Frankreich Mai/Juni 2017 (Périgord, Camargue, Provence)

Nachdem wir während 10 Jahren mit unserem Wohnmobil unterwegs waren, sind wir seit zwei Monaten stolze Besitzer eines Wohnwagens.

 

Es ist Sonntag der 14.Mai (Muttertag)

Wir starten unsere erste grosse Reise mit unserem neuen „Ferienhäuschen“ auf Rädern…

Bereits um halb sieben Uhr sind wir reisefertig, der Wohnwagen, der noch in Pfyn stand ist angekoppelt und unser Abenteuer kann beginnen.

Ohne viel Verkehr umfahren wir Zürich, Bern und Genf. Bei Genf verlassen wir die Schweiz.

Jetzt trennen uns nur noch 40 km von unserem heutigen Ziel: Annecy.

Wir fahren auf den Campingplatz (CP) „Europa“ in Saint Jorioz, ca. 8 km von Annecy entfernt. Es ist ein gefälliger Platz, der allerdings 400 m vom Lac d’Annecy entfernt liegt. Der Lac d’Annecy ist übrigens der zweitgrösste See Frankreichs.

Das Wetter bessert sich von Stunde zu Stunde, schon bald zeigt sich der Himmel fast wolkenlos und es ist sommerlich warm. Da beschliessen wir, uns nach der langen Fahrt noch die Füsse etwas zu „vertreten“.

Wir wählen den „Sentier des Roselières“, der sich etwa 400 m vom CP entfernt befindet und entlang dem Lac d‘ Annecy führt.

Der ganze Weg wäre 3 km lang, so weit wollen wir heute aber nicht mehr gehen.

Der Waldboden ist bedeckt mit blühendem Bärlauch, soweit das Auge reicht – es duftet auch dementsprechend.

Bei diesem Haus endet der „Sentier“ allerdings plötzlich. Man hat eh das Gefühl hier stehe die Welt still.

In die entgegengesetzte Richtung führt der Weg aber weiter und ich denke man könnte bis Annecy wandern.

Da das Restaurant des CP erst zur Hauptsaison (ab 24.Mai) geöffnet ist und wir heute ja Muttertag feiern, gönnen wir uns ein Abendessen in einem netten Restaurant direkt am See.

zurück beim CP…

…dies ist unser grosszügiger Platz

…es wird bereits wacker gebadet

Erstmals können wir den Abend bis nach Sonnenuntergang im Freien geniessen…na dann „PROST“!

 

Montag, 15.Mai (Ruedis Geburtstag)

Was für ein Morgen!

Wir besuchen die mittelalterliche Altstadt von Annecy, die übrigens 2012 zur Alpenstadt des Jahres gekürt wurde.

Leider gibt das Wahrzeichen von Annecy,  das „Palais de L’Isle“, welches inmitten des Flusses Thiou steht und heute als Heimatmuseum genutzt wird, momentan wegen Renovation fotografisch nicht viel her.

Dies eine Aufnahme von unserem letztjährigen Besuch.

Auch besuchen wir diesmal die Burg von Annecy, der einstige Sitz des Grafen von Genf. Sie thront auf einem Felsvorsprung über der Stadt.

über den Dächern von Annecy

Da wir heute Ruedis Geburtstag feiern, essen wir mittags in einem netten Restaurant direkt am Fluss.

Danach bummeln wir durch den Park „Les Jardins de l’Europe“, ein wunderschöner Erholungsort direkt am See.

Wir überqueren auch den romantischen „Pont des Amours“, der über den Canal du Vassé führt.

 

Dienstag, 16.Mai

Heute ist uns ein Sommertag beschert (26°).

Wir entscheiden uns für eine Fahrt zum Schloss Montrottier bei Lovagny (welches heute zwar geschlossen sein wird), aber  vor allem möchten wir durch die „Gorges du Fier“ wandern, die sich unweit des Schlosses befindet. Beide Attraktionen findet man ca. 10 km westlich von Annecy.

das Schloss Montrottier

„Georges du Fier“ ist ein absolut empfehlenswerter Abstecher. Diese sehr eindrückliche Schlucht ist gut erschlossen. Die Stege sind zwar eng aber gut gesichert und schlängeln sich 25 Meter über dem Fluss den Felsen entlang.

…unterwegs zur Schlucht

dieser Steg ist 300 m lang

…mir ist schon ein bisschen „kribbelig“ so hoch über der Schlucht.

Am Ende der Schlucht liegt das “Mer de Rochers”, ein Felsenmeer, das durch die Erosion der weichen Gesteinsschicht unter der Kreidedecke entstanden ist.

Den späteren Nachmittag und vor allem den wunderschönen Sommerabend verbringen wir auf dem CP.

 

Mittwoch, 17.Mai

Eigentlich wollten wir heute weiterreisen, da aber für morgen Regen angesagt ist, geniessen wir den heutigen wolkenlosen Sommertag noch (30°!) und nutzen den angesagten Regentag für die Weiterfahrt.

Der heutige Ausflug führt uns zu „Grotte et Cascade de Seythenex“ bei Faverges (ca. 25 km südöstlich von Annecy).

Schon die Fahrt ist wunderschön

Wir lösen ein Ticket (8 Euro) für den Spaziergang zum Wasserfall, einem Film über die diversen einstigen Mühlen der Umgebung und einer 40-minütigen Führung durch die Grotte.

Der Spaziergang durch einen total vermoosten Wald hin zum Wasserfall ist eine echte Erholung an diesem heissen Tag, auch wenn es treppauf und treppab geht.

Schon von weitem hört man das Tosen des Wasserfalles, der sich über 40 Meter in die Tiefe stürzt.

In der unmittelbaren Nähe zu fotografieren ist nicht möglich, denn bereits hier werde ich (und auch meine Kamera) völlig durchnässt von der Gischt.

Da wir noch eine Stunde warten müssten, bis die Führung durch die Grotte stattfindet und wir eh die einzigen Besucher sind, streichen wir diese…haben wir doch schon unzählige solcher Grotten besucht (z.B. in Österreich und vor allem in USA).

Dafür gönnen wir uns einen Kaffee im schön angelegten Garten des Restaurants.

In Faverges findet gerade ein Markt statt, so bummeln wir noch durchs Dorf.

Kirche von Faverges

ein Vogelhotel 🙂

Da es erst Mittag ist, entscheiden wir uns noch für eine Fahrt durchs Val d’Arly.

Wir fahren bis Megèves. Dieser Winter-Touristenort  ist aber eine Enttäuschung…jedenfalls im Sommer.

