Insel Reichenau

Da für die nächsten Tage Regen angesagt ist, nutzen wir heute das schöne Wetter noch für einen Ausflug – und zwar zur Insel Reichenau.

Es ist Mittwoch, der 10.Juli

Reichenau ist eine bewohnte Insel im Landkreis Konstanz und die größte Insel im Bodensee. Seit 2000 ist sie mit dem Kloster Reichenau auf der UNESCO-Liste des Welterbes verzeichnet. Die Insel sei, so die UNESCO in ihrer Begründung, ein herausragendes Zeugnis der religiösen und kulturellen Rolle eines großen Benediktinerklosters im Mittelalter.

Durch diese 1300 m lange Pappelallee gelangt man auf die Insel – die Allee ist ein Startpunkt der rund 2900 Kilometer langen Deutschen Alleenstrasse.

Schon beim Eingang zur Insel steht die Basilika St.Georg, aus dem 9.Jh. Leider kann die Kirche seit kurzem nur noch geführt und nur 2x täglich besichtigt werden – zum Schutze der Wandmalereien aus dem 10.Jh.

Immerhin kann man sich im nahe gelegenen Museum die Fotos der Kirche und der Wandmalereien ansehen

Nach einem kurzen Abstecher zum See…

…fahren wir zum Yachthafen, wo genügend Parkplätze zur Verfügung stehen –

…denn unweit davon befindet sich das Münster St. Maria und Markus, eine romanische ehemalige Benediktiner-Klosterkirche und heutige katholische Pfarrkirche.

der heilige Markus

Hier entstand im 9. Jh. der „Hortulus“ (Gärtlein), die erste Kunde des Gartenbaus in Deutschland. Zwischen 830 und 840 schuf der Reichenauer Abt Walahfrid Strabo das Lehrgedicht „De cultura hortorum“, in dem er den Kräutergarten des Klosters ausführlich darstellt. 1991 wurde beim Münster der Kräutergarten nach historischem Vorbild innerhalb der alten Klostermauern wieder angelegt und ausführlich beschrieben.

Hier vorne rechts wäre der „Strabos Kräutergarten“, den ich aber auf dem Rückweg genauer besichtigen möchte.

Leider sind wir nach der Besichtigung der Kirche einen anderen Weg gegangen und ich habe den Kräutergarten ganz vergessen.

Für 2 Euro/Person dürfen wir die Schatzkammer besuchen

Die Schatzkammer des Münsters ist ein schöner gotischer Raum aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Sie birgt Kunstschätze und Kultgegenstände aus dem 5. – 18. Jahrhundert von hohem Rang. 

Sind sie nicht wunderschön, diese noch von Hand geschriebenen Bücher

 Rund um das Münster stehen diese gepflegten Häuser

…und das Kriegsdenkmal Deutschland – Frankreich 1871

Nun ziehen wir weiter in Richtung westlichsten Zipfel der Insel

Noch zu erwähnen wäre, dass die Insel ein grosses Gemüseanbaugebiet ist

Die Insel Reichenau ist das südlichste Gemüseanbaugebiet Deutschlands. Ihr ausgeglichenes und mildes Klima bezieht sie vom Bodensee, die sie umgibt. Als riesiger Wärmespeicher wirkt er wie eine natürliche Klimaanlage und schafft ideale Voraussetzungen für den Gemüseanbau.
Auf der Insel leben 90 Erzeugerbetriebe vom Gemüsebau, der traditionell auf kleinen und mittleren Familienbetrieben basiert. Oft wird dort über drei Generationen hinweg zusammen gearbeitet und Tradition mit moderner Technik verknüpft. Insgesamt werden ca. 12.000 Tonnen Gemüse erzeugt

So ist ein grosser Teil der Insel geprägt von Treibhäusern

Wir gelangen nur zur dritten geschichtsträchtigen Kirche – der Kirche Sankt Peter und Paul.

Es ist die nach ihrer Entstehungszeit zweitälteste Kirche der Insel. Als Gründung des ehemaligen Bischofs Egino von Verona, der aus alemannischem Adelsgeschlecht stammte, wurde sie 799 geweiht.

St. Peter und Paul ist eine romanische Säulenbasilika mit Ostturmfassade auf der Insel Reichenau. Die Kirche gehört mitsamt Klosterinsel seit 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO

dazwischen wieder ein Abstecher zum See…

…bevor wir auf der Terrasse des Campingplatz-Restaurants einen feinen Salatteller und zwei Ziegenkäsli geniessen.

Gestärkt ziehen wir nun weiter und zwar ist unser Ziel der höchste Punkt der Insel, die Hochwart (440 m ü. M.)

…zuerst aber noch ein kurzer Besuch beim Schloss Königsegg.

Das spätmittelalterliche Schloss wurde mehrfach umgebaut, zuletzt 1840, als es sein heutiges neoromanisches Aussehen erhielt. Im Schloss befindet sich eine Schule für Logopädie.

wir schlendern durch den grossen, gepflegten Park

…nun spazieren wir hinauf zur Hochwart

Die Hochwart liegt rund 40 m über der ansonsten 398 MüM gelegenen Insel Reichenau und bietet einen herrlichen Rundblick über die Unterseelandschaft. Hier liegt einem die ganze Insel zu Füßen: die Kirchen, die Gemüsefelder, die in der Sonne gleißenden Gewächshäuser und die Weinberge. Bei klarem Wetter reicht der Blick über das Schweizer Ufer im Süden auf die Alpen; im Osten sieht man Konstanz und die Riedlandschaft des Naturschutzgebietes „Wollmatinger Ried“; im Westen grüßen die Halbinsel Höri und die Hegauberge.

Rund um die Hochwart wird seit dem 9. Jahrhundert der Reichenauer Inselwein angebaut.

das einstige Teehäuschen

Dies ein Blick zur Kirche St.Georg und im Hintergrund Konstanz

Hier sind wir bereits auf dem Weg zurück zum Auto

o

Es war wiederum ein wunderschöner Tagesausflug – und wir hatten das Gefühl, weiss wo in den Ferien zu sein 🙂

 

Ein Gedanke zu „Insel Reichenau“

  1. Liebe Brigitte
    Ein wirklich lohnender interessanter Ausflug zu einer Insel, die ich überhaupt nicht kenne… Danke für diese tollen Bilder!
    Liebe Grüsse u

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