Tessin (Südschweiz) August 2017

Ganz spontan verbringen wir 10 Tage auf dem Campingplatz Campofelice in Tenero im Tessin.

Es ist Freitag, der 25.August

Ein erster herbstlicher Morgennebel liegt über dem Land.

Doch schon bald geht die Sonne auf und es ist uns ein wolkenloser erster Ferientag geschenkt.

der Alpstein mit dem Säntis in der Morgendämmerung

Wie immer, fahren wir auch diesmal die San Bernardino Route.

das Dorf Splügen

Das Schöne ist, dass auf dieser Route meist sehr wenig Verkehr herrscht.

Nach einer Frühstückspause in Thusis, fahren wir hier bereits durchs Misox.

Um 10:30 Uhr erreichen wir unser Ziel, den Campingplatz (CP) Campofelice in Tenero in der Südschweiz.

Da wir etwas länger zu bleiben gedenken, stellen wir das Vorzelt auf, was wir inzwischen bereits in Rekordzeit schaffen 🙂

Am Nachmittag gönnen wir uns etwas Ruhe und einen Spaziergang am See und um den weitläufigen CP.

Zum Abendessen treffen Andy und Alexia mit Selina ein, die auf dem CP einen Bungalow gemietet haben.

Abendstimmung am Lago Maggiore

 

Samstag, 26. August

Nach einem gemütlichen Frühstück, wünschen sich Andy und Alexia einen Ausflug zusammen mit uns ins Verzascatal.

Eigentlich wäre ein erster Halt bei der alten Brücke in Lavertezzo vorgesehen, aber es ist Samstag und wir sind nicht alleine, das heisst es gibt keinen einzigen freien Parkplatz mehr.

Aber was soll‘s, wir ziehen weiter nach Sonogno, dem kleinen, hübschen Dorf am Ende des Tales – das immer wieder ein Besuch wert ist.

Nach einem Bummel durchs Dorf mit den gepflegten, typischen Tessiner-Steinhäusern, spazieren wir zum Spielplatz etwas ausserhalb des Dorfes, der direkt an der Verzasca liegt. Ein Paradies für Kinder und Junggebliebene 🙂

Inzwischen ist es Zeit für einen kleinen Imbiss, so spazieren wir zurück ins Dorf.

Selina weiss ganz klar was sie will 🙂

Auch auf der Rückfahrt ist kein freier Parkplatz in Lavertezzo zu finden, ebenfalls nicht bei der Staumauer des Lago di Vogorno.

zurück auf dem CP…Selina geniesst es,

während die Männer den Abwasch tätigen.

Nach dem Abendessen besuchen wir den kleinen Markt, der auf dem CP stattfindet.

Begleitet von Live-Musik geniessen wir ein erfrischendes Eis, an diesem immer noch sommerlich warmen Abend.

 

Sonntag, 27. August

Nach einem etwas späten Frühstück spazieren Ruedi und ich der Verzasca entlang nach Gordola und zurück, während Andy und seine zwei Frauen eine Velotour unternehmen.

die Verzasca

eine steinige Angelegenheit

doch hier finden wir ein bisschen Wasser

auf dem Rückweg

Auch  heute steigt das Thermometer wieder über die 30 Grad-Marke. Wie sind wir doch froh um die Klimaanlage im Wohnwagen!

Im Laufe des Nachmittages treffen wir uns am Strand des CP. Selina geniesst es sichtlich.

Etwas später gesellen sich Ruedis Schwester und ihr Partner ebenfalls zu uns.

beim gemeinsamen Abendessen

…und danach auf dem Spielplatz des CP

im (Un-) Gleichgewicht 🙂

 

Montag, 28. August

Bevor sich Andy mit seinen zwei Frauen wieder auf die Heimreise macht, geniessen wir noch das Zusammensein beim gemeinsamen Frühstück.

Selina soll sich vor der langen Autofahrt noch ein bisschen austoben.

Am Nachmittag lassen Ruedi und ich uns mit dem Shuttlebus des CP zum Schiffsteg von Tenero fahren, wo wir auf das Gratis-Schiff nach Locarno umsteigen.