So kehren wir um, zurück in den nächsten, deutlich hübscheren Ort: Praz-sur-Arly,

…es macht den Anschein, als müsste hier die Höhenangabe hie und da angepasst werden 🙂

Wir gönnen uns auf der Terrasse des „Les Trappeurs“ einen feinen Caesar Salat.

Zurück auf dem CP packen wir schon mal das Vorzelt zusammen, denn morgen ziehen wir definitiv weiter.

 

Donnerstag, 18.Mai

Unser heutiges Ziel ist ein CP in Riom, nicht weit entfernt von Clermont-Ferrand. Das Wetter zeigt sich aprilmässig, mal regnet es in Strömen, mal scheint die Sonne.

Um 12:30 Uhr stehen wir vor der, infolge Mittagsruhe, geschlossenen Schranke des CP. So schauen wir uns auf dem Platz schon mal etwas um. Er ist allerdings sehr enttäuschend, sieht er doch auf der Homepage viel attraktiver aus. Zudem müssten wir uns bis um 14:30 Uhr gedulden, bis man uns Einlass gewähren würde. So beschliessen wir weiter zu ziehen und unser nächstes Ziel, Sarlat im Périgord heute noch zu erreichen. Nach einem Kaffeehalt in einer Raststätte, fahren wir durch bis zu unserem Ziel, dem CP „Peneyrales“, ca. 10 km oberhalb Sarlat, den wir bereits bestens kennen.

Im strömenden Regen montieren wir noch das Sonnendach, welches heute wohl eher den Namen „Regendach“ verdient. Da wir beide geschafft sind von der ungeplant langen Fahrt, essen wir im Restaurant eine Pizza zum Znacht, schauen uns danach noch eine Folge der TV-Serie „Suits“ an und gehen früh zu Bett.

 

Freitag, 19.Mai

Das Wetter ist heute sowas von wechselhaft, Regen und Sonne wechseln sich im Halbstunden-Takt ab. So entscheiden wir uns für einen Ruhevormittag.

Am Nachmittag brauchen wir allerdings noch etwas Bewegung.

Nur 300 m vom CP entfernt liegt das „Château Lacypierre“.

Um 15:30 Uhr wird eine Führung angeboten, an welcher wir, zusammen mit zwei weiteren Personen, teilnehmen. Wir sind völlig überrascht, wie unterhaltsam die alte Dame, die das Schloss heute bewohnt, die Geschichte dieses im 16.Jh. erbauten Anwesens und dessen diversen Besitzer und Bewohner, erzählen kann. Die Führung dauert 1½ Stunden, ist aber – wenn auch auf Französisch – vom Anfang bis zum Ende spannend.

1968 haben die heutige Besitzerin und ihr kürzlich verstorbener Ehemann das völlig heruntergekommene Schloss gekauft. Der Ehemann war Architekt und hat das Schloss über all die Jahre mit viel Liebe und architektonischem Können  authentisch restauriert.

Über eine enge Wendeltreppe mit abgewetzten Steinstufen gelangen wir in den Wohnbereich.

Dies ist kein Museum, hier wohnt die alte Dame.

Was steckt wohl hinter dieser Holzverkleidung? Die Dame löst das Rätsel…

…und wir sind völlig überrascht – eine total moderne Küche.

…nun noch ein Spaziergang durch den gepflegten Garten

Direkt neben dem Schloss befindet sich die Kirche

 

Samstag, 20.Mai (unser Hochzeitstag)

Ein ständig wiederkehrendes Ereignis in Sarlat ist der weit über die Stadtgrenzen hinaus beliebte Markt. Der große Markt, der sich über die komplette Altstadt ausbreitet, findet jeden Samstag statt. Der kleinere Markt mit „nur“ regionalen Produkten findet mittwochs statt.

Wie schon letztes Jahr besuchen wir diesen gigantischen Markt leider bei Regenwetter. Aber schon allein die mittelalterliche Altstadt von Sarlat, die auf das 13. bis 16. Jahrhundert zurückgeht, ist ein Besuch wert.

der „Denker“ von Sarlat

Hinter dieser überdimensionalen Tür befindet sich der gedeckte Markt – in einer einstigen Kirche.

Vor allem Erzeuger aus der Region verkaufen ihre Spezialitäten wie Foie Gras, Trüffel, Pilze, Wein, Erdbeeren, Gewürze und natürlich alles was man aus Baumnüssen herstellen kann – von Nussöl über Nussgebäck und Nussliqueur bis hin zu Nussbier.

ein Bummel durch die Gassen Sarlats

Da wir heute unseren Hochzeitstag feiern, lädt mich Ruedi zu einem feinen Mittagessen in ein nettes Restaurant ein.

Inzwischen sind uns sogar ein paar Sonnenstrahlen gegönnt.

 

Sonntag, 21.Mai

Was für ein Erwachen – ganz unerwartet scheint die Sonne vom fast wolkenlosen Himmel…das richtige Wetter „Les Jardins de Eyrignac„ zu besuchen, die sich nur ca. 10 km vom CP entfernt befinden.

Als Gäste des CP „Peneyrales“ bezahlen wir einen ermässigten Eintrittspreis (10 Euro / Pers.).

Die Gärten gelten als die bedeutendsten Gartenanlagen Frankreichs…und ich denke, sie tragen diese Bezeichnung zu Recht.

Nicht allzu weit entfernt liegt Salignac, mit dem im 12. und 13. Jh. erneuerten „Schloss Salignac“, eine der ältesten befestigten Anlagen der Region, deren Ursprünge ins 11. Jh. zurückreichen. Leider kann das Schloss nicht besichtigt werden.

Der alte Dorfbrunnen…ich kann mir grad vorstellen, wie sich hier einst die Waschweiber trafen – zum Wäsche waschen und zum Tratschen.

Auf dem Rückweg zum CP legen wir noch einen Halt in Saint Geniès ein. Ein nettes Städtchen mit einer alten Kirche und einem Schloss, zudem findet auch hier gerade ein Markt statt.

In einem idyllischen Restaurantgarten geniessen wir die Aussicht übers Schloss und einen typisch „périgordischen“ Salatteller, mit Gänsebrust und Baumnüssen.

Auf der Fahrt zum CP führt uns das GPS (welches eigentlich „mit Wohnwagen“ programmiert ist!) über diese schmalen Strassen – nur gut haben wir den Wohnwagen nicht dabei!!

Wir befinden uns im Lande der „Foie Gras“

 

Montag, 22.Mai

Der Himmel ist bedeckt, aber es ist trocken und warm.

Unsere heutige Tour gilt den Höhlenbehausungen, von denen im Périgord, speziell im Tal der Vézère, einige zu finden sind.

