers wurde genutzt, um die Mühlen zu betreiben. Eine zweite Rinne versorgte die Stadt Arles mit Wasser.

Hier am Ende des Aquäduktes sind noch die Überreste der Mühlen zu sehen

Eigentlich möchten wir noch die Abtei Montmajour besuchen, aber wir haben ein technisches Problem am Auto, wir können eine der hinteren Türen nicht abschliessen – und das Auto wollen wir nicht offen stehen lassen. So verzichten wir auf diesen Besuch – nur halb so schlimm – waren wir doch vor ein paar Jahren schon mal hier.

…auf der Rückfahrt – immer wieder weite Rebgebiete

…hier wird aber auch Reis angebaut

Zurück auf dem CP erhalte ich eine E-Mail von meiner Schwiegertochter, dass sie, unser Sohn und die beiden Enkelkinder übers Wochenende auf dem CP Campofelice im Tessin sein werden.

Ruedi und ich sind uns rasch einig, da fahren wir auch hin …es ist eh ein günstiger Zeitpunkt zum Reisen, denn morgen soll sich der Mistral mal für einen halben Tag ruhig verhalten – was zum Fahren mit dem Wohnwagen von Vorteil ist.

Also heisst es zusammenpacken…

 

Dienstag, 7.Mai

Unglaublich, gestern noch stürmischer Mistral, heute kein Lüftchen mehr.

Um ca. halb 9 Uhr verlassen wir Saint Rémy …

ein letzter Blick auf „Les Alpilles“

Wir fahren über Cavaillon, Orange, Valence und Morans nach Aix les Bains in Savoyen.

Das Wetter ist super, vor allem kein Wind und der Verkehr hält sich in Grenzen. Ab Valence sind vor allem keine LKWs mehr unterwegs, die sind alle nach Lion abgebogen.

Im Tal der Isère ist die Autobahn gesäumt von kilometerlangen Nussbaum-Plantagen.

Unterwegs legen wir einen Znünihalt und einen Tankstellen-Halt ein

…und erreichen so bereits um 13:30 Uhr  den CP „du Sierroz“ in Aix les Bains.

Wir bleiben nur für eine Nacht – somit gönnen wir uns einen Ruhenachmittag, bevor wir morgen ins Tessin weiterziehen.

Abendessen gibt’s heute in der uns bestens bekannten Pizzeria am Hafen von Aix les Bains.

…unterwegs zum Hafen – die schneebedeckten Savoyer-Alpen

 

Mittwoch, 8.Mai

Es regnet…und zwar auf der ganzen 550 km langen Fahrt nach Tenero im Tessin.

einzig die blühenden Rapsfelder bringen etwas Farbe in den grauen Tag

Ein bisschen befremdend, Fahrräder in der Autobahn-Rastätte „Rose de la Broye“

Im Urner Reusstal tobt ein Föhnsturm, der von Ruedi volle Konzentration fordert, um den Wohnwagen auf der Fahrspur zu halten – mir ist schon ziemlich mulmig und bin froh, als wir endlich in den Gotthardtunnel einfahren können.

Im Süden sieht es wettermässig auch nicht besser aus.

Um 16 Uhr erreichen wir den CP Campofelice in Tenero.

Nach dieser langen Fahrt belohnen wir uns – vor allem Ruedi – mit einem feinen Essen im Restaurant.

Ich will mich nicht mit fremden Federn schmücken, diese beiden Fotos hat Ruedi geschossen.

 

Donnerstag, 9.Mai

Was für eine Überraschung – die Sonne scheint…

Nach der gestrigen langen Autofahrt, bleiben wir heute auf dem CP.

…und geniessen vor allem den schönen Abend

Gambarogno

die Verzasca

Sonnenuntergang am Lago Maggiore

 

Freitag, 10.Mai

Da morgen unser Sohn mit seiner Familie ankommt, will ich hier den Reisebericht abschliessen.

Wir haben einmal mehr viel erlebt und viel Interessantes  gesehen – das Wetter war auch ganz akzeptabel – abgesehen vom Mistral – und wir sind dankbar, auch diesmal gesund und pannenfrei heim zu kommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Woche Tessin – Ende März 2019

Dienstag, 26.März

Die Fahrt ins Tessin

…über den San Bernardino

 

Mittwoch, 27.März

Ein Tag auf dem Campingplatz (CP Tamaro in Tenero)

…unser Stellplatz

…ein Spaziergang auf dem CP – am Lago Maggiore

Abendstimmung am See

Danach gehen wir zum Abendessen in die Pizzeria des CP

 

Donnerstag, 28.März

Ein Besuch an der Kamelien-Schau in Locarno

…wir spazieren vom Hafen Locarno zum Kamelienpark

…im Kamelienpark

Im Kamelienpark blühen 950 Kamelienarten

…auf dem Rückweg – hier in Locarno

…stilvolles Abendessen bei Sonnenuntergang im Restaurant des CP

 

Freitag, 29.März

Ein Ausflug nach Ascona

Zurück auf dem CP – Ruedi hat Funkkontakt mit seinen Kollegen in der Deutschschweiz

…beim Abendessen in der Abendsonne

 