Die Temperatur steigt heute auf 33°C, da ist so ein Bummel im Schatten der Arkaden von Locarno ganz angenehm.

die Piazza Grande

ein Kunstwerk mit dem Namen „Wirbelsäule“, sieht allerdings etwas nach „Bandscheibenschaden“ aus

Buchstabensalat

…steht man aber am richtigen Ort, fügen sich die Buchstaben zum Wort „Locarno“ zusammen

Zurück nach Tenero nehmen wir dann allerdings den Bus, der uns bis direkt vor den CP bringt.

Da Kurt heute seinen Geburtstag feiert, essen wir am Abend in der Pizzeria des Camping „Lago Maggiore“, ist übrigens eine gute Adresse –  mit einem gefälligen Restaurant, einer extrem aufmerksamen Bedienung und einer sehr feinen Küche.

Wir geniessen diesen gemütlichen Abend zusammen mit Annemarie und Kurt sehr!

 

Dienstag, 29.August

Eigentlich ist für heute ein wolkenloser Tag vorhergesagt, aber am Morgen hängen Nebel und Wolken an den Bergen. Trotzdem entscheiden wir uns für einen Ausflug auf die Alpe Foppa. 

Die Seilbahn führt von Rivera aus in zwei Etappen hinauf zur Alpe Foppa.

wir schweben über die Ceneri-Autobahn

Bereits von der Seilbahn aus sieht man die Cappella Santa Maria degli Angeli vom Architekten Mario Botta.

…welche wir nun besuchen

Links die Bergstation der Seilbahn, rechts das Restaurant und in der Mitte der Monte Tamaro

Danach nehmen wir den „Percorso della Salute“ unter die Füsse, ein Spaziergang, der uns hinauf zu einem Panorama-Aussichtspunkt führt.

hier der Blick in Richtung Tenero

…hier in Richtung Bellinzona

…und hinunter zum Ceneri

weiter geht’s vorbei an diesen Kunstwerken

„The Suspended Cube“

„Il Guardiano del Tempio“

 „La Madonna del Tamaro“

Zurück bei der Bergstation haben wir einen Kaffee verdient. Wir sind zwar völlig alleine, wohl weil die Weitsicht heute alles andere als gut ist.

Auf der Heimfahrt zum CP tätigen wir noch einen Einkauf im Einkaufszentrum von Tenero.

Den Nachmittag verbringen wir auf dem CP, vor allem am See, denn inzwischen haben sich die Wolken verzogen und die Sonne brennt vom Himmel.

Dies ist der Strand des CP, auf der Seeseite…

…und dies an der Verzasca

der Hafen des CP

die Gelateria

in diesem Zelt finden die Abendveranstaltungen statt

Nach einem gemeinsamen Abendessen mit Annemarie und Kurt, erfreue ich mich am einmalig schönen Sonnenuntergang am See.

der Mond ist ziemlich genau halbvoll

 

Mittwoch, 30.August

Auch heute begrüsst uns eine herbstlich nebliger Morgen. In der Hoffnung der Nebel lichte sich bald, entscheiden wir uns für einen Ausflug auf den Monte Lema.

Einen kurzen Halt legen wir bei der Kirche San Mamete in Mezzovico ein.

Die Kirche stammt aus dem 12.Jh., Chor und Wände sind mit Fresken geschmückt. Leider werden diese gerade restauriert und können nicht besichtigt werden.

dies ein Foto vom Internet

Über den Monte Ceneri gelangen wir zum Lago di Lugano

…und von dort hinauf nach Miglieglia, von wo die Luftseilbahn halbstündlich auf den Monte Lema fährt…im „Dreierpack“ 🙂

Leider vermiest uns der Nebel die einmalige Sicht, die uns von hier oben geboten würde – über den Lago Maggiore

…und über den Lago di Lugano

was für eine Pracht muss das sein, wenn dieses Alpenrosenfeld blüht

Wir steigen hinauf zum Gipfelkreuz…

…zum Wetterradar von Agno

und zum Osservatorio Astronomico.

Eine nicht ganz einfache Sonnenuhr – besonders wenn die Sonne nicht scheint 🙂

Von hier aus gibt es viele Wandermöglichkeiten, die beliebteste ist die Wanderung vom Monte Tamaro zum Monte Lema – oder umgekehrt.

Nun setzen wir uns auf die Restaurant-Terrasse und warten auf „bessere Zeiten“. Aber die Sonne lässt sich Zeit.

auf der Fahrt hinunter nach Miglieglia

Erst unten im Tal lichtet sich der Hochnebel, aber wir werden diesen Ausflug bei besserem Wetter bestimmt mal wiederholen.