Einen ersten Besuch statten wir aber dem „Château de Commarque“ ab. Hierbei handelt es sich nicht um eine einzige Burg, sondern vielmehr um ein ehemaliges befestigtes Wehrdorf.

Vom Parkplatz aus führt ein Weg gute 600 Meter durch einen wunderschönen, total vermoosten Wald.

Wir besichtigen die Burg- und Dorfruine jedoch nur von aussen, da der Besuch der Anlage jetzt in der Vorsaison erst um 11 Uhr möglich wäre.

Auf der Weiterfahrt…

Ein Wegweiser weist auf „La Madeleine“ hin  – ein über tausende von Jahren bis in die frühe Neuzeit benutzter Siedlungsplatz in der Nähe von Les Eyzies-de-Tayac, an einer engen Schleife der Vézère gelegen. Natürlich müssen wir uns auch dies ansehen.

Weiter geht’s, die Strasse wird immer enger, zum Glück kommt uns kein Fahrzeug entgegen.

Eine der imposantesten Höhlensiedlungen ist aber ganz klar „La Roque de Saint-Christophe“.  Die 900 m lange und 80 m hohe Felswand weist etwa hundert „Höhlenräume“ auf, die sich über fünf vom Fluss ausgewaschene Hochterrassen verteilen. Diese natürlichen Höhlen wurden schon in der Altsteinzeit von Menschen bewohnt.

dies ein Modell wie das Felsendorf vermutlich mal ausgesehen hat

Nach einem kleinen Imbiss an diesem Fischteich, machen wir uns auf die Heimfahrt.

Dabei kommen wir zufällig an Saint-Léon-sur-Vézère vorbei, einem kleinen Dorf, welches zu den „Les Plus Beaux Villages de France“ zählt.

Berühmt wurde das Dorf durch die romanische Kirche aus dem 12. Jh. – eine der ältesten im Périgord. Sie steht direkt an der Vézère

Inzwischen zeigt sich der Himmel wieder wolkenlos und wir geniessen den schönen Abend auf dem CP , begleitet vom Gesang dieser Amsel und dem Gurren einer Taube 🙂

Dies ist übrigens die Badelandschaft des CP.

 

Dienstag, 23.Mai

Leider ist das Wetter auch heute nicht gerade berauschend, zwar auch wieder trocken und warm, aber der Himmel zeigt sich bedeckt.

Den Vormittag verbringen wir mit einem Bummel durch die Altstadt von Sarlat, wo es heute ohne Markt bedeutend ruhiger zu und her geht.

die Kathedrale

Am Nachmittag widmet sich Ruedi seinem Hobby dem Amateur-Funk, ich schreibe am Reisebericht, bearbeite meine Fotos und geniesse ein paar Lesestunden. So ein Faulenzertag tut auch mal ganz gut.

 

Mittwoch, 24.Mai

Unser heutiges Ziel sind „Les Jardin d’Eau“, die in der Nähe von Carsac direkt an der Dordogne liegen.

Wir fahren durch Carsac und legen einen kurzen Halt bei der Kirche „Saint-Caprais“ ein…es liegt ein leichter Morgennebel über dem Tal der Dordogne.

Kurz danach kommen wir zufällig am Schloss Montfort vorbei, das hoch auf einem Fels über der Dordogne thront. In seiner Geschichte wurde „Schloss Montfort“ dreimal erobert, niedergebrannt und wieder aufgebaut. Heute ist es in Privatbesitz und nicht zu besichtigen.

Auf einer Tafel wird auf die „Burg Beynac“ hingewiesen, welche sich ebenfalls hier in der Nähe befindet. Also nichts wie hin. Die Route führt uns durch das Städtchen La Roque Gageac, welches wir aber in den letzten Jahren bereits ausgiebig erkundet haben.

Die Burg Beynac liegt ebenfalls auf einem Fels hoch über der Dorgogne. Zum Glück führt eine Fahrstrasse bis hinauf zur Burg.

Einmal mehr sind wir froh, nicht mit dem Wohnwagen unterwegs zu sein!

Nun wollen wir aber wirklich noch „Les Jardins d‘Eau“ besuchen.

Wow, ist das eine tolle Anlage, sehr gepflegt und total erholsam.

Eine riesige Vielfalt von Wasserpflanzen, schön angelegte Teiche, ein Wasser-Labyrinth, gemütliche Spazierwege, idyllische Ruheplätzchen, sowie jede Menge Frösche und Fische prägen diesen sehenswerten Park.

Ich denke diese Bilder sprechen für sich.


durch den Bambuswald

Inzwischen ist die Temperatur auf 30° geklettert, so gönnen wir uns noch ein Eis, bevor wir uns auf die Heimfahrt zum CP machen.

 

Donnerstag, 25.Mai (Auffahrt)

Es verspricht ein heisser Tag zu werden – ein Grund früh loszuziehen.

Da das Schloss Fénelon seine Tore erst um 10:30 Uhr öffnet, verbringen wir die Zeit bis dahin mit einem Besuch des Städtchens Domme. Dieses im Mittelalter als Festung erbaute Städtchen thront auf einem 250 Meter hohen Felsvorsprung über der Dordogne und gilt als eines der schönsten Dörfer Frankreichs.

Märkte sind hier anscheinend hoch im Kurs.

Von der Promenade aus geniesst man einen einmaligen Ausblick über das Tal der Dordogne.

Inzwischen ist es Zeit, das noch etwa 20 km entfernte „Schloss Fénelon“ zu besuchen.

Sind sie nicht wunderschön diese alten Steindächer!

Obwohl es in Privatbesitz ist, dürfen einige Räume besichtigt werden. Leider darf im Schloss aber nicht fotografiert werden.

Da es inzwischen Mittag ist und wir in der Umgebung des Schlosses kein Restaurant finden, entschliessen wir uns noch für einen Abstecher nach Souillac.

…ein weiteres Mal nicht gerade wohnwagentaugliche Strassen

Sehenswert ist die romanische „Abteikirche Saint-Marie“ von Souillac.

Nach einem feinen Salatteller unter schattenspendenden Kastanienbäumen, bummeln wir noch durch die Altstadt.

Ein Brunnen, bei dem das Wasser noch gepumpt werden muss

Inzwischen ist das Thermometer auf 34° geklettert, für mich eindeutig bereits etwas allzu warm… ein Grund uns auf den Rückweg zum CP zu machen.

Wir befinden uns auf der Nuss-Strasse

….kilometerweit Nussbäume

Am Abend wird auf dem CP Live-Musik geboten, so setzen wir uns auf die Restaurantterrasse und geniessen einen Eisbecher und die Unterhaltung.