Samstag, 30.März

Ein langer Spaziergang in der Bolle di Magadino, einem Naturschutzgebiet mit einer Grösse von etwas mehr als 300 Hektaren

am Fluss Ticino

…hier fliesst der Ticino in den Lago Maggiore

Natur pur

Zurück auf dem CP

…was ich am meisten liebe am Camping, ist das Leben im Freien

Jeden Abend ein traumhafter Sonnenuntergang

 

Sonntag, 31.März (Sommerzeit)

Wir unternehmen eine Wanderung, zuerst quer durch Ascona, dann dem See entlang, parallel zum Golfplatz bis hin zum privaten Bootshafen

Zum Abendessen gibt’s heute recht schweizerisch: Rösti und Bratwurst

…danach ein Abendspaziergang auf dem CP

 

Montag, 1.April

Der heutige Ausflug führt uns auf den Cimetta auf 1’631 m ü.M.

…das heisst mit dem Bus nach Locarno, mit der Standseilbahn nach Orselina, mit der Luftseilbahn nach Gardada und schlussendlich mit dem Sessellift auf den Cimetta.

Madonna del Sasso von der Standseilbahn aus

das Maggiadelta zwischen Locarno und Ascona

leider ist die Sicht nicht klar – hier der Lago Maggiore

hier sieht man den Monte Rosa und die Dufourspitze

hier oben beginnen erst grad die Krokusse zu blühen

Ein Spaziergang auf Gardada

die Passerelle (Aussichts-Plattform)

der Blick ins Centovalli von der Passerelle aus

Madonna del Sasso auf Orselina

zurück in Locarno

Da für morgen ein Wetterwechsel angesagt ist, packen wir zusammen und essen am Abend im Restaurant

…denn wir beschliessen morgen heimzureisen.

 

Dienstag, 2.April

Heimreise

Die Sonne scheint heute morgen nur noch schwach – es steht wirklich ein Wetterwechsel bevor

durchs Misox

San Bernardino-Dorf

Frühstückshalt in Thusis

Je weiter nach Norden wir kommen, umso besser wird das Wetter

der Ottenberg bei Weinfelden

Der Wohnwagen verschwindet nun mal für eine Woche in seiner Box, bevor es wieder auf Reisen geht.

Wir durften eine wunderschöne, frühlingshafte Woche im Tessin verbringen – unser sogenanntes „Probecampen“ – und es hat alles geklappt  🙂

Stein am Rhein

Es ist Sonntag der 10. Februar

Da für heuter stürmisches Wetter angesagt ist – nutzen wir die Ruhe vor dem Sturm und unternehmen einen Bummel durch Stein am Rhein.

Wir finden einen Parkplatz direkt beim Rathaus.

Hier eine Fassadenmalerei am Rathaus „Zwingli predigt in Stein“

einfach wunderschön all diese schmucken, bemalten Häuser

Wir sind erstaunt, dass an einem Sonntagmittag sich nicht mehr Besucher im Städtchen aufhalten.

das alte Badhaus

am Rhein

der Blick über den Rhein zur Propstei Wagenhausen

der Kampf ums Futter

Burg Hohenklingen

Wir besuchen noch das alte Bürgerasyl

hier der Innenhof

Auf der Fahrt von Stein am Rhein zurück nach Weinfelden wird uns dieses Panorama geboten.

dies der Blick über Frauenfeld

und hier noch der Säntis von Weinfelden aus gesehen

 

Gamplüt am 22.Januar 2019

Es ist Dienstag der 22.Januar

Über dem Thurgau liegt noch eine Hochnebeldecke, aber darüber soll die Sonne scheinen. Sind wir doch gespannt, ob dies auch stimmt.

Wir fahren in Richtung Toggenburg – und bereits bei Nesslau zeigt sich die Sonne, wenn auch noch ganz schwach durch den Nebel.

…es ist ein kalter Morgen – 11°

Die Churfirsten liegen noch im Schatten…

…während die ersten Sonnenstrahlen den Gipfel des Goggeien erreichen.

Die Sonnenseite des Obertoggenburges – der Alpstein

Dies ist der Ausblick über Wildhaus zu den Churfirsten vom Parkplatz der Gamplüt-Bahn aus.

Auf der Fahrt nach oben…

Hier sind wir bereits kurz vor der Bergstation der Gamplütbahn

Das Restaurant Gamplüt – wir trinken unseren Kaffee allerdings draussen an der Sonne

Gestärkt machen wir uns nun auf den Weg hinunter nach Wildhaus

Hier sieht man den Säntisgipfel, der jedoch für mehrere Wochen geschlossen ist – infolge Beschädigung eines Masten der Sätisbahn durch eine Lawine

Der Wander- und Schlittelweg ist bestens präpariert – nur ist heute, ausser uns, niemand unterwegs.

Unser Lieblingsbänkli – voll zugeschneit 🙁

Auch das nächste Bänkli lädt nicht wirklich zum sich hinsetzen ein.

Wenn diese Ferienhäuschenbesitzer zurückkommen, müssen sie zuerst mal kräftig schaufeln

Auch unten im Dorf liegen noch Massen von Schnee

Wir sind bereits auf der Heimfahrt – ein Blick zurück

Wir schätzen es, dass die Strassen auf der ganzen Strecke trocken sind

Es hat sich gelohnt, die Sonne suchen zu gehen!