Ein kurzer Abstecher nach Curio

zurück am Lago di Lugano

 Auf der Autobahn fahren wir zurück zum CP.

Da für die nächsten Tage Regen und  Gewitter angesagt sind, bauen wir noch das Vorzelt ab, denn wir wollen es trocken nach Hause bringen. Wir werden es in diesem Jahr nicht mehr brauchen – denn auf unsere nächste Reise im Oktober werden wir es nicht mitnehmen. Aber auch die Markise mit den Seitenwänden bringt den nötigen Komfort.

Zum Znacht gibt’s heute einen feinen Kartoffel-Käsegratin aus dem Ofen…wir lassen es uns gut gehen 🙂

 

Donnerstag, 31. August

Ein trüber Tag ist heute vorhergesagt, kein Wanderwetter.

Die Kirche von Re im Valle Vigezzo (der italienische Teil des Centovalli), hat uns schon beim letzten Besuch fasziniert, so entscheiden wir uns für eine weitere Besichtigung dieses interessanten Bauwerkes.

Das Centovalli ist ein extrem enges und kurvenreiches Tal, das Kreuzen mit andern Fahrzeugen ist oft unmöglich.

der Blick hinunter zum Lago di Palagnedra

Bei Camedo verlassen wir die Schweiz. Ab hier heisst das Tal Valle Vigezzo.

…und plötzlich taucht ganz unerwartet die Kirche von Re auf.

…es ist dies die Wallfahrtskirche zur „Madonna del Sangue“

die unterirdische Kapelle

eine Weihnachtskrippen-Darstellung

Nun noch ein Bummel durch die Strassen und Gassen von Re…ein Dorf mit gerade mal 770 Einwohnern.

Zum Glück können wir den Kaffee im Restaurant mit Schweizer-Franken bezahlen, denn wir haben keine Euros dabei.

auf der Weiterfahrt

Bei Malesco zweigen wir auf die Strasse ab, die durchs Val Cannobina führt, eine meist im Kastanienwald verlaufende, ebenfalls sehr enge und kurvenreiche Strasse. Wir kommen an einigen kleinen, alten Dörfchen vorbei, die leider sehr unter dem Bevölkerungsrückgang leiden, der vor allem auf die fehlenden Arbeitsplätze im Tal und auf die schwindende Bedeutung der Esskastanie als Nahrungsmittel zurückzuführen ist.

leider hat Regen eingesetzt

In Cannobio am Lago Maggiore legen wir einen Halt ein und spazieren auf der Seepromenade und durch die schmucken Gassen.

wir kommen zurück in die Schweiz

die Isole di Brissago

Da inzwischen ein heftiges Gewitter über uns hinwegzieht und starker Regen eingesetzt hat, entscheiden wir uns für ein Abendessen in der Pizzeria des CP.

…während es draussen schüttet…

…geniessen wir eine feine Pizza am „Schärme“

 

Freitag, 1. September

Die ganze Nacht zogen immer wieder Gewitter über uns hinweg und der Regen prasselte lautstark aufs Wohnwagendach.

So schlafen wir am Morgen etwas länger.

Den Vormittag verbringen wir mit Shopping im nahen Einkaufszentrum…

welches sich momentan als Flughafen ausgibt 🙂

Das Wetter zeigt sich besser als erwartet…hier bei einem Spaziergang am See

Ruedi widmet sich seinem Hobby, dem Amateurfunk

Leider ist das Wetter immer kurz vor Sonnenuntergang am schönsten – hier beim Abendspaziergang auf dem CP.

 

Samstag, 2. September

Immer noch kein Berg-Wanderwetter 🙁 . Aber einem Ausflug nach Morcote steht nichts im Wege. Morcote wurde übrigens im letzten Jahr zum schönsten Dorf der Schweiz gekürt.

Letztes Jahr haben wir Morcote besucht, sind aber nicht zur Kirche hinauf gestiegen.

So nehmen wir diesmal den doch etwas mühsamen Aufstieg über die 404 Treppenstufen! unter die Füsse.

Es bieten sich unterwegs aber immer wieder schöne Aussichtspunkte zum verschnaufen an, mit einer wunderbaren Aussicht auf den Lago di Lugano und über das Dorf Morcote.