 

 

Freitag, 26.Mai

Laut Wettervorhersage soll es heute noch heisser werden – der richtige Moment für eine Bootstour auf der Dordogne…dies ist übrigens der sauberste Fluss Frankreichs und das gesamte Einzugsgebiet der Dordogne wurde von der UNESCO als Biosphärenreservat klassifiziert.

Wir fahren ins ca. 20 km entfernte La Roque Gageac, welches an reizvoller Lage am Fuß einer hoch aufragenden, nach Süden ausgerichteten Felsklippe in einer Schleife der Dordogne liegt, einem der schönsten Abschnitte des Dordogne-Tals.

Nach einem Spaziergang durchs Dorf buchen wir eine Bootstour auf einer „Gabarre“ (einem traditionellen Boot).

Es wird uns eine wunderschöne, erholsame Fahrt geboten.

hier sieht man das Château Castelnaud-la-Chapelle, welches wir letztes Jahr besucht haben.

Ja, es macht wirklich Spass 🙂

Inzwischen klettert das Thermometer auf 39°C, ein Grund uns in den Schatten des CP zurückzuziehen.

Gegen Abend besuchen wir einen Gänsemastbetrieb. Auch wenn ich das „Gänsestopfen“ überhaupt nicht befürworte, wollte ich doch etwas mehr über die Foie-Gras-Produktion erfahren, welche hier im Périgord weitverbreitet ist.

Ein gepflegter Hof

Hier ein paar Worte zu „Foie Gras“:

Bereits um 2’500 v. Chr. wurde die Fettleber von Vögeln in Ägypten als Delikatesse geschätzt.  Durch das Römische Reich verbreitete sich die Enten- und Gänsemast-Technik ins heutige Frankreich, das inzwischen als das „Heimatland“ der Foie gras gilt.

Etwa 75 Prozent der heutigen Weltproduktion (2008: 26.500 Tonnen), davon 96 Prozent Entenleber (der Rest von Gänsen), und 98 Prozent der Verarbeitung finden in Frankreich statt. Der Industriezweig hat ca. 30.000 Beschäftigte, von denen 90 Prozent im Périgord und im Elsass arbeiten.

2005 wurde Foie gras von der französischen Nationalversammlung in einem Zusatz zum Landwirtschaftsgesetz zum nationalen und gastronomischen Kulturerbe.

 

Samstag, 27.Mai

Ruedis Wunsch ist es das Städtchen Rocamadour auch dieses Jahr wieder zu besuchen.

Rocamadour ist der am meisten besuchte Wallfahrtsort nach Lourdes in Frankreich. Er war einst ein sehr beliebter Ort auf dem Pilgerweg von Nordeuropa nach Santiago de Compostela

Rocamadour ist in drei Etagen auf einem Felsen gebaut.

Zuoberst thront das Schloss, welches wir diesmal aber nicht besuchen, waren wir doch im letzten Jahr bereits hier.

In der Mitte befindet sich sieben Gotteshäuser: Das bedeutendste ist die Marienkapelle Notre Dame de Rocamadour, die über der Krypta des heiligen Amadour steht. Weiterhin bedeutend ist die Basilika Saint-Sauveur, die zusammen mit der Krypta seit 1998 als Teil des Weltkulturerbe der UNESCO,  „Jakobsweg in Frankreich“ ausgezeichnet ist.

Auf der untersten Ebene liegt das Dorf. Es ist sehr touristisch mit vielen Geschäften in den engen Gassen. Der Ort ist bekannt für seine lokalen Ziegenkäse (Rocamadour AOC, auch cabecous) und Foie Gras.

dies der Blick nach oben

Dies ist die „Grand Escalier“, auch „Via Sancta“, welche vom Dorf zur Kirche hinauf führt. Viele Pilger knien auf jeder der insgesamt 233 Stufen nieder.

oberhalb Rocamadour liegt L’Hospitalet

Nach dem Mittagessen fahren wir zurück zum CP.

Heute Abend ist das Maskottchen des Campingplatzes unterwegs und erfreut Kinder (und Erwachsene 🙂 ) mit Musik, Tanzen und Erinnerungsfotos.

 

Sonntag, 28.Mai

Wir weilen nun bereits seit 11 Tagen im Périgord und da wir in den vergangenen Jahren schon viermal mehrere Tage hier verbracht haben, sind wir momentan etwas „Périgord-gesättigt“.

So beschliessen wir heute, einen Tag früher als geplant, weiterzuziehen.

Unser nächstes Ziel ist Carcassonne. Das Wetter ist gut, aber es bläst ein extrem starker Wind – manchmal sind die Seitenwinde so heftig, dass es richtig kritisch wird, auf der Autobahn die Spur zu halten.

Wir sind erleichtert als wir den CP „La Cité“ unbeschadet erreichen. Es ist ein gefälliger, grosszügiger Platz, nur 1,5 km von der berühmten Altstadt von Carcassonne entfernt.

Den Besuch der Stadt verschieben wir auf morgen und gönnen uns einen Ruhenachmittag – allerdings im Innern des Wohnwagens, denn der Wind hat noch kein bisschen nachgelassen.

Es ist nicht mal möglich draussen zu essen, die Stühle und der Tisch haben sich bereits selbständig in Richtung Nachbarplatz davongemacht und den Salat würde es uns glatt vom Teller blasen.

Ein Grund heute mal einen ausgedehnten DVD-Abend zu geniessen.

 

Montag, 29.Mai

Der Mistral hat zum Glück nachgelassen, dafür sind vermehrt Wolken aufgezogen, es ist schwül-warm (28°).

Vom CP aus führt ein idyllischer Weg einem kleinen Bach entlang bis zum Fusse des Hügels, auf welchem sich die „Cité“ befindet.

Diese mittelalterliche Festungsanlage ist von ihrer Größe und ihrem Erhaltungszustand her einzigartig in Europa.

Dies ein Foto von einer Ansichtskarte

Die Cité ist von einem doppelten Mauerring umschlossen.

Wir besichtigen das Schloss und die Stadtmauer, wobei wir allerdings hunderte von Treppenstufen auf- und abwärts bewältigen müssen – Fitness pur!

Mit wackeligen Beinen vom vielen Treppensteigen setzen wir uns in eines der vielen Restaurants auf dem Hauptplatz.

Nach einer kurzen Siesta haben wir Lust auf ein bisschen Shopping – mal kein Schloss, keine Burg und auch keine Höhle zu besichtigen, sondern ganz einfach mal ein Shoppingcenter 🙂

 

Dienstag, 30.Mai

Wir verlassen Carcassonne und fahren auf der Autobahn über Narbonne und Montpellier in die Camargue, genauer nach Saintes Maries de la Mer, auf den uns bestens bekannten CP „de la Brise“.

Entgegen unserer Erwartungen ist der Platz extrem schwach belegt, nur etwa ¼ des Platzes ist überhaupt offen – obwohl das Pfingstwochenende vor der Tür steht.

Der CP hat einen direkten Zugang zum Meer, so verbringen wir den Nachmittag mit einem Strandspaziergang und einem Glas Wein im Strandrestaurant.

Hier am Strand kann man nicht nur Liegestühle und Sonnenschirme mieten sondern ganze Betten – sogar ein Himmelbett 🙂

Der Pool des CP ist allerdings total verwaist.

 

Mittwoch, 31.Mai

Leider ist der Himmel heute bedeckt, aber es ist trotzdem angenehm warm (25°).

Nachdem wir ein Schweizer Ehepaar getroffen haben, die vom CP „Clos du Rhône“, ebenfalls in Saintes Maries de la Mer, schwärmen, sehen wir uns diesen Platz mal an. Ich muss sagen, der Platz gefällt uns, er ist etwas gepflegter, aktiver (Pool und Restaurant sind bereits geöffnet), bietet Internet an… – er ist auch entsprechend stärker belegt als „de la Brise“. Er ist allerdings um einiges weiter vom Städtchen entfernt.

Dabei entdecken wir die ersten Flamingos und die typischen, weissen Camargue-Pferde.

Nun bummeln wir durch die Gassen von Saintes Maries de la Mer mit seinen unzähligen Shops und Restaurants. Da wir noch ein paar Lebensmittel einkaufen, die in den Kühlschrank müssen,  geht’s  zurück zum CP.

Am Nachmittag besuchen wir Aigues Mortes. Wir spazieren aber nur durch die Gassen der Stadt – den 1.7 km langen Rundgang auf der Stadtmauer lassen wir, diesen haben wir in den vergangenen Jahren bereits zweimal bewältigt.

Auf der Heimfahrt sehen wir einen Wegweiser mit einer Abkürzung nach Saintes Maries de la Mer und zwar über „Le Bac Sauvage“, was auch immer das bedeutet (es kann Becken aber auch Fähre und wild oder naturbelassen heissen).

Plötzlich stehen wir vor diesen Tafeln.

Den Hauptfluss der Rhone haben wir letztes Jahr auch mal mit einer Fähre überquert, aber dass es über die „Kleine Rhone“ auch sowas gibt, haben wir nicht erwartet.

 

Donnerstag, 1.Juni

Wir haben geplant, nach Pfingsten ein paar Tage auf einem CP in Avignon zu verbringen, aber wir sind uns nicht sicher, wie die Zufahrt durch die Stadt mit unserem 12 Meter langen Gespann zu bewältigen sein wird. So entscheiden wir uns heute für einen Ausflug in die Stadt des geschichtsträchtigen „Pont d‘Avignon“.

In Avignon finden wir einen gebührenfreien Parkplatz am Ufer der Rhone und spazieren von dort über den Pont Daladier, bis vor die Tore der Altstadt. Die Altstadt von Avignon – übrigens die grösste erhaltene Altstadt Frankreichs – ist umgeben von einer 4,5 km langen Stadtmauer mit 39 Türmen und 7 Toren mit Zugbrücken.

Bevor wir aber die Stadt erkunden, spazieren wir über den legendären „Pont d’Avignon“, der eigentlich Pont Bénézet heisst.

Die im 12. Jahrhundert erbaute Brücke stützte sich einst auf 22 Bögen mit einer Länge von schätzungsweise 900 Metern, womit sie damals die längste Brücke Europas war. Heute sind nur noch vier Bögen erhalten geblieben, der Rest der Brücke ist eingestürzt.

Dies ein Bild, wie die Brücke mal ausgesehen hat.

Auf der Brücke befindet sich eine romanische Doppelkapelle, deren obere Kapelle Niklaus von Myra und deren untere dem heiligen Bénézet geweiht ist.

Unser nächster Besuch gilt dem Papstpalast. Dieser war zwischen 1335 und 1430 die Residenz verschiedener Päpste und Gegenpäpste.

Im alten Gemäuer wird heute grösstenteils moderne Kunst gezeigt, für mich etwas gewöhnungsbedürftig, hätte ich doch eine authentische Inneneinrichtung vorgezogen, aber davon ist anscheinend nicht mehr viel vorhanden.

…da gibt es doch noch etwas Antikes

Die Tour ist sehr ermüdend, geht es doch dutzende von Treppen rauf und runter.

So erholen wir uns bei einem kleinen Imbiss und einem Saxophonkonzert von den Strapazen.

Danach schlendern wir durch die Fussgängerzone

…und besichtigen noch die prunkvolle Basilika St. Pierre.

Über Arles fahren wir zurück nach Saintes Maries de la Mer – durch eine abwechslungsreiche Landschaft…wir sehen Flamingos, Pferde und viele für die Camargue typische Reisfelder.

 

Freitag, 2.Juni

Es verspricht ein heisser Tag zu werden. Wir fahren nach Le Grau du Roi, einem netten Touristenort.

Nach einem Abstecher zum Leuchtturm, spazieren wir durch die riesenlange Einkaufsstrasse – Shops und Restaurants reihen sich aneinander.

Nach einem leichten aber superfeinen Mittagessen in einem ganz kleinen Restaurant in einer ganz engen Seitengasse, fahren wir zurück zum CP. Unterwegs tätigen wir noch den Wochenend-Einkauf, denn das Pfingstwochenende steht vor der Tür.

Zurück in Saintes Maries de la Mer

Inzwischen ist es wolkenlos und sehr heiss, was gibt es da schöneres als eine Abkühlung im Meer.

Auf dem Abendspaziergang durch die Feuchtgebiete (Étangs), welche direkt beim CP beginnen, begegnen wir vielen Flamingos und Pferden.

so sieht das traditionelle, schilfgedeckte Camargue-Haus aus

 

Samstag, 3.Juni

Wir unternehmen eine Fahrt durchs Naturschutzgebiet der Camargue.

Während fast die gesamte Camargue Landschaftsschutzgebiet ist, besteht das Naturschutzgebiet nur aus dem Étang de Vaccarès und dem südlich davon liegenden Streifen zum Meer. Im Naturschutzgebiet lebt eine mit 400 Arten reiche Wasservogelwelt (z. B. Großer Flamingo). Der Étang de Vaccarès ist der größte der zahlreichen sehr flachen Seen, die die für die Camargue typische Landschaft prägen.