Hinunter wählen wir den Weg durch die engen Gassen – was ebenso lohnenswert ist.

aus einer Steinmauer heraus wächst diese wunderschöne, genügsame Pflanze

Unten angekommen spazieren wir unter den Arkaden…

…und gönnen uns in einer Cafeteria einen Kaffee und ein feines Stück „Torta della Nonna“.

Dem See entlang fahren wir nun auf engen Strassen nach Melide, wo wir die „Swissminiature“ besuchen.

Den Besuch der Swissminiature kann ich jedem wärmstens empfehlen.

Da das Wetter inzwischen schon recht herbstlich daherkommt, gibt’s zum Abendessen Wild mit Spätzle und Rotkraut…mmmmh war das fein.

 beim Verdauungsspaziergang durch den CP

Um 22 Uhr findet im Lido Locarno ein grosses Feuerwerk statt – wir haben hier auf dem CP natürlich Logenplätze, nur leider habe ich die Kamera nicht dabei – aber es ist grossartig.

 

Sonntag, 3. September

Was für ein Morgen – kein Wölkli am Himmel.

Das richtige Wetter um nochmals auf den Monte Lema zu fahren.

Ich kann Ruedi dazu überreden, diesmal die Route über Arosio, Mugena, Vezio und Breno im Alto Malcantone zu fahren. Was für ein Erlebnis, sogar Ruedi fand, so eine Strasse habe er noch nie erlebt – und ich darf sagen, wir sind schon viele extreme Routen gefahren.

hier nur ein kleiner Ausschnitt vom Anfang dieser Route

Mit diesen paar Kurven überwinden wir einen Höhenunterschied von knapp 500 m…hinauf nach  Arosio auf 860 m.

hier ist die ganze Route rot eingezeichnet

Dabei ist die Strasse auf den ganzen 11 km (bis Miglieglia) so eng, dass kreuzen mit anderen Fahrzeugen beinahe unmöglich ist.

was hüpft denn da auf der Strasse herum 🙂

Wir sind erleichtert, als wir Miglieglia unbeschadet erreichen

Die Seilbahn bringt uns von hier hinauf auf den Monte Lema

was für eine Aussicht! – hier auf den Lago Maggiore

…und auf dem Lago di Lugano

auf dem Monte Lema verläuft die Grenze Schweiz-Italien

beim Gipfelkreuz

hier ganz links die Dufourspitze

Die kleinen Dörfer auf der andern Talseite liegen an der einstigen Schmugglerroute (ganz rechts Indemini).

Der spitze Berg im Hintergrund ist der Monte Tamaro. Es ist eine beliebte 5-stündige Höhenwanderung vom Monte Lema zum Monte Tamaro (Alpe Foppa).

Nach einem kleinen Imbiss auf der Aussichtsterrasse des Restaurants, schweben wir mit der Seilbahn wieder nach unten.

Zurück auf dem CP beginnen wir mit dem Zusammenpacken, denn für morgen ist die Heimfahrt geplant.

Den Abend verbringen wir einmal mehr am See.

 

Montag, 4. September

Die Heimfahrt über die San Bernardino-Route verläuft problemlos. Wie immer hat es nur wenig Verkehr und ebenfalls wie immer gibt’s Frühstück in der Raststätte Viamala bei Thusis.

Hier sieht man bereits die ersten Vorboten des bevorstehenden Winters.

Das Tessin ist ja wirklich eine schöne Gegend, aber der Thurgau hat doch auch seinen Reiz 🙂

der Bodensee

Um 13:30 Uhr erreichen wir Pfyn, wo wir den Wohnwagen in seine Box fahren und um 14 Uhr sind wir definitiv daheim – in Weinfelden.

Auch wenn wir das Gefühl haben das Tessin bald in allen Details zu kennen, auch jedes Seitental mehrmals besucht haben, gibt es trotzdem immer wieder Trouvaillen zu entdecken, wie diesmal der Monte Lema. Tessin – wir kommen wieder!

 

 

 

 

 

 

2 Gedanken zu „Tessin (Südschweiz) August 2017“

  1. Liebe Brigitte
    Es war ganz einfach einmal mehr ein super Erlebnis, euch auf den vielen Ausflügen zu begleiten „via“ der eindrücklichen, wunderschönen Fotos! Bravo und vielen Dank!
    Liebe Grüsse
    ursula

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