Hier sieht man gut, wie gross so ein Étang sein kann (Étang de Vaccarès)

Weitere Attraktionen sind die wildlebenden Herden der weißen Camargue-Pferde, einer nur hier vorkommenden Pferderasse, sowie die teilweise sehr großen Herden der Camargue-Stiere.

Zufällig sehen wir beim Vorbeifahren den Hinweis zum „Sentier des Reinettes“. Dies ist ein 1,5 km langer Rundweg durch unberührte Natur, welchen wir nun unter die Füsse nehmen.

Nur schade kann man auf den Bildern die vielfältigen Geräusche der Natur nicht hören, so das Rauschen des Schilfes, das Quaken der Frösche oder der Ruf des Kuckucks, vor allem aber all die exotischen Vogelstimmen – wunderschön!

In einem originellen Restaurantgarten gönnen wir uns das Mittagessen.

Nur noch ein paar Kilometer weiter südlich erreichen wir „Les Salin de Giraud“.

Auf der Rückfahrt beginnt der Mistral zu blasen – Ruedi montiert die Sturmverspannung am Vorzelt.

Den Abend verbringen wir mit einem Spaziergang und dem Abendessen in Saintes Maries de la Mer.

 

Sonntag, 4.Juni (Pfingstsonntag)

Die Sonne scheint vom fast wolkenlosen Himmel. Wir vermuten, dass heute am Pfingstsonntag sicher viel Volk unterwegs ist, so entscheiden wir uns nach dem Frühstück für einen langen Spaziergang vom CP aus, dem Meer und den Étangs entlang.

Die Camargue ist bekanntlich ein Paradies für Pferdeliebhaber und Reiter.

Wo findet man sonst noch so weite, menschenleere Sandstrände und dies an einem heissen Sommersonntag? Das Meer ist sauber und sogar für meinen Geschmack angenehm warm.

Ein kleiner Strandabschnitt ist mit solch wunderschönen, vom Meer geschliffenen Steinen bedeckt.

Über Mittag halten wir Siesta, denn es ist inzwischen um die 30° heiss.

Da wir immer noch nicht wissen, welches unser nächstes Ziel sein wird, befassen wir uns am Nachmittag mal ein bisschen mit der Reiseplanung…kommen allerdings noch zu keinem Resultat. Aber es gefällt uns ja hier und wir fühlen uns wohl. Das einzige was ich auf diesem CP vermisse ist Internet – es wäre für die Reiseplanung hilfreich und ich könnte hie und da mal am Reisebericht auf meinem Blog arbeiten. Aber was soll’s.

Und nun noch ab ins Meer…oh tut diese Erfrischung gut!

 

Montag, 5.Juni

Wir besuchen La Grande Motte, ein nicht gerade idyllischer Ort

…aber mit einer schönen Promenade, vielen Shops und noch mehr Restaurants

Nun nochmals ein Abstecher nach Le Grau du Roi, denn wir möchten im netten Restaurant, in dem wir am Freitag waren, etwas kleines Essen.

Dies bekommt man, wenn man eine Crèpe bestellt!!

In den Strassen ist heute allerdings etwas viel Volk unterwegs

Ich wollte schon lange mal die „Salinen von Aigues Mortes“ besuchen. Nach ein paar Irrfahrten finden auch wir diese Touristenattraktion. Wir buchen eine 1½ stündige, kommentierte Rundfahrt, die sich allemal lohnt.

Ursprung des roten Farbstoffes ist eine spezielle Algenart, welche sehr reich an Beta-Carotin ist.

…im Hintergrund die Stadtmauer von Aigues Mortes

Bei einem Zwischenhalt dürfen wir einen „Salzberg“ erklimmen, von wo aus uns eine einmalige Aussicht über die Salinen geboten wird.

 

Dienstag, 6.Juni

Heute steht die „Arena“ von Arles auf dem Programm. Wir finden einen  Parkplatz ganz nahe bei der Arena.

Wir kaufen uns ein Kombiticket für 11 Euro, womit wir fünf Sehenswürdigkeiten besuchen können.

Die „Arena“ von Arles ist ein um 90 bis 100 n. Chr. auf einem Hügel erbautes, römisches Amphitheater. Ein gigantisches Bauwerk! Es bestand ursprünglich aus drei Geschossen mit je 60 Arkaden und bot etwa 25’000 Zuschauern Platz.

Gleich nebenan befindet sich das „Antike Theater“, welches aber weniger gut erhalten ist als das Amphitheater, es ist aber eines der ältesten, aus Stein gebauten Theater der Antike. Es wurde im 1. Jh. v. Chr. erbaut und bot Platz für etwa 10’000 Besucher. Es verschwand im Laufe der Zeit allmählich unter den Häusern der Stadt und wurde erst ab 1827 „wiederentdeckt“.

die Kathedrale von Arles

der Place de la Republique mit dem Hôtel de Ville im Hintergrund

Inzwischen ist allerdings unsere Parkzeit abgelaufen, so fahren wir zum Bahnhof, der ganz nahe beim Ufer der Rhone liegt, auf einen Gratisparkplatz.

Wir spazieren der Rhone entlang

ein Schweizer Schiff

die „Thermen“

Hier wird das einstige Heizsystem erklärt

Nach einem Bummel durch die Fussgängerzone und einem Mittagessen in Van Gogh’s „Gelben Haus“, verlassen wir Arles. Arles ist übrigens die Stadt in der Vincent van Gogh sein berühmtes Nachtcafé gemalt hat.

Etwas ausserhalb von Arles befindet sich die „Abbaye de Montmajour“, eine ehemalige Abtei. Den Ursprung des Klosters geht auf das Jahr 948 zurück, wurde aber bis ins 13.Jh. hinein immer wieder erweitert.

Der Restauration des Klosterbaus wurde aber erst im 18 Jh. aufgenommen.

Inzwischen hat der Mistral wieder eingesetzt und auf der Rückfahrt zum CP sind wir froh, dass wir bei diesen starken Seitenwinden den Wohnwagen nicht dabei haben.

 

Mittwoch, 7.Juni

 Was für ein Morgen – kein Wölkli am Himmel.

Der Promenade entlang spazieren wir nach Saintes Maries de la Mer,

…bummeln durch die noch etwas verlassenen Gassen,

das Baroncelli-Museum, das einstige Rathaus, erbaut 1876

Bei der Arena trinken wir einen Cappuccino…

…und entscheiden uns dabei auch dieses Jahr wieder für eine Bootstour.

Wir kommen genau richtig zum Tour-Start um 10:30 Uhr und zwar mit der „Les Quatre Maries“.

Anfangs geht die Fahrt ein Stück übers offene Meer und danach biegt das Boot in die „Kleine Rhone“ ab.

Dies ist ein Paradies für viele Wasservogelarten.

…und Fischer

Aber auch Stier- und Pferdeherden fühlen sich hier wohl

Die total erholsame Bootstour dauert 1½ Stunden.

Zurück in Saintes Maries de la Mer besuchen wir die Kirche „Notre Dame de la Mer“. Erbaut wurde sie im 12.Jh., beendet, so wie sie heute dasteht – allerdings erst im  Jahre 1448

Die zwei „Saintes Maries de la Mer“, welche der Stadt den Namen geben, sind Maria Salome und Maria Jacobi, es sind die Mütter der Apostel Johannes und Jakobus.

In einem Schrein in einer hoch über dem Kirchenschiff liegenden Kapelle werden ihre Reliquien aufbewahrt und nur 3x pro Jahr in den Chorraum abgesenkt und den Pilgern dargeboten.

Ebenfalls verehrt wird die Heilige Sara, die Dienerin der beiden hl. Marien. Sie ist die Schutzheilige der Zigeuner, die jedes Jahr im Mai zu tausenden nach Saintes Maries de la Mer pilgern.

Auf dem Rückweg

Zurück auf dem CP widmet sich Ruedi seinem Hobby, dem Amateurfunk und ich finde endlich mal etwas Zeit all meine Fotos zu bearbeiten.

 

Donnerstag, 8.Juni

Seit gestern sind die Mücken total aggressiv und diese Viecher lieben vor allem Ruedi. Das ist ein Grund weiterzuziehen, auch wenn es mir schon etwas schwer fällt die Camargue zu verlassen, im speziellen das Meer.

So entscheiden wir uns beim Frühstück für die Weiterreise – mit Ziel Carpentras in der Provence.

Ich gebe die Koordinaten den CP „Lou Comtadou“ in Carpentras ein und das GPS führt uns korrekt über Arles, Avignon nach Carpentras. Dort aber landen wir in einer kleinen Strasse in einem Wohnquartier. Laut ADAC-Buch stimmen die Koordinaten, aber da ist weit und breit kein CP.

Auf dem GPS sehen wir, dass in 7 km Entfernung der 5-Sterne-CP „Les Fontaines“ liegt, den wir auch auf Anhieb finden. Wir bekommen den letzten freien Platz!! Was für ein Glück, denn es ist ein sehr gepflegter Platz mit einer schönen Badelandschaft, einem Restaurant, gratis Internet (juhui… nach 10 Tagen endlich wiedermal Internet 🙂 ) und vor allem einer ausserordentlich freundlichen und hilfsbereiten Rezeptionistin.

Es ist wolkenlos und extrem heiss (36°) – so verbringen wir den restlichen Nachmittag im klimatisierten Wohnwagen!  Das Abendessen geniessen wir aber im Restaurant am Pool.

 

Freitag, 9.Juni

Der Himmel zeigt sich bedeckt, das richtige Wetter für einen Bummel durch die Altstadt von Pernes-les-Fontaines. In dieser Kleinstadt sind vierzig alte Brunnen zu besichtigen!

Der Rundgang dauert eine Stunde. Leider sind die Brunnen, die als Touristenattraktion gelten, meiner Meinung nach zu wenig gepflegt.

Hier ein paar Beispiele

…dieser ist allerdings nur gemalt 🙂

Pernes-les-Fomtaines bietet aber noch andere Schätze an, wie ihre Stadtmauern ausgestattet mit Türmen und Toren. Das Tor Notre-Dame mit den zwei Türmen ist davon ein schönes Beispiel.

wir erklimmen den Tour de l’Horloge

und werden mit dieser Aussicht belohnt

Wir fahren nun ins 10 km entfernte Venasque. Der noch weitgehend befestigte Ort mit seinen Türmen, liegt über der Ebene von Carpentras, oberhalb des Flüsschens Nesque auf einem Felssporn, der auf drei Seiten steil abfällt.

Die Kirche Notre-Dame

Auf einer Restaurantterrasse hoch über dem Tal geniessen wir einen Croque Monsieur und die tolle Aussicht.

Auf der Rückfahrt zum CP kommen wir an diesem wunderschönen, für die Provence typischen Lavendelfeld vorbei. Der Duft ist umwerfend!

 

Samstag, 10.Juni

Heute ist früh aufstehen angesagt, wir wollen die Morgenstunden nutzen, denn es soll wieder heiss werden, 34-36° sind angesagt.

Wir fahren nach Bédoin und von dort auf den Mont Ventoux.

Der Mont Ventoux ist ein dominanter, 1’912 Meter hoher Berg in der französischen Provence. Die Kelten verehrten ihn wahrscheinlich als heiligen Berg. Heute ist er durch eine Bergstrasse erschlossen, die grosse Bedeutung für den Radsport hat.

Die Strasse ist gut ausgebaut, allerdings sind im unteren Teil heute ganze „Radfahrerhorden“, vor allem Holländer unterwegs.

Oben auf dem Gipfel sind wir allerdings fast alleine, denn es wird noch ein Weilchen dauern bis die Radler den Gipfel erreichen werden, sind doch 1‘600 Höhenmeter auf 21,5 km, mit Steigungen bis zu 11% zu bewältigen.

…noch gehört der Berg uns

Der Rundblick vom Gipfel ist einmalig, auch wenn die Weitsicht heute nicht gerade super ist.

Nach einem Besuch bei der „Chapelle Sainte Croix“

…und einem Espresso im Bergrestaurant, geht die Fahrt wieder hinunter, diesmal aber nach Sault.

Eigentlich wollten wir die riesigen Lavendelfelder bei Sault besichtigen, aber noch keine einziges der vielen Felder blüht.

…dies sind alles Lavendelfelder

So beschliessen wir durch die „Gorges de la Nesque“ zu fahren, eine bis zu 400 Meter tiefe Schlucht. Das Flüsschen Nesque (im Sommer ausgetrocknet) hat sich tief in den Kalkstein gegraben und schlängelt sich über eine Länge von 17 km durch eine karge Landschaft.

Am 872 m hohen „Belvédère“ hat man einen grandiosen Blick auf den gegenüberliegenden Felsen Rocher du Cire und in die 300 Meter tiefer gelegene Schlucht.

eine spannende Fahrt 🙂

Nach einem kurzen Zwischenhalt und einem leichten Mittagessen in Mormoiron möchte Ruedi noch nach Vaison la Romaine fahren.

Die 17 Meter weite römische Brücke über die Ouvèze (einstige Zollbrücke), ist eine der wichtigsten Brücken in der Provinz Narbonne und eine der sehr seltenen antiken Brücken, die noch heute in Betrieb ist.

Über die Brücke gelangt man in die mittelalterliche Stadt von Vaison la Romaine mit ihren kopfsteingepflasterten engen und steilen Gassen. Oben thront die Burg des Grafen von Toulouse.

Zur Burg hinauf müssen wir über diesen Felsen klettern, aber dafür wird und von dort eine tolle Aussicht geboten.

auf dem Parkplatz weit unten steht unser Auto 🙂

Das Thermometer zeigt inzwischen 35° an, Zeit zurückzukehren.

Einmal mehr sind wir froh um unsere Klimaanlage im Wohnwagen!

 

Sonntag, 11.Juni

Und wieder nutzen wir die kühlen Morgenstunden und besuchen Roussillon, auch eines der „Plus Beaux Villages de la France“.

Beim Eingang zum „Sentier“ steht diese riesige Sonnenuhr.

Wie bereits letztes Jahr wandern wir den „Sentier des Ocres“ ab. Wir sind die ersten Besucher des heutigen Tages und geniessen die totale Ruhe. Der Rundweg verläuft zum Glück grösstenteils im kühlen Wald.

Nach einem Bummel durchs Dorf und einer Cola auf einer Restaurantterrasse mit einer tollen Aussicht verlassen wir Roussillon…

Lila, die Farbe der Provence

…und fahren nach Fontaine-de-Vaucluse

die Schlossruine aus dem 7.Jh.

Die Hauptsehenswürdigkeit des Ortes ist die Quelle der Sorgue am Fuße einer 230 Meter hohen Felswand, die den Fluss zur Zeit der Schneeschmelze mit bis zu 22 m³ pro Sekunde speist. Je nach Jahreszeit und Regenmenge variiert der Wasserstand sehr stark. In Trockenperioden liegt ein großer Teil des oberirdischen Beckens trocken, der Fluss tritt dann erst einige hundert Meter tiefer an die Oberfläche.

Dies ist momentan der Fall. Der „Siphon“ der Quelle ist zu wenig gefüllt, als dass das Wasser hier oben austreten mag, so liegen die Quellaustritte einige Meter tiefer.

Da Vaucluse bis Anfang des 18. Jahrhunderts Zentrum der regionalen Papierindustrie war, wurde 1974 die letzte erhaltene Papiermühle am Ufer der Sorgue in ein viel besuchtes Museum und Zentrum für Handwerk und Kunst umgebaut.

Die Sonne brennt weiter gnadenlos vom wolkenlosen Himmel, bei 32° im Schatten, nur sind die Bäume auf dem CP noch zu jung um Schatten zu spenden. Im klimatisierten Wohnwagen zu sitzen ist ja auch nicht das Ziel unserer Reise, obwohl es drinnen total angenehm ist. So beschliessen wir schon mal einiges zusammenzupacken, sodass wir uns morgen in Richtung Norden (nach Annecy) verschieben können. So schön die Provence ist, es ist uns eindeutig zu heiss.

Die Wetteraussichten für die nächsten Tage 🙁

Zum Abschied essen wir am Abend im Restaurant des CP.

 

 

Montag, 12.Juni

Wir fahren über Orange, Valence, und Chambéry nach Annecy – alles Autobahn.

Hier ein paar Eindrücke von unterwegs

Lavendelfelder…

und Nussplantagen

wir sind bald am Ziel

Wir wählen wieder den CP „Europa“ in Saint Jorioz, wie bereits vor vier Wochen.

Die Temperatur hier beträgt „nur“ 30°, direkt angenehm.

Wir packen nichts aus, denn wir wollen hier nur eine Nacht verbringen und morgen nach Hause fahren.

Abendessen gibt es auch heute im Restaurant, wir haben noch ein paar Euros übrig, die wir doch noch verpulvern möchten 🙂

 

Dienstag, 13.Juni

Die Fahrt über Genf, Bern, Zürich zurück in den Thurgau verläuft reibungslos.

Der Zoll bei Genf

In der Raststätte Kölliken wird noch ein letztes Mal gesündigt 🙂

Am Nachmittag erreichen wir Pfyn, hier hat der Wohnwagen sein Zuhause.

Daheim in Weinfelden erwartet uns ein blühender Garten, nicht nur die Blumen auch das Unkraut ist gewachsen. Die Temperatur hier beträgt angenehme 27°, ganze 10° weniger als in der Provence!

Einen ganzen Monat waren wir nun unterwegs, wir haben einmal mehr viel Interessantes und Schönes gesehen und erlebt. Vor allem sind wir nun überzeugt, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben, vom Wohnmobil auf einen Wohnwagen zu wechseln. Mit dem Camper hätten wir doch einige der Ausflüge nicht machen können.

 

 

 

 

 

9 Gedanken zu „Frankreich Mai/Juni 2017 (Périgord, Camargue, Provence)“

  1. Liebe Brigitte
    Deine wunderschönen, so genial ausgewählten (geknipsten)
    Fotosujets von eurer überaus interessanten ersten Wohnwagen-Reise, haben mir manch herrliches Wiedersehen mit beeindruckenden Städten und Stätten beschert und viel, viel Neues eröffnet!
    Vielen herzlichen Dank dafür.
    Ursula

    1. Herzlichen Dank liebe Ursula für deinen netten Kommentar! Ihr werdet ja im Herbst dieses interessante Land auch wieder bereisen und hoffentlich einmal mehr viel Spannendes und Schönes erleben.
      Brigitte

  2. Danke für den sehr schönen und informativen Reisebericht, einige Ecken haben wir von unserer Rundreise vorletztes Jahr wieder erkannt….
    Und so ein Navi haben wir auch….man kann sein blaues Wunder damit erleben.

    Sylvi

    1. Danke Sylvi für den Kommentar – morgen geht’s bei uns wieder los in Richtung Süden. Auch euch eine tolle Camping-Saison wünscht Brigitte

  3. Hallo Ursula,

    einen schönen Gruß aus dem Rheinland westlich der alten Römerstadt Köln in die Schweiz. Einen fantastischen, authentischen Bericht hast Du uns hier zukommen lassen. Wir waren auch schon einmal vor 6 oder 7 Jahren in der Provence – natürlich auch in der Camargue. Beim Lesen Deines Berichtes sind die Erinnerungen wieder ganz lebendig geworden. Vielen Dank dafür!

    1. Herzlichen Dank für den netten Kommentar – sorry, war lange nicht mehr auf meinem Blog. Morgen geht’s wieder los in Richtung Süden.
      Wünsche euch eine gute Zeit mit hoffentlich schönen Reisen! Gruss Brigitte (nicht Ursula :-))